Attraktiv und trotzdem gescheitert: Cherys Urteil über Euphoria

·24.04.2026·3 Min
Bild: HBO · TMDB

Ob Cassies Abstieg wirklich so endet, bleibt offen. Bekannt ist: Chloe Cherry, selbst Ex-Sexarbeiterin und Euphoria-Darstellerin, hält einen solchen Schritt für gesellschaftlich alarmierend. Was das für die Richtung der Serie bedeutet, dürfte Zuschauer spalten.

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Cassies Storyline wirkt auf Cherry absurd

Für Chloe Cherry ist es ein seltsames Gefühl, Sydney Sweeneys Figur Cassie (Sydney Sweeney) auf einem Weg zu sehen, den sie selbst gegangen ist. Jemanden wie Cassie, der ein bestimmtes Leben geführt hat, plötzlich zur Sexarbeit wechseln zu sehen, empfindet Cherry als erschütterndes Zeichen der Zeit.

Cherry formuliert es direkt: Es fühle sich verrückt an zu sehen, wie jemand, der so lebt wie Cassie, diesen Schritt geht. Für sie ist das kein Zeichen von Stärke, sondern ein Spiegel gesellschaftlicher Zustände, die sie beunruhigen.

Dabei zweifelt Cherry nicht an Cassies Potenzial, auf der Plattform erfolgreich zu sein. Cassie sei zweifellos attraktiv und würde wahrscheinlich viel Geld verdienen. Doch genau das macht die Situation für Cherry nicht besser, sondern eher verstörender.

Kapitalismus statt Empowerment, sagt Cherry

Cherry widerspricht klar der verbreiteten Erzählung, OnlyFans sei ein Werkzeug der Selbstermächtigung. Die Normalisierung von Sexarbeit habe ausschließlich mit dem Kapitalismus und einer sich verschlechternden Wirtschaft zu tun, nicht mit Empowerment oder persönlicher Stärke.

Viele Menschen hätten merkwürdige Vorstellungen davon, wie befreiend Sexarbeit sei, sagt Cherry. Schlagzeilen über OnlyFans-Modelle, die astronomische Summen in einem Monat verdienen, würden ein verzerrtes Bild zeichnen, das mit der Realität wenig gemein habe.

Cherry bezeichnet OnlyFans als ein seltsames Phänomen der 2020er-Jahre, auf das die Gesellschaft in einigen Jahrzehnten zurückblicken und es kaum verstehen werde. Ihre Einschätzung ist dabei weniger moralisch als gesellschaftskritisch gemeint.

Cherry kennt die Welt aus eigener Erfahrung

Bevor Chloe Cherry in Euphoria Staffel 2 als Faye debütierte, war sie selbst als Erwachsenenfilm-Darstellerin tätig und auf OnlyFans aktiv. Diese Biografie verleiht ihrer Perspektive ein besonderes Gewicht, das über reine Spekulation hinausgeht.

Trotzdem gibt Cherry zu, dass sie das Geschäftsmodell von OnlyFans heute nicht vollständig durchdringt. Sie verstehe eigentlich nicht genau, was die Menschen dort treibe und was es wirklich bedeute, auf der Plattform aktiv zu sein.

In Staffel 3 von Euphoria kehrt Cherry als Faye zurück und beobachtet Cassies Entwicklung damit aus nächster Nähe. Ihre persönliche Geschichte macht sie zur wohl authentischsten Stimme, wenn es um die Bewertung dieser Storyline geht.

Euphoria Staffel 3 mit starkem Start

Euphoria Staffel 3 startete mit beeindruckenden Zahlen: Innerhalb von drei Tagen nach der Premiere schalteten 8,5 Millionen Zuschauer in den USA ein. Das zeigt, welches Interesse die Fortsetzung trotz langer Produktionspause auf sich zieht.

Sam Levinson widmete die neue Staffel denjenigen, die nicht mehr da sind, darunter Angus Cloud, Eric Dane und Produzent Kevin Turen. Diese Widmung verleiht der Staffel von Beginn an eine emotionale Tiefe, die über das reine Seriengeschehen hinausgeht.

Auch Schauspieler wie Michael B. Jordan und Christopher McQuarrie sind mit der Produktion verbunden, was das Gewicht der Staffel innerhalb der Branche unterstreicht.

Das Serienuniversum wächst weiter

Während Euphoria mit Staffel 3 neue Maßstäbe setzt, gibt es anderswo Einschnitte: Gen V wurde nach zwei Staffeln abgesetzt. Das nächste Ableger-Format aus dem Boys-Universum, Vought Rising, ist für 2027 angekündigt.

Für Euphoria selbst bleibt HBO die Heimat der Serie. Deutsche Fans können die Staffeln über den jeweiligen Streaming-Anbieter verfolgen, der HBO-Inhalte im deutschsprachigen Raum anbietet.

Die Diskussion um Cassies OnlyFans-Storyline zeigt, wie eng Euphoria gesellschaftliche Debatten aufgreift und in Serienform verarbeitet. Chloe Cherrys Kommentar dazu ist dabei mehr als eine Randnotiz: Er ist ein Blick hinter die Kulissen einer Welt, die die Serie nun auf den Bildschirm bringt.

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Quelle: HBOZuletzt aktualisiert: 24.04.2026, 23:16 Uhr

Artikel geschrieben von:

Nina Wolf
Autor
Nina Wolf
Science FictionFantasy-SerienMystery

Nina Wolf ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Formate und langjähriger Streaming-Erfahrung.

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