Überfall oder Freiheit: Euphoria-Star klärt die umstrittene Finale-Szene

Faye bekommt das Happy End, das Rue verwehrt bleibt. Chloe Cherry verrät, dass sie sich Faye auf einem Bauernhof mit Wayne vorstellt, weit weg von Drogen. Dass ausgerechnet eine Nebenfigur überlebt, während die Hauptfigur stirbt, macht das Finale so unberechenbar.
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Faye entkommt dem DEA-Zugriff
Die dritte und letzte Staffel von Euphoria ist zu Ende, und mit ihr endet eine Serie, die das Leben ihrer Figuren radikal verändert oder beendet. Faye, gespielt von Chloe Cherry, gehört zu den wenigen, die den Abschluss der Serie überleben. Im Finale gelingt ihr die Flucht aus dem DEA-Zugriff auf Lauries Farmhaus, zusammen mit ihrem Freund Wayne, gespielt von Toby Wallace.
Was danach kommt, zeigt die Serie nicht mehr explizit. Cherry hat jedoch eine genaue Vorstellung: 'Ich bin froh, dass Faye entkommen konnte und dass es eine Chance gibt, dass sie irgendwo auf einem Bauernhof mit Wayne lebt, Tiere und Kinder großzieht, und dass sie nie wieder mit Drogen in Berührung kommen.' Das sei das Ende, das sie sich für ihre Figur wünsche.
Die Szene, in der Faye und Wayne in einem Auto sitzen, wurde von manchen Zuschauern als Überfall interpretiert. Cherry stellt klar: Die beiden trampten und ließen sich an einem unbekannten Ort absetzen, um ihr altes Leben hinter sich zu lassen.
Rues Tod trifft Cherry tief
Zendayas Figur Rue stirbt im Finale, und diese Wendung hat Chloe Cherry sichtlich mitgenommen. 'Ich war zutiefst emotional bewegt von Rues Tod und davon, wie sich alles entfaltet hat', sagt Cherry. Geweint habe sie nicht wegen Faye, sondern wegen Rue und Ali.
Faye trägt indirekt Mitverantwortung an Rues Schicksal. Als Rue versucht, an Geld aus einem Safe zu gelangen, alarmiert Faye ihren Freund Wayne. Cherry erklärt, dass Faye in diesem Moment glaubte, Rue wolle sie austricksen und das Geld für sich behalten. Von Rues tatsächlicher Lage, ihrer Verstrickung mit dem Alamo-Netzwerk und der DEA, wusste Faye nichts.
Ob Faye im Nachhinein anders gehandelt hätte, lässt Cherry offen. Der Verrat war kein bewusster Akt gegen Rue, sondern ein Akt der Verzweiflung: Faye suchte schlicht einen Ausweg aus einem Leben voller Gewalt und Kriminalität.
Lauries Schicksal und Fayes Mitgefühl
Martha Kellys Figur Laurie stirbt beim DEA-Zugriff durch Suizid. Faye weiß davon nach Cherrys Einschätzung nichts. 'Ich glaube, das würde Faye wirklich traurig machen, weil sie Laurie als mehr als nur eine Drogendealer-Figur sehen konnte.'
Bereits in Staffel 2 wird angedeutet, dass Laurie früher Lehrerin war und nach einer Verletzung in die Drogenabhängigkeit geriet. Cherry betont, dass Faye diese Parallele erkannte: Beide Frauen wurden von einem System in die Enge getrieben, das ihnen kaum Auswege ließ.
Diese Empathie ist bezeichnend für Fayes Charakter. Cherry fasst die Kernthese ihrer Figur so zusammen: 'Warum bin ich die Einzige, die loyal ist?' Faye sieht Menschen hinter ihren Rollen, auch wenn die Welt um sie herum das nicht tut.
Wayne und die Nazi-Tätowierung
Wayne ist kein unproblematischer Retter. Seine rechtsextremen Überzeugungen, erkennbar an einer Tätowierung, sind für Faye abstoßend. Cherry macht deutlich: 'Sie findet das so beschissen. Aber sie steckt in so viel Chaos, dass sie einfach sagt: Was auch immer mich hier rausbringt.' Fayes Entscheidung für Wayne ist kein Einverständnis, sondern pure Verzweiflung.
Cherry glaubt, dass Faye die Tätowierung irgendwann überdecken lassen wird. Langfristig sieht sie in Wayne nicht den idealen Partner, sondern das einzige verfügbare Ticket aus einem Leben, das sie zerstört hätte.
Fezco bleibt Fayes Anker
Angus Clouds Figur Fezco sitzt im Gefängnis. Im Finale gibt es eine Szene, in der Fezco einen Ausbruch versucht. Cherry beschreibt ihre Reaktion: 'Als sie die Nachricht über Fezcos Fluchtversuch zeigten, bin ich buchstäblich aufgesprungen.' Kurz darauf wurde ihr klar, dass die Szene kein reales Ereignis darstellte, sondern Teil von Rues Sterbetraum war.
In der Realität der Serie bleibt Fezco eingesperrt. Trotzdem ist Cherry überzeugt, dass Faye den Kontakt nicht abbricht. 'Ich glaube wirklich, dass Faye die nächsten 30 Jahre versuchen würde, Fez im Gefängnis zu erreichen. Sie kann einfach nicht durch das Leben gehen, enge Bindungen eingehen, und dann sind die Menschen einfach weg, und sie kümmert sich nicht darum.'
Diese Loyalität ist das Herzstück von Fayes Charakter. Während andere Figuren in Euphoria zerbrechen oder verschwinden, hält Faye an menschlichen Verbindungen fest, auch wenn die Welt ihr kaum Grund dazu gibt.
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Artikel geschrieben von:

Nina Wolf ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Formate und langjähriger Streaming-Erfahrung.
Alle Artikel von NinaNina hat 3 weitere Artikel zur selben Serie verfasst.