Darum überrascht Stranger Things die Emmy-Jury

Abschiedsstaffeln werden selten belohnt, doch Stranger Things trotzt diesem Muster. David Harbour kämpft in zwei Kategorien: als Darsteller und als Produzent der Finalserie. Gewinnt er nur eine, wäre das bereits eine Überraschung für die Jury.
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Harbour und Bateman als Doppel-Kandidaten
David Harbour und Jason Bateman zählen zu den interessantesten Fällen dieser Emmy-Saison, denn beide sind gleich in zwei Rollen im Gespräch. Als ausführende Produzenten ihrer jeweiligen Projekte könnten sie bereits in der Kategorie Beste Drama-Serie punkten, bevor ihre schauspielerischen Leistungen überhaupt bewertet werden.
Harbour kämpft mit der finalen Staffel von Stranger Things um eine Schauspiel-Nominierung, während Bateman auf Anerkennung für die Miniserie Black Rabbit hofft. Sollten beide in je zwei Kategorien nominiert werden, wäre das ein seltenes Kunststück in der Emmy-Geschichte.
Prognose-Experte Clayton Davis verfolgt die Entwicklungen wöchentlich und aktualisiert seine Einschätzungen jeden Donnerstag. Die Doppel-Kandidatur beider Männer gilt derzeit als realistisches Szenario.
Jury Duty begeistert mit 19 Einreichungen
Amazon Prime Video setzt beim Emmy-Rennen stark auf die Komödie Jury Duty: Company Retreat und reicht gleich 19 Schauspieler in den Kategorien Nebenrolle und Gastauftritt ein. Das ist eine außergewöhnlich breite Kampagne, die zeigt, wie viel Vertrauen der Streamingdienst in das Ensemble-Format setzt.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der siebten Episode mit dem Titel Mergers and Acquisitions, die als zentrale Einreichung für Regisseur Jake Szymanski vorgesehen ist. Szymanski selbst beschreibt die Entstehung der Folge als extreme Herausforderung: 'Es war äußerst schwierig, diese Welt über Monate aufzubauen und die Teile in Echtzeit zusammenzusetzen, aber extrem lohnend. Ich habe so etwas noch nie erlebt.'
Die Episode soll laut Szymanski die echte Emotion und Menschlichkeit zeigen, die Hauptfigur Anthony nur dank der brillanten Arbeit des gesamten Teams entfalten konnte. Ob die Akademie das honoriert, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
Moss kehrt als Gastkandidatin zurück
Elisabeth Moss hat erfolgreich beantragt, in der Kategorie Beste Gastdarstellerin Drama für die Hulu-Serie The Testaments antreten zu dürfen. Die Serie ist das Spin-off von The Handmaid's Tale, für das Moss 2017 bereits den Emmy als Beste Hauptdarstellerin gewann.
Dass Moss bewusst in der Gastkategorie antritt, statt erneut als Hauptdarstellerin zu kandidieren, ist eine strategisch kluge Entscheidung. Die Konkurrenz in der Gastkategorie ist zwar stark, aber weniger dicht als im Hauptfeld.
Ihr Auftritt in The Testaments gilt als emotional aufgeladen und könnte die Akademie an ihre preisgekrönte Arbeit in der Ursprungsserie erinnern.
Beef-Staffel 2 mit Star-Ensemble
Die zweite Ausgabe der Netflix-Anthologieserie Beef ist mit großem Lob aufgenommen worden und gilt bereits als einer der stärksten Emmy-Anwärter der Saison. Besonders die Schauspielleistungen stehen im Mittelpunkt der Diskussion.
Für Nominierungen im Gespräch sind Oscar Isaac, Carey Mulligan, Charles Melton, Cailee Spaeny und Yuh-jung Youn. Das ist ein außergewöhnlich tiefes Ensemble, das die Akademie in mehrere Kategorien zwingen könnte.
Die erste Staffel von Beef hatte bereits zahlreiche Emmy-Nominierungen eingeheimst. Ob die zweite Ausgabe daran anknüpfen kann, hängt auch davon ab, wie stark die Konkurrenz durch andere große Produktionen ausfällt.
Half Man und weitere Überraschungskandidaten
Richard Gadds neues Werk Half Man feiert in dieser Woche seinen Zuschauer-Start und sorgt für gemischte, aber überwiegend positive Kritiken. Auf der Bewertungsplattform Rotten Tomatoes hält die sechsteilige britische Dramaserie bei 73 Prozent auf Basis von 37 Besprechungen.
Das Werk des Baby-Reindeer-Schöpfers gilt trotz seiner Schwere als potenzieller Schauspiel-Favorit. Die Serie zeigt viel Gewalt und ist emotional fordernd, doch das Finale soll eine der erschütterndsten Szenen der jüngeren Fernsehgeschichte enthalten.
Ebenfalls im Rennen ist die britische Komödie Bait mit Riz Ahmed, die Amazon Prime Video in der Kategorie Beste Miniserie platzieren möchte. Gleichzeitig wurde bestätigt, dass Starz' kommendes Projekt Amadeus nicht im Primetime-Rennen antritt, sondern stattdessen für die Internationalen Emmys eingereicht wird.
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Artikel geschrieben von:

Emma Mueller ist Serienredakteurin mit klarem Fokus auf spannungsgetriebene Formate wie Action, Drama und Mystery.
Alle Artikel von EmmaEmma hat einen weiteren Artikel zur selben Serie verfasst.