Elizabeth Moss kehrt für The Testaments zurück – und gewinnt
Frühere Emmy-Siege für dieselbe Figur — und trotzdem wieder startberechtigt. Die Akademie stuft 'The Testaments' als separate Serie ein, was Moss trotz ihrer Gewinne für June Osborne in 'The Handmaid's Tale' qualifiziert. Ein Präzedenzfall, der die Emmy-Regeln neu ausleuchtet.
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Akademie genehmigt Antrag für Gastkategorie
Die Fernsehakademie hat entschieden: 'The Testaments' gilt als eigenständige Serie und nicht als Fortsetzung von 'The Handmaid's Tale'. Diese Einordnung ist entscheidend, denn laut den Regeln der Akademie sind Darstellerinnen und Darsteller von der Gastkategorie ausgeschlossen, wenn sie für dieselbe Figur in derselben Serie bereits in der Haupt- oder Nebendarstellerkategorie nominiert wurden oder gewonnen haben.
Da 'The Testaments' nun offiziell als separate Produktion anerkannt wird, greift diese Einschränkung für Moss nicht. Ihr Team und Hulu wurden kürzlich über die positive Entscheidung informiert, nachdem sie einen formellen Antrag gestellt hatten.
Als Einreichung für die Emmy-Bewertung wurde die Episode 103 mit dem Titel 'Daisy (Lucy Halliday)' ausgewählt. Diese Folge, die am 8. April 2026 ihre Premiere feierte, wurde von Bayan Wolcott geschrieben und von Mike Barker inszeniert.
June Osborne kehrt in drei Folgen zurück
Elisabeth Moss erscheint in insgesamt drei der zehn Folgen der ersten Staffel von 'The Testaments'. Diese Anzahl hält sie bewusst unterhalb der 50-Prozent-Schwelle, die für die Qualifikation als Gastdarstellerin maßgeblich ist – wer in mehr als der Hälfte der Episoden einer Staffel auftritt, gilt nicht mehr als Gast.
Die Folge 'Daisy' begleitet eine schicksalhafte Schulausfahrt, die bei der Figur Daisy Erinnerungen an Toronto weckt und Fragmente ihrer Vergangenheit sowie einer von Gewalt zerrissenen Welt ans Licht bringt. June Osborne spielt in dieser Handlung eine pivotale Rolle.
Moss prägte die Figur der June Osborne über sechs Staffeln von 'The Handmaid's Tale' und gewann für diese Rolle mehrfach den Emmy. Ihre Rückkehr in 'The Testaments' ist damit nicht nur erzählerisch, sondern auch für die Awards-Saison von erheblicher Bedeutung.
'The Testaments': Worum geht es?
'The Testaments' basiert auf Margaret Atwoods gleichnamigem Roman aus dem Jahr 2019 und spielt in der dystopischen Theokratie Gilead – Jahre nach den Ereignissen von 'The Handmaid's Tale'. Die Serie wurde von Bruce Miller entwickelt und startete bei Hulu mit den ersten drei Folgen.
Im Mittelpunkt stehen zwei Teenager: die gläubige Agnes (Chase Infiniti), gespielt von Chase Infiniti, und Daisy, verkörpert von Lucy Halliday, eine Neuankömmling aus Kanada, deren Anwesenheit lange vergrabene Wahrheiten ans Tageslicht zu bringen beginnt. Die erste Staffel umfasst insgesamt zehn Folgen.
Die Mutterserie 'The Handmaid's Tale' schrieb Geschichte: Bei den Emmys 2017 wurde sie als erste Streaming-Serie überhaupt mit dem Preis für die beste Dramaserie ausgezeichnet. Über sechs Staffeln sammelte sie 77 Nominierungen und 15 Siege.
Bledel als warnendes Beispiel aus der Vergangenheit
Die Entscheidung der Fernsehakademie hat auch deshalb besondere Relevanz, weil ein ähnlicher Fall in der Vergangenheit anders endete: Alexis Bledel zog sich im Vorjahr selbst aus der Emmy-Berücksichtigung für die letzte Staffel von 'The Handmaid's Tale' zurück, nachdem Regeländerungen für die Gastkategorien in Kraft getreten waren.
Bledels Rückzug verdeutlichte, wie komplex die Abgrenzung zwischen Gast- und regulären Darstellerkategorien bei Serien mit wiederkehrenden Figuren sein kann. Der Fall von Moss und 'The Testaments' zeigt nun, dass eine Anerkennung als eigenständige Serie den entscheidenden Unterschied machen kann.
Für die laufende Emmy-Saison bedeutet dies, dass Moss in einem Wettbewerbsfeld antritt, das üblicherweise weniger stark besetzt ist als die Hauptdarstellerkategorien – was ihre Chancen auf eine weitere Auszeichnung erhöhen dürfte.
Emmy-Geschichte und aktuelle Staffel
'The Handmaid's Tale' gehört zu den meistausgezeichneten Serien der Streaming-Ära. Mit 77 Emmy-Nominierungen und 15 Siegen über sechs Staffeln hinweg hat die Produktion Maßstäbe gesetzt – und Moss war dabei stets die zentrale Figur.
Mit 'The Testaments' beginnt nun ein neues Kapitel, das sowohl erzählerisch als auch im Awards-Kontext an die Erfolge der Vorgängerserie anknüpfen will. Die Genehmigung der Fernsehakademie gibt Moss und dem gesamten Produktionsteam um Bruce Miller und Hulu Rückenwind für die bevorstehende Emmy-Kampagne.
Ob weitere Beteiligte wie Chase Infiniti oder Lucy Halliday ebenfalls für Awards eingereicht werden, ist bislang nicht bekannt. Die vollständige Staffel von 'The Testaments' läuft derzeit bei Hulu.
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Darum ist The Testaments besser als das Original bewertet
Das Sequel übertrifft den Klassiker – trotz dessen Kultstatus. The Testaments erzielt 89 Prozent Kritikerwertung, während The Handmaid's Tale mit 82 Prozent abschloss. Episode 4 erreichte bereits 8,3 von 10 Punkten auf IMDb.
Jetzt bestätigt: The Testaments ist ein globaler Streaming-Hit
Mit The Testaments ist die Fortsetzung von The Handmaid's Tale endlich da – und die Serie schlägt ein wie eine Bombe. Seit dem Serienstart am 8. April 2026 klettert die dystopische Thrillerserie auf Hulu rasant an die Spitze der Streaming-Charts. Kritiker und Zuschauer sind gleichermaßen begeistert, und bereits jetzt wird über eine zweite Staffel diskutiert.
The Testaments: Showrunner plant bis zu fünf Staffeln
Bruce Miller, der Schöpfer von The Handmaid's Tale, hat ehrgeizige Pläne für das Spinoff The Testaments enthüllt. Der Showrunner stellt sich eine Laufzeit von 30 bis 50 Episoden vor, was drei bis fünf Staffeln entsprechen würde. Damit könnte das Spinoff sogar länger laufen als die Originalserie.
Artikel geschrieben von:

Mia Braun ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf moderne Streaming-Serien und detaillierte Episodenanalysen.
Alle Artikel von MiaMia hat einen weiteren Artikel zur selben Serie verfasst.
