Jury Duty kehrt zurück und dreht den Schwierigkeitsgrad deutlich höher

·01.06.2026, 23:30 Uhr·4 Min
Jury Duty kehrt zurück und dreht den Schwierigkeitsgrad deutlich höher
Bild: Amazon Freevee · TMDB

85 versteckte Crewmitglieder statt fünf: Jury Duty eskaliert sein eigenes Konzept. Anthony Norman glaubte, für ein Low-Budget-Dokumentarfilm-Projekt zu arbeiten, während Prime Video die aufwendigste Täuschung der Seriengeschichte inszenierte. Wer Staffel 1 liebte, bekommt hier eine komplett neue Dimension des Formats.

Artikel-Inhalt

Ein Ahnungsloser mitten im Chaos

Anthony Norman glaubte, einen simplen Gelegenheitsjob angenommen zu haben. Das Unternehmen Rockin' Grandma's, eine Familienfirma für Scharfsauce, suchte jemanden, der bei einem einwöchigen Betriebsausflug in Südkalifornien hilft. Norman, der als junger Vater in Nashville flexibel arbeiten muss, griff zu. 'Ich dachte, ich muss einfach auftauchen und helfen, wo ich gebraucht werde', erklärte er.

Was Norman nicht wusste: Er war die Hauptfigur der zweiten Staffel von Jury Duty, einem Format, das auf Prime Video läuft und in dem ein nichtsahnender Mensch in eine komplett inszenierte Situation geworfen wird. Alle Kollegen um ihn herum waren Schauspieler, die jahrelange Firmenhistorie war erfunden, und der vermeintlich kleine Dokumentarfilm entpuppte sich als Großproduktion.

Regisseur und ausführender Produzent Jake Szymanski beschrieb die Dimension des Betrugs so: Norman sah etwa fünf Crewmitglieder, die er für ein kleines Doku-Team hielt. Tatsächlich arbeiteten 85 Personen verborgen im Hintergrund, um die Illusion aufrechtzuerhalten.

Staffel 2 erhöhte den Schwierigkeitsgrad

In der ersten Staffel von Jury Duty war die Prämisse vergleichsweise überschaubar: Ronald Gladden saß in einem fingierten Geschworenenprozess, umgeben von Fremden, die er nie zuvor getroffen hatte. Für Company Retreat musste das Team deutlich tiefer gehen.

Co-Schöpfer und ausführender Produzent Lee Eisenberg formulierte den Anspruch klar: 'Die Messlatte wollten wir für uns selbst höher legen. Warum wir das beschlossen haben, weiß ich nicht, aber wir haben es beschlossen.' Der entscheidende Unterschied: Diesmal mussten alle Schauspieler glaubwürdige Firmengeschichten besitzen, mit denen sie auf spontane Fragen von Norman sofort antworten konnten.

Wenn Norman fragte, wie lange jemand im Unternehmen sei oder ob eine Person über eine andere befördert wurde, musste die Antwort sofort passen. Das erforderte eine detaillierte Vorbereitung aller Beteiligten, von Schauspielern wie Ryan Perez, der den HR-Chef 'Kevin' spielte, bis hin zu den übrigen Darstellern darunter Jerry Hauck, Alex Bonifer und Lanisa Renee Frederick.

Die Suche nach dem richtigen Helden

Das Format steht und fällt mit der Hauptperson. Wer als 'Hero' bezeichnet wird, muss auf fremde Menschen mit Offenheit statt mit Ablehnung reagieren. Ausführender Produzent Todd Schulman beschrieb den Auswahlprozess als gründlich: Norman wurde mehrfach interviewt, bevor die Entscheidung fiel.

Schulman erklärte, was ihn und das Team überzeugte: 'Wir wollten jemanden, der Amerika so verkörpert wie Ronald es in Staffel 1 getan hat, aber als eigene Persönlichkeit.' Bei Norman spürte das Team kollektiv, dass er genau das mitbringt. Er sollte zeigen, wie man sich im Idealfall in einer solchen Situation verhält.

Nicholas Hatton, ebenfalls ausführender Produzent, ordnete das in einen größeren Zusammenhang ein. Er nannte die Show eine 'Feier gewöhnlicher Anständigkeit, nicht außergewöhnlicher Anständigkeit'. Soziale Medien lebten von Spaltung und Polarisierung, sagte Hatton. Die Serie setze dem etwas entgegen: den Beweis, dass die meisten Menschen im Alltag freundlich miteinander umgehen.

Captain Fun und das Risiko des Formats

Bereits in der ersten Folge eskaliert die Situation: Der vermeintliche HR-Chef Kevin, gespielt von Ryan Perez, verlässt den Betriebsausflug nach einem peinlichen Fauxpas. Norman rückt spontan in die Rolle des 'Captain Fun' vor und soll fortan die sozialen Aktivitäten der Gruppe leiten. Eine Aufgabe, die ihn offenbar nicht überforderte.

Norman beschrieb seine Reaktion gelassen: Die Herzlichkeit der anderen Teilnehmer habe viel dazu beigetragen, und die Rolle sei eigentlich klein gewesen. 'Wenn das mein Job jeden Tag wäre, würde ich meinen Job lieben', sagte er.

Eisenberg benannte dabei das grundsätzliche Risiko des Formats offen: 'Es ist etwas Gefährliches an der Show, weil sie in jedem Moment aufgedeckt werden kann, weil die Hauptfigur nicht weiß, dass sie in dieser Show steckt.' Jede unerwartete Reaktion von Norman hätte die gesamte Inszenierung zum Einsturz bringen können.

Staffel 3 bereits bestätigt

Der Erfolg gibt dem Konzept recht: Amazon hat Jury Duty offiziell für eine dritte Staffel verlängert. Wer diesmal als ahnungslose Hauptperson ins Geschehen geworfen wird, ist noch nicht bekannt. Das Format sucht stets nach Menschen, die das Publikum auf eine bestimmte Art repräsentieren.

Eisenberg zog eine Parallele zwischen Anthony Norman und Ronald Gladden aus Staffel 1: Beide seien Menschen, die andere zusammenbringen, die offen und annehmend seien. Das sei in der aktuellen gesellschaftlichen Lage ein positives Signal, das die Serie bewusst setzt.

Jury Duty Presents: Company Retreat ist auf Prime Video abrufbar. Die Panels und Gespräche mit dem Team fanden im Mai 2026 in Los Angeles statt, wo Norman gemeinsam mit Eisenberg, Schulman, Szymanski und Hatton über die Entstehung der Staffel sprach.

Mehr zu „Jury Duty"

Quelle: Amazon FreeveeZuletzt aktualisiert: 01.06.2026, 23:30 Uhr

Artikel geschrieben von:

Marie Weber
Autor
Marie Weber
Action- & Adventure-SerienDrama-SerienMystery

Marie Weber berichtet über Action-, Drama- und Mystery-Serien mit besonderem Fokus auf Spannungsdramaturgie und Figurenzeichnung.

Alle Artikel von Marie
Mehr zu Jury Duty von Marie

Marie hat einen weiteren Artikel zur selben Serie verfasst.

Mehr aktuelle Serien-News

Bleib auf dem Laufenden — alle frischen Meldungen, Trailer und Staffel-Starts auf einen Blick.

Wo wird die Serie gestreamt?

Streaming-Verfügbarkeit für Deutschland • Daten von TMDB