Vor dem Abschied: Was King über Euphoria und einen verstorbenen Kollegen sagt
Euphoria endet, und ein Kollege fehlt schon lange. Michael Patrick King spricht erstmals offen über Robert Michael Morris, der 2017 an Krebs starb. Für Fans der letzten Staffel bekommt der Abschied damit eine zusätzliche, persönliche Dimension.
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King und der Abschied von Morris
Den Auftakt des Events bildete ein Gespräch zwischen The-Comeback-Schöpfer Michael Patrick King und Moderator Chris Gardner über die dritte und letzte Staffel der Serie. Im Mittelpunkt stand dabei die schmerzhafte Entscheidung, die Produktion ohne Robert Michael Morris fortzusetzen, der in den ersten beiden Staffeln als Valerie Cherishs treuer Assistent Mickey Deane zu sehen war und 2017 verstorben ist.
King erinnerte sich offen an die letzten Monate vor Morris' Tod: 'Wir wussten, dass er krank war. Er hatte Krebs im vierten Stadium, aber wir dachten, wir schaffen das. HBO wusste, dass er krank war, und sie konnten ihn nicht versichern. Sie fragten: Was denkst du? Und ich sagte: Ich glaube, er schafft es.' Morris wurde mit 77 Jahren von Entertainment Weekly als verstorben gemeldet.
King beschrieb, wie Morris trotz seiner Erkrankung eine Zeit lang auf Besserungskurs schien: 'Er wurde weniger und weniger krank, und die Ärzte fragten: Was machen Sie? Die Tumore wachsen nicht. Was machen Sie? Und er war einfach glücklich. Und als er dann starb, waren alle wirklich traurig.' Diese persönliche Geschichte prägt nun die Entstehung der finalen Staffel von The Comeback.
Zendaya glänzt als Komödiantin
Euphoria-Schöpfer Sam Levinson präsentierte beim Event eine Szene aus der dritten Staffel der Serie, in der Hauptfigur Rue, gespielt von Zendaya, aus einem Jeep fliehen muss, der auf einer Grenzmauer feststeckt. Levinson nutzte die Gelegenheit, um Zendayas außergewöhnliche Qualitäten als Darstellerin zu beschreiben.
'Was Zendaya als Schauspielerin so spektakulär macht, ist ihre Körperlichkeit. Ich glaube, das geht auf ihr Disney-Training zurück: Sie kann sich mit so viel Humor bewegen und eine Geschichte erzählen', sagte Levinson. Er beschrieb die Sequenz als Mischung aus Buster-Keaton-Komik und moderner Drogenwelt, die er sich als absurden Einstieg in die neue Staffel vorgestellt hatte.
Levinson betonte auch, wie Zendaya unter Druck zu Höchstleistungen aufläuft: 'Was interessant ist: Wenn man sie ein bisschen herausfordert, wird sie brillant. Man dreht ein paar Einstellungen mehr, und sie erreicht diese Ebenen, die emotional sehr ehrlich, aber auch tief komisch sind. Sie kann die Szene inmitten von Wahnsinn und Chaos verankern.' Sydney Sweeney gehört ebenfalls zum Ensemble der kommenden Staffel.
The Pitt und medizinischer Realismus
The Pitt ist für seine hyperrealistischen Notaufnahme-Szenen bekannt, und ausführender Produzent John Wells erläuterte beim Event die enorme Komplexität solcher Aufnahmen. Eine besonders aufwendige Sequenz, die von einem Podcaster mit der Bankraub-Szene aus dem Film Heat verglichen wurde, nahm allein drei Drehtage in Anspruch.
'Das wurde in Sequenzen gedreht, und es sind alles verschiedene Arten von Problemen', erklärte Wells. Besonders anspruchsvoll sei der Umgang mit einmaligen Requisiten gewesen: 'Den Uterusbeutel, den wir aufschneiden, hatten wir nur viermal. Das ist ein bisschen wie bei einem Autounfall: Man hat nur zwei Versuche.' Diese logistischen Einschränkungen verlangen vom gesamten Team höchste Konzentration bei jedem Take.
Wells' Ausführungen verdeutlichen, dass der Realismus von The Pitt kein Zufallsprodukt ist, sondern das Ergebnis akribischer Vorbereitung. Jede medizinische Sequenz muss so geplant werden, dass knappe Ressourcen und das Timing aller Beteiligten perfekt zusammenpassen.
Wilkinson und emotionale Verantwortung
Jet Wilkinson, Regisseurin bei The Testaments, dem Ableger von The Handmaid's Tale, sprach über eine besondere Herausforderung ihrer Arbeit: die emotionale Führung des Teams bei der Inszenierung traumatischer Szenen. Für Wilkinson ist die Regisseurin nicht nur technische Leiterin, sondern auch emotionale Stütze für Schauspieler und Crew.
'Erschießungen von Frauen aus nächster Nähe, das war schwer', sagte Wilkinson offen über eine der belastendsten Sequenzen der Produktion. Solche Szenen erfordern laut ihr ein hohes Maß an Fürsorge gegenüber allen Beteiligten, bevor, während und nach dem Dreh.
Wilkinsons Perspektive unterstreicht, dass Serienregie weit über handwerkliches Können hinausgeht. Wer verstörende Inhalte glaubwürdig inszeniert, trägt auch Verantwortung für das Wohlbefinden der Menschen, die diese Szenen verkörpern und begleiten.
Szymanski dreht ohne Wissen des Stars
Jake Szymanski, Regisseur von Jury Duty Presents: Company Retreat, schilderte eine Produktionssituation, die in der Seriengeschichte ihresgleichen sucht: Der Hauptdarsteller Anthony Norman wusste während der gesamten Dreharbeiten nicht, dass er an einer Fernsehserie mitwirkte.
Diese Prämisse, die an das Format des Originals Jury Duty anknüpft, stellt den Regisseur vor völlig neuartige Herausforderungen. Szymanski musste nicht nur eine Geschichte erzählen, sondern gleichzeitig sicherstellen, dass Norman in keinem Moment Verdacht schöpfte, während die Kameras liefen.
Die Situation erfordert laut Szymanski ein Höchstmaß an Improvisation und Flexibilität, da jede Reaktion des unwissenden Hauptdarstellers das Drehbuch in eine unvorhergesehene Richtung lenken kann. Das Ergebnis ist eine Serie, die die Grenze zwischen Realität und Fiktion bewusst verschwimmen lässt.
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Artikel geschrieben von:

Mia Braun ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf moderne Streaming-Serien und detaillierte Episodenanalysen.
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