Heirat statt Hinrichtung: The Testaments wählt das grausamere Ende

·05.06.2026, 20:46 Uhr·4 Min
Heirat statt Hinrichtung: The Testaments wählt das grausamere Ende
Bild: Hulu · TMDB

Becka wird mit Commander Garth verheiratet, ihre Mutter wird stattdessen ermordet. Das Staffelfinale von The Testaments, inszeniert von Mike Barker, zeigt Agnes gleichzeitig mit der Wahrheit über ihre Mutter June Osborne. Beide Schicksale bilden die Ausgangslage für die bereits bestellte zweite Staffel.

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Ehe statt Tod: Beckas bitteres Ende

Becka (Mattea Conforti) tötet ihren Vater, um ihre beste Freundin Agnes (Chase Infiniti) zu schützen, nachdem Agnes ihr anvertraut hat, dass er sie sexuell missbraucht hat. Die Augen Gileads, die Geheimpolizei, nehmen Becka daraufhin fest. In diesem Moment rechnet die Figur damit, hingerichtet zu werden.

Conforti beschreibt Beckas innere Haltung kurz nach der Verhaftung so: 'Ein Teil von ihr denkt: Das war es. Das ist das Ende.' Doch das Finale der ersten Staffel, unter der Regie von Mike Barker, dreht diese Erwartung um. Beckas Mutter übernimmt die Schuld für ihre Tochter und wird dafür ermordet. Becka selbst wird mit Commander Garth, gespielt von Brad Alexander, verheiratet.

Conforti nennt dieses Ergebnis das schlimmste vorstellbare Szenario für ihre Figur: 'Becka ist verheiratet und lebendig einsamer, als sie es wäre, wenn sie bestraft worden wäre.' Die Ironie Gileads zeigt sich darin, dass Frauen die Konsequenzen für die Taten von Männern tragen, während der eigentliche Auslöser, Beckas Vater, bereits tot ist.

Der Kuss: Liebe ohne Worte

Unmittelbar vor der Hochzeit teilen Becka und Agnes einen Kuss. Die Szene ist der emotionale Höhepunkt der ersten Staffel und bringt Beckas lange unterdrückte Gefühle für ihre beste Freundin an die Oberfläche. Showrunner Bruce Miller lobte beide Darstellerinnen ausdrücklich dafür, diesen Moment richtig getroffen zu haben.

Conforti erklärt ihre Interpretation: Becka initiiert den Kuss, weil sie in Gilead keine andere Sprache für ihre Gefühle hat. 'Sie sagt damit: Ich liebe dich. Wir leben in einer Welt, in der wir unsere Gefühle nicht offen aussprechen können, aber vielleicht kann ich es dir zeigen.' Agnes erwidert den Kuss als Zeichen von Unterstützung und Zuneigung.

Das Zurückziehen am Ende der Szene deutet Conforti als Beckas stilles Dankeschön und zugleich als Abschied: Ihr Leben als Ehefrau beginnt, die gemeinsame Zeit mit Agnes gehört der Vergangenheit an. Für die Umsetzung probierten die Darstellerinnen verschiedene Varianten aus, um sicherzustellen, dass die Sedativa, die Becka verabreicht wurden, die Szene erst danach sichtbar beeinflussen.

Agnes, Lydia und eine große Enthüllung

Während Becka den Schleier anlegt, kehrt Agnes, gespielt von Chase Infiniti, zur Ausbildungsschule von Tante Lydia, dargestellt von Ann Dowd, zurück. Agnes wurde für die Ehe abgelehnt, trägt aber eine brisante Information mit sich: Ihre leibliche Mutter ist June Osborne, die Figur von Elisabeth Moss.

Dieses Wissen wird Agnes in der bereits bestätigten zweiten Staffel begleiten. Die Autorinnen und Autoren arbeiten derzeit an den neuen Folgen, ein konkreter Starttermin steht noch aus. Für Becka bedeutet die Heirat mit Garth unterdessen eine völlig veränderte Ausgangslage, die Conforti mit Spannung erwartet.

Conforti hofft auf Rebellion in Staffel zwei

Conforti äußert sich offen über ihre Wünsche für die Fortsetzung. Sie hofft, dass Becka und Garth Gespräche über Mayday führen, die Widerstandsbewegung innerhalb Gileads, und dass ihre Figur sich aktiv an der Rebellion beteiligen könnte. Besonders am Herzen liegt ihr, dass Becka trotz ihrer neuen Rolle als Ehefrau den Kontakt zu Agnes aufrechterhalten kann.

Auch eine Wiederholung des Moments aus Episode fünf, in dem Becka offen über ihre Identität und ihre Gefühle spricht, wünscht sich die Schauspielerin. Als Gesprächspartnerin könnte erneut Daisy (Lucy Halliday), gespielt von Lucy Halliday, in Frage kommen. Ob Becka zudem früh erfährt, dass Agnes in Wirklichkeit Hannah ist und June Osborne ihre Mutter, bleibt offen.

Produktion und Ausblick auf Staffel zwei

Die erste Staffel von The Testaments ist vollständig abrufbar, in Deutschland über Disney+. Hinter der Serie steht Schöpfer Bruce Miller, der bereits mit The Handmaid's Tale Maßstäbe gesetzt hat. Die zweite Staffel wurde bereits vor dem Finale bestätigt, die Autorinnen und Autoren befinden sich aktuell in der Entwicklungsphase.

Conforti selbst wartet ungeduldig auf den Startschuss für die Dreharbeiten: 'Ich will sofort wieder einsteigen. Wenn ich die Serie sehe, denke ich: Wir müssen loslegen.' Einen genauen Zeitplan für die Produktion kennt sie nach eigenen Angaben noch nicht.

Regisseur Mike Barker, der das Finale inszenierte, und das gesamte kreative Team haben mit der ersten Staffel eine Serie geschaffen, die nahtlos an das Universum der Vorlage anknüpft. Wie sich die Dynamik zwischen Becka, Agnes und den neuen Figuren in Staffel zwei entwickelt, bleibt eine der zentralen Fragen.

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Quelle: HuluZuletzt aktualisiert: 05.06.2026, 20:46 Uhr

Artikel geschrieben von:

Nina Wolf
Autor
Nina Wolf
Science FictionFantasy-SerienMystery

Nina Wolf ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Formate und langjähriger Streaming-Erfahrung.

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