Das Ende von Rooster Staffel 1 erklärt: Warum Greg bleibt und Archie allein ist
Eine Überraschungsparty rettet Greg vor dem Abgang. Was wie ein würdiger Abschluss aussah, wird durch Professorin Dylan und Tommy zum Wendepunkt: Steve Carell ruft danach Collegepräsident Walter Mann an und bittet um ein weiteres Semester. Dass ausgerechnet eine Seminarfeier über Gregs Zukunft entscheidet, dürfte kaum jemand vorhergesehen haben.
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Was passiert im Finale von Rooster?
Das Staffelfinale von Rooster spielt an Weihnachten, der Campus liegt verschneit und die Stimmung ist ungewohnt besinnlich. Greg, gespielt von Steve Carell, hält das, was er für seine letzte Vorlesung an der Schreibwerkstatt hält. Er glaubt, seine Zeit am Ludlow College ist abgelaufen und er hat hier nichts mehr zu suchen.
Doch dann organisieren Professorin Dylan, gespielt von Danielle Deadwyler, und Student Tommy, gespielt von Maximo Salas, eine Überraschungsparty für ihn. Der Moment macht Greg klar, dass er an diesem Ort tatsächlich angekommen ist und dazugehört. Das ist keine kleine Erkenntnis für eine Figur, die den ganzen ersten Durchlauf damit verbracht hat, sich fehl am Platz zu fühlen.
Später hält Greg noch eine Rede in Arts Diner, die Runde stößt auf ihn an, und danach greift er zum Telefon. Er ruft Collegedirektor Walter Mann an, gespielt von John C. McGinley, und fragt, ob er noch ein weiteres Semester bleiben kann. Dieser Anruf ist der emotionale Schlusspunkt der Staffel: Greg wählt Ludlow.
Die wichtigsten Wendepunkte im Finale
Der vielleicht schmerzhafteste Subplot des Finales betrifft Archie Bates, den russischen Literaturprofessor, gespielt von Phil Dunster. Sowohl Gregs Tochter Katie, gespielt von Charly Clive, als auch die schwangere Doktorandin Sunny, gespielt von Lauren Tsai, verlassen ihn endgültig. Keine der beiden Frauen ist bereit, ihr Leben weiter an diesen narzisstischen Mann zu knüpfen.
Sunny verlässt Ludlow mithilfe ihrer Mitbewohnerin Mo, gespielt von Robby Hoffman, um einen früheren Flug nach Wisconsin zu erwischen. Außerdem lehnt sie ein prestigeträchtiges Jobangebot des Unternehmens Biotecha ab, das sie ursprünglich angenommen hätte, weil sie dachte, gemeinsam mit Archie ein Kind großzuziehen. Ihre Entscheidung ist nicht nur eine Trennung, sondern ein Neuanfang zu ihren eigenen Bedingungen.
Auch die Situation rund um Collegedirektor Walt bekommt einen bitteren Beigeschmack. Sein Verdacht, dass Gregs Ex-Frau Beth, gespielt von Connie Britton, auf seinen Job aus war, bestätigt sich. Walt hat dennoch noch ein Semester mit Greg vor sich, das die Macher als ihren gemeinsamen Schwanengesang bezeichnen.
Was die letzte Szene wirklich bedeutet
Gregs Anruf bei Walt ist mehr als eine logistische Anfrage. Er ist das erste Mal in der Staffel, dass Greg aktiv etwas für sich selbst einfordert, nicht für seine Tochter, nicht für seine Studierenden, sondern für sein eigenes Wohlbefinden. Die Überraschungsparty hat ihm gezeigt, dass er nicht nur geduldet wird, sondern wirklich gewollt ist.
Die Macher Bill Lawrence und Matt Tarses haben das Finale bewusst in eine weihnachtliche, fast märchenhafte Atmosphäre eingebettet. Die Referenz auf 'It's a Wonderful Life' ist kein Zufall: Wie George Bailey erkennt auch Greg erst durch die Augen anderer, was er wert ist und was er aufgebaut hat. Das ist der emotionale Kern der ganzen Staffel.
Für Katie und Sunny bedeutet das Ende etwas anderes: Befreiung. Beide Figuren haben sich über weite Teile der Staffel durch ihre Beziehung zu Archie definiert oder zumindest von ihr beeinflussen lassen. Das Finale gibt ihnen die Möglichkeit, als eigenständige Menschen in Staffel 2 zu starten, ohne dass Archie der Bezugspunkt ihrer Handlungen ist.
Archies Zukunft: Kein einfacher Weg
Archie Bates sitzt am Ende der Staffel allein da, und das war von Anfang an so geplant. Matt Tarses betonte, dass es in der Konzeptionsphase sogar Überlegungen gab, die Dinge für ihn noch schlimmer enden zu lassen. Die Botschaft ist eindeutig: Narzissmus hat Konsequenzen, auch im Comedyformat.
Bill Lawrence erklärte gegenüber Deadline, dass es für Archie keinen Weg der Läuterung gibt, solange er nicht wirklich auf dem Tiefpunkt angelangt ist. Er sei zwar nah dran, aber noch nicht ganz dort. Das klingt nach einer Figur, die in Staffel 2 weiter fallen muss, bevor sie sich fangen kann.
Phil Dunster bleibt trotzdem Teil des Stammcast. Archie verschwindet nicht aus der Serie, er muss nur die Rechnung für sein Verhalten bezahlen. Das ist dramaturgisch interessant, weil es die Frage offenlässt, ob und wie eine Figur wie er überhaupt zur Selbstreflexion fähig ist.
Was Staffel 2 verspricht
Die Macher haben in Staffel 1 bewusst Oster-Eier für die Fortsetzung versteckt. Dazu gehört Tommys Vater, den die Zuschauer bisher nicht kennengelernt haben. Auch der Professor, dem Dylan einmal 'Ich liebe dich' gesagt und es dann zurückgenommen hat, dürfte eine größere Rolle spielen. Lawrence bezeichnete ihn im Interview als besonders wichtigen Hinweis.
Eine weitere Figur, die in Staffel 2 an Bedeutung gewinnen könnte, ist Diana. Sie war Walts letzte Beziehung vor seiner Ehe und taucht außerdem als Sunnys Förderin im Hintergrund auf. Diese Verbindung zwischen zwei scheinbar getrennten Handlungssträngen deutet darauf hin, dass die Macher mit ihr noch einiges vorhaben.
Auch Nebencharaktere wie der Philosophieprofessor, gespielt von Comedian Rick Glassman, oder Eishockeytrainer Jake, gespielt von Scott MacArthur, könnten in der Fortsetzung mehr Raum bekommen. Die Macher räumen selbst ein, dass es schwer ist, bei einer 30-minütigen Comedy alle Figuren angemessen zu bedienen, aber der Wille ist da. Staffel 2 ist bereits von HBO bestellt.
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Artikel geschrieben von:

Lena Bergmann ist Serienredakteurin mit Schwerpunkt auf Sci-Fi- und Fantasy-Formate wie The Witcher und Wednesday.
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