Sam Levinson verliert Labrinth: Euphoria trägt die Folgen in Staffel 3
Euphoria klingt in Staffel 3 wie eine völlig andere Serie. Der Emmy-prämierte Komponist Labrinth hat das Projekt im Streit verlassen und seine fertige Musik sogar wieder herausgezogen. Für Zuschauer bei WOW bedeutet das: Ein tragendes Element der Serie fehlt spürbar vom ersten Moment an.
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Labrinth verlässt die Serie im Streit
Labrinth hat Euphoria kurz vor dem Start von Staffel 3 verlassen, und die Umstände dahinter sind alles andere als harmonisch. In einem offenen Statement erklärte er, er habe sogar bereits fertige Musik aus dem Projekt entfernt, nachdem er sich nicht respektiert fühlte. Sein Zitat spricht für sich: Er lasse sich von niemandem schlecht behandeln, egal wie groß das Projekt sei.
Konkret beschrieb Labrinth, wie das kreative Miteinander mit Showrunner Sam Levinson und dem Team zunehmend bröckelte. Die Vertrautheit und der gemeinsame Antrieb, die die ersten beiden Staffeln geprägt hatten, hätten sich aufgelöst. Für ihn war damit klar: Dieses Kapitel ist beendet.
Gegenüber HBO habe er sich jedoch nicht im Streit getrennt. Er betonte ausdrücklich, dass das Verhältnis zum Sender nach wie vor gut sei. Das Problem lag offenbar auf der Ebene der kreativen Zusammenarbeit mit der Produktion selbst.
Hans Zimmer übernimmt allein den Score
Hans Zimmer war ursprünglich als Kollaborationspartner für Labrinth vorgesehen, nicht als alleiniger Komponist. Nach Labrinths Abgang wurde Zimmer zum einzigen Komponisten für Staffel 3, eine Rolle, die er unter ungewöhnlichen Umständen übernahm.
Zimmer gehört zu den bekanntesten Filmkomponisten der Welt, und seine Qualität steht außer Frage. Trotzdem zeigt die Reaktion des Publikums, dass ein Wechsel in dieser Position nicht einfach durch Talent ausgeglichen werden kann. Musikexperte Kier Lehman brachte es auf den Punkt: In einer laufenden Serie erwarte das Publikum den vertrauten Klang, der Figuren und Situationen emotional verankert.
Genau das ist das Problem: Euphoria hatte unter Labrinth einen unverwechselbaren Klang entwickelt, den man sofort erkannte. Dieser Wiedererkennungswert ist mit Staffel 3 verloren gegangen.
Musik als emotionaler Anker der Serie
Was viele Zuschauer erst jetzt bewusst wahrnehmen: Labrinths Kompositionen trugen in Staffel 1 und 2 einen erheblichen Teil der emotionalen Wirkung. Szenen mit Alexa Demie als Maddy (Alexa Demie) oder Sydney Sweeney als Cassie (Sydney Sweeney) gewannen durch seinen Score eine Tiefe, die die Bilder allein nicht erzeugt hätten.
Fans formulieren es direkt: Die Kamera kann ihren Teil leisten, aber es war Labrinths Musik, die jeder Szene ihr emotionales Gewicht gegeben hat. Dieses Gewicht fehlt in der aktuellen Staffel, selbst wenn die Handlung rund um Jacob Elordi als Nate (Jacob Elordi) oder Charly Clive und Sandra Oh in ihren neuen Rollen stark bleibt.
Für Seth Rogen, der in Staffel 3 ebenfalls zu sehen ist, und das gesamte neue Ensemble gilt dasselbe: Die Leistungen mögen überzeugen, aber der musikalische Rahmen, der die Serie einst so unverwechselbar machte, trägt nicht mehr.
Emmy und Anerkennung für vergangene Arbeit
Labrinths Bedeutung für Euphoria ist durch Auszeichnungen belegt. Für 'All For Us' aus der ersten Staffel erhielt er einen Emmy Award für die beste Originalmusik und -texte, dazu kamen mehrere weitere Nominierungen.
Labrinth selbst zeigte sich bewegt von der Resonanz seines Publikums. Es sei für jeden Künstler zutiefst befriedigend zu wissen, dass die eigene Arbeit Menschen wirklich berührt habe. Diese Verbindung zwischen Komponist und Zuschauer ist genau das, was in Staffel 3 nun vermisst wird.
Die Ironie ist offensichtlich: Erst durch sein Fehlen wird vielen Zuschauern bewusst, wie prägend seine Musik tatsächlich war. Viele geben zu, dem Score in früheren Staffeln kaum bewusste Aufmerksamkeit geschenkt zu haben, weil er so selbstverständlich funktionierte.
Was Euphoria jetzt noch retten kann
Die Frage, die Staffel 3 begleitet, ist nicht ob Hans Zimmer gut genug ist, sondern ob ein neuer Klang nach zwei Staffeln noch angenommen werden kann. Kier Lehman betonte, dass ein einzigartiger Sound das sei, was eine Serie wirklich besonders mache und was das Publikum nur mit dieser einen Serie verbinde.
Euphoria hat mit dem Abgang von Labrinth ein Alleinstellungsmerkmal verloren, das sich nicht einfach ersetzen lässt. Ob der neue Score über die Staffel hinweg eine eigene Identität entwickeln kann, bleibt abzuwarten.
Für alle, die die Serie neu entdecken oder die ersten beiden Staffeln nachholen wollen: Euphoria ist in Deutschland bei WOW verfügbar. Der Vergleich zwischen alter und neuer musikalischer Handschrift lässt sich dort unmittelbar nachvollziehen.
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Artikel geschrieben von:

Mia Braun ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf moderne Streaming-Serien und detaillierte Episodenanalysen.
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