Darum ist Homelanders Jesus-Phase seine finale Form

In Staffel 5 von The Boys auf Prime Video entwickelt sich Homelander zur wohl gefährlichsten Version seiner selbst: ein selbsternannter Gott mit messianischem Anspruch. Showrunner Eric Kripke erklärt, wie diese Entwicklung geplant war, und warum die Realität die Satire längst eingeholt hat.
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Homelanders Endform: Ein neuer Gott
Seit Staffeln schleicht sich Antony Starr als Homelander immer tiefer in den Wahnsinn. In Staffel 5 von The Boys erreicht diese Entwicklung ihren vorläufigen Höhepunkt: Homelander inszeniert sich als göttliche Figur, als Messias für seine Anhänger. Für Showrunner Eric Kripke ist das keine Übertreibung, sondern die logische Konsequenz einer langen Charakterentwicklung.
In einer Vision erscheint Madelyn Stillwell, gespielt von Elisabeth Shue, und flüstert Homelander die entscheidenden Worte ein: 'Du wirst aufsteigen, unsterblich werden, göttlich, ein wahrer Gott mit der Liebe der Welt. Ich weiß, du denkst, Liebe sei schwach, aber wer wird mehr geliebt als Jesus? Und warum sollte er mehr Liebe verdienen als du? Du rettest mehr Menschen als er.' Diese Szene markiert den Wendepunkt in Homelanders Selbstbild.
Kripke beschreibt diese Entwicklung als den sogenannten 'finalen Zustand' der Figur: Nach Jahren des langsamen Verlustes jeglicher Kontrolle über sich selbst findet Homelander nun eine neue, gefährliche Identität: die eines Erlösers, dem niemand Einhalt gebieten kann.
Zwei Jahre Planung vor der Wahl
Was viele Zuschauer als direkte Reaktion auf aktuelle politische Ereignisse deuten mögen, wurde laut Eric Kripke bereits vor zwei Jahren konzipiert: noch vor der US-Präsidentschaftswahl. 'Wir haben diese Episode vor zwei Jahren geschrieben, noch vor der Wahl. Es entstand aus Gesprächen darüber, wohin Homelander sich bewegt und was seine Art finale Form sein würde, während er über die Staffeln hinweg langsam den Verstand verliert', so Kripke.
Die Parallelen zur realen Welt sind dennoch unübersehbar: Donald Trump veröffentlichte tatsächlich ein KI-generiertes Bild von sich selbst als Jesus auf seinen sozialen Kanälen. Für die Macher von The Boys ist das ein bizarres Déjà-vu, das zeigt, wie nah Fiktion und Wirklichkeit inzwischen beieinanderliegen.
Kripke betont, dass die Serie stets als Satire gedacht war, doch die Realität überholt das Drehbuch in einem atemberaubenden Tempo, das selbst erfahrene Autoren an ihre Grenzen bringt.
Kripkes Frust über die Realität
Eric Kripke macht aus seiner Erschöpfung keinen Hehl: 'Meine Sorge war, dass alle denken würden, Homelander sei zu weit gegangen und es sei zur Karikatur geworden. Das war meine echte Sorge. Aber die Welt übertrifft uns immer wieder an Verrücktheit.' Der Showrunner richtet sich mit einem humorvollen, aber ernsten Appell an die politische Wirklichkeit.
'Ich wünschte mir einfach, die Trump-Regierung würde aufhören, die Serie für uns zu vermarkten', so Kripke weiter. Es sei ehrlich gesagt erschöpfend. Die Satire kämpft darum, absurder zu sein als die Realität, und verliert diesen Wettlauf zunehmend.
Für Karl Urban, Jack Quaid, Erin Moriarty, Laz Alonso und Chace Crawford bedeutet das: Die Welt, in der ihre Figuren kämpfen, wirkt mit jedem Nachrichtenzyklus weniger fiktiv. Das verleiht der Serie eine zusätzliche Dringlichkeit, die Kripke und sein Team so nicht geplant hatten.
A-Trains Tod schockt Fans
Neben Homelanders Aufstieg zur Gottheit sorgte die finale Staffel gleich zu Beginn für einen weiteren Schock: A-Train, gespielt von Jessie T. Usher, wurde bereits in der Auftaktepisode von Homelander kurzerhand durch einen Genickbruch getötet. Eine der langjährigen Hauptfiguren der Serie ist damit Geschichte.
Kripke erklärt, warum dieser Tod so wichtig für die letzte Staffel ist: 'Es war wirklich belebend zu wissen, dass wir niemanden am Leben halten müssen. Oft kann man in Charakterkonflikten nur so weit gehen, weil man die Figuren letztlich weiter interagieren lassen muss. Das mussten wir diese Staffel nicht mehr: man konnte die Charaktere einfach explodieren lassen, im übertragenen und im wörtlichen Sinne. Das hat wirklich Spaß gemacht.'
Dieser Ansatz signalisiert, dass in den verbleibenden fünf Episoden der Staffel keine Figur mehr sicher ist. Nach drei ausgestrahlten Folgen steht das Finale unmittelbar bevor, und die Spannung könnte kaum größer sein.
Fünf Folgen bis zum Serienfinale
The Boys Staffel 5 ist die letzte der Serie auf Prime Video. Drei Episoden wurden bereits veröffentlicht, fünf weitere stehen noch aus. Die Zeit für Auflösungen, Konfrontationen und Abschiede wird knapp, und die Messlatte liegt nach dem bisherigen Verlauf der Staffel außerordentlich hoch.
Antony Starr als Homelander, Karl Urban als Billy Butcher (Karl Urban), Jack Quaid als Hughie, Erin Moriarty als Annie (Erin Moriarty), Laz Alonso als Mother's Milk und Chace Crawford als The Deep steuern auf ein Finale zu, das die gesamte Mythologie der Serie auf den Prüfstand stellt. Wer überlebt, wer scheitert: das bleibt bis zuletzt offen.
Eric Kripke und sein Team haben versprochen, keine Kompromisse einzugehen. Angesichts von A-Trains frühem Tod und Homelanders messianischem Wahn darf man gespannt sein, was die finale Auseinandersetzung zwischen Mensch und Übermensch noch bereithält.
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Artikel geschrieben von:

Lea Zimmermann analysiert aktuelle Serien mit besonderem Blick für Atmosphäre, Figurenentwicklung und Erzählstruktur.
Alle Artikel von LeaLea hat 3 weitere Artikel zur selben Serie verfasst.