Warum das Wiedersehen von June und Agnes in The Testaments so lange auf sich warten lässt

Das Serienfinale steht bereits fest, obwohl Staffel 1 gerade erst begonnen hat. Showrunner Bruce Miller hat den Endpunkt von The Testaments klar definiert: June und Agnes kommen zusammen. Dass ein Showrunner so früh und so konkret über sein Finale spricht, ist ungewöhnlich.
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Das Wiedersehen ist das Serienfinale
Bruce Miller hat gegenüber The Hollywood Reporter unmissverständlich klargestellt, wohin die Reise führt: June und Hannah, die in Gilead den Namen Agnes (Chase Infiniti) trägt, werden am Ende von The Testaments aufeinandertreffen. Das ist kein vages Versprechen, sondern ein konkreter Erzählplan, den Miller bereits ausgearbeitet hat.
Miller rechnet mit drei bis vier Staffeln, bis dieses Ziel erreicht ist. Wie er es formulierte: 'Ich plane, June und Hannah/Agnes am Ende zusammenzubringen. Wenn ich darüber nachdenke, habe ich ein Gefühl von drei oder vier Staffeln.' Wie schnell das Wiedersehen tatsächlich eintrifft, hängt laut Miller davon ab, wie viel Geschichte es zu erzählen gibt.
Die erste Staffel von The Testaments endete mit einem entscheidenden Moment: Agnes erfährt, dass June ihre leibliche Mutter ist. Damit ist die Grundlage für alles Weitere gelegt. Die zweite Staffel kann nun direkter auf das Wiedersehen hinarbeiten, ohne den Umweg über Agnès Unwissenheit nehmen zu müssen.
Wie weit zurück liegt ihr letzter Kontakt
Das letzte direkte Aufeinandertreffen von June und Agnes liegt weit zurück. In der vierten Staffel von The Handmaid's Tale saß Agnes in einem Glaskäfig und wurde als Strafe für Junes Fluchtversuch gequält. Seitdem haben die beiden keine echte Verbindung mehr gehabt.
Agnes war noch sehr jung, als Gilead sie von ihrer Mutter trennte. Deshalb hat sie keine klare Erinnerung an June. Für die Handlung von The Testaments bedeutet das, dass das Wiedersehen nicht nur emotional, sondern auch identitär aufgeladen sein wird: Agnes muss verstehen, wer diese Frau für sie ist.
Die sechste und letzte Staffel von The Handmaid's Tale zeigte June als Befreierin von Boston, Massachusetts. Am Ende entschied sie sich, ihre Geschichte aufzuzeichnen, damit andere von ihr lernen können. In Gilead hingegen wird June in der Schule, die Agnes besucht, als Terroristin dargestellt. Dieser Widerspruch zwischen Heldin und Feindbild wird die Beziehung der beiden prägen.
Agnes zwischen Lydia, Daisy und Wahrheit
Agnes, gespielt von Chase Infiniti, steht in The Testaments zwischen mehreren Kräften. Auf der einen Seite ist da Tante Lydia, verkörpert von Ann Dowd, die in Agnes eine kluge junge Frau sieht, die echten Wandel in Gilead anstoßen kann. Auf der anderen Seite arbeitet Daisy (Lucy Halliday) als Spionin für June und versucht, unter den Mädchen der Schule einen größeren Widerstand aufzubauen.
Agnes muss nun mit dem Wissen umgehen, dass ihre Mutter nicht die Terroristin ist, als die sie ihr präsentiert wurde. Das verändert ihre Position in diesem Geflecht aus Loyalitäten grundlegend. Wie sie mit dieser Erkenntnis umgeht, wird die zweite Staffel antreiben.
Margaret Atwoods Romanvorlage gibt der Serie einen literarischen Rahmen, doch Miller verfolgt eine eigenständige Geschichte, die über das Buch hinausgeht. Das schafft Spielraum für Entwicklungen, die Lesende der Vorlage nicht vorhersehen können.
Millers Vision und die Plattform-Frage
Miller zeigte sich optimistisch, was die Zukunft der Serie betrifft. 'Solange Disney und alle anderen bereit sind, die Serie zu produzieren, bin ich begeistert', sagte er. 'Es ist genau das, was ich machen möchte. Es ist schön und bedeutsam.' Die Nennung mehrerer Partner deutet auf ein breites Produktionsnetzwerk hin.
In Deutschland ist The Testaments bei Disney+ verfügbar. Ob die Serie tatsächlich drei oder vier Staffeln erhält, hängt von weiteren Entscheidungen der beteiligten Parteien ab. Miller betonte jedoch, dass er den Unterschied zwischen diesen beiden Szenarien nicht als unüberwindbar betrachtet.
Wichtig ist ihm vor allem, dass die Serie nicht auf der Stelle tritt. Gilead als Erzählwelt bietet nach seiner Einschätzung genug Material, um die Geschichte ohne künstliche Streckung zu füllen.
Was Staffel zwei bringen muss
Mit dem Wissen um ihre Herkunft tritt Agnes in Staffel zwei in eine neue Phase ein. Die Geschichte kann nun direkter auf das Wiedersehen mit June zusteuern, während gleichzeitig Daisys Widerstandsnetzwerk und Tante Lydias eigene Agenda weiterentwickelt werden.
Die Spannung zwischen dem, was Agnes über June gelernt hat, und dem, was sie in der Schule beigebracht bekam, ist der Kern, den die Serie ausschöpfen muss. Dieses Aufeinanderprallen zweier Wahrheiten über dieselbe Frau ist das dramatische Herzstück der kommenden Staffeln.
Ein konkreter Starttermin für Staffel zwei steht noch aus. Millers klarer Plan gibt der Serie jedoch eine Richtung, die sowohl Fans von The Handmaid's Tale als auch neue Zuschauer durch mehrere Staffeln tragen kann.
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Artikel geschrieben von:

Mia Braun ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf moderne Streaming-Serien und detaillierte Episodenanalysen.
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