Elizabeth Banks übernimmt Euphoria, und Folge 5 zeigt, wohin das führt

·11.05.2026, 04:30 Uhr·4 Min
Bild: HBO · TMDB

Rue Bennett wird lebendig in der Wüste eingegraben. Folge 5 der dritten Staffel, ab sofort bei WOW abrufbar, treibt Zendayas Figur in die bedrohlichste Szene der Seriengeschichte. Dass ausgerechnet ein neues Showrunner-Team diesen Extremmoment liefert, hätte kaum jemand erwartet.

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Eine Serie im radikalen Wandel

Euphoria klingt in Staffel 3 kaum noch wie die Serie, die Sam Levinson einst erschuf. Die charakteristischen Labrinth-Musikeinsätze und die kinetische Kameraarbeit mit Schwenks und Zoomfahrten sind verschwunden. Stattdessen dominieren ruhige Weitwinkelaufnahmen auf 65-Millimeter-Film das Bild, was der Serie eine fast schon klassisch-cinematische Qualität verleiht.

Das Ergebnis erinnert stilistisch eher an ein Sozial-Drama als an das neongetränkte Jugend-Porträt der ersten Staffeln. Ob man das als Verlust oder Reifung bewertet, hängt vom eigenen Geschmack ab. Klar ist: Euphoria 2026 ist ein anderes Tier.

Unter der neuen Führung von Elizabeth Banks, Liz Heldens und Matt Ward hat die Serie einen anderen Rhythmus gefunden. Anna Van Patten und Maude Apatow treten dabei zunehmend in den Hintergrund, während die großen Handlungsstränge von Zendaya, Sydney Sweeney und Jacob Elordi dominiert werden.

Rue als Informantin: Das Spiel eskaliert

Rue wurde von der Drogenfahndungsbehörde als Informantin angeworben, nachdem sie mit einer erheblichen Menge Drogen erwischt wurde. Um sich selbst zu schützen, versucht sie, Magick, gespielt von Rosalía, zu belasten: Sie schmuggelt zwei Päckchen Kokain in deren Schließfach.

Magick durchschaut den Plan und dreht den Spieß um. Sie überzeugt den mächtigen Drogenboss Alamo, gespielt von Adewale Akinnouye-Agbaje, dass Rue eine Zuträgerin der Behörden ist. Alamo reagiert konsequent und schickt seine beiden Männer G, gespielt von Marshawn Lynch, und den eiskalten Bishop, gespielt von Darrell Britt-Gibson, mit Rue auf eine Fahrt ins Nirgendwo.

Am Ende der Folge muss Rue ein Loch graben, wird bis zum Hals darin vergraben und dem Schicksal überlassen. Ob sie diese Situation überlebt, lässt die Episode offen. Für Zendaya ist es eine der körperlich und emotional extremsten Szenen ihrer Karriere in dieser Rolle.

Cassie triumphiert, Nate verliert Finger

Während Rue um ihr Leben kämpft, erlebt Cassie (Sydney Sweeney), gespielt von Sydney Sweeney, einen unerwarteten Aufstieg. Ihre Zusammenarbeit mit dem Mega-Influencer Brondon Fontaine, gespielt von Jeff Wahlberg, einem Neffen von Mark und Donnie Wahlberg, trägt Früchte: Sie erreicht 50.000 Abonnenten auf ihrer Plattform.

Noch bedeutsamer ist ihr schauspielerischer Durchbruch. Maddy (Alexa Demie) vermittelt ihr ein Vorsprechen für die Serie 'LA Nights' mit Star Dylan Reid, gespielt von Homer Gere. Cassie trägt dabei einen Monolog aus Shakespeares 'Antonius und Cleopatra' vor und überzeugt auf ganzer Linie. Sie bekommt die Rolle.

Nate (Jacob Elordi) hingegen steckt tief in Schulden und manipuliert Cassie, die noch Gefühle für ihn hegt, dazu, ihm zunächst rund 32.000 Euro und dann weitere rund 28.000 Euro zu überweisen. Das Geld fließt jedoch nicht in die Tilgung seiner Schulden, was ihn teuer zu stehen kommt: Ein Schuldeneintreiber reißt ihm den kleinen Finger und einen weiteren Finger ab.

Schüsse beim Silver Slipper

Auch Big Eddy, gespielt von Kadeem Hardison, übersteht die Episode nicht unbeschadet. Im Silver Slipper tauchen maskierte Männer mit Obama-Masken auf, erschießen ihn in den Bauch und stehlen den Inhalt seines Tresors.

Die Täter werden offenbar von Faye, gespielt von Chloe Cherry, zum Tatort gefahren. Der Angriff ist eine Vergeltungsaktion für die Vergiftung von Lauries geliebtem Papagei Paladin. Das klingt zunächst absurd, fügt sich aber in die zunehmend telenovelahaften Züge ein, die Euphoria in dieser Staffel angenommen hat.

Die Szene steht exemplarisch für den neuen Ton der Serie: weniger psychologische Tiefe, mehr plotgetriebene Eskalation. Das Märchen, so heißt es in der Folge auch über Cassie und Nate, ist vorbei.

Was bedeutet das für Staffel 3?

Euphoria Staffel 3 hat sich nach fünf Folgen als konsequenter Neustart erwiesen. Das neue Kreativteam nimmt keine Rücksicht auf die Erwartungen der Fangemeinde und treibt die Figuren in Extremsituationen, die in den Vorgängerstaffeln undenkbar gewesen wären.

Ob Rue die lebendige Begräbnis-Szene überlebt, ist die drängendste Frage. Zendaya ist die zentrale Figur der Serie, ein Ableben wäre ein radikaler Schritt. Gleichzeitig signalisiert die neue Showrunner-Riege, dass niemand sicher ist.

Sydney Sweeneys Cassie entwickelt sich derweil zur heimlichen Protagonistin der Staffel. Ihr Bogen vom viralen Skandal zur ernsthaften Schauspielerin ist der emotionalste Handlungsstrang der bisherigen Folgen. Wie sich das auf die Dynamik mit Nate und dem Rest des Ensembles auswirkt, werden die kommenden Folgen zeigen.

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Quelle: HBOZuletzt aktualisiert: 11.05.2026, 04:30 Uhr

Artikel geschrieben von:

Lea Zimmermann
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Lea Zimmermann
Science FictionFantasy-SerienMystery

Lea Zimmermann analysiert aktuelle Serien mit besonderem Blick für Atmosphäre, Figurenentwicklung und Erzählstruktur.

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