Warum das The Testaments-Finale für Mattea Conforti ein besonderer Drehtag war

Becka trifft die Frau, die sie erschaffen hat. In Episode 10 von The Testaments steht Mattea Conforti plötzlich neben Margaret Atwood, die als Gefängnisaufseherin auftritt. Für Conforti war es der Drehtag, der alles andere in den Schatten stellt.
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Atwoods Auftritt in Episode 10
Im Staffelfinale von The Testaments, Episode 10 mit dem Titel 'Secateurs', betritt Margaret Atwood kurz den Bildschirm. Sie spielt eine Gefängnisaufseherin, die Aunt (Ann Dowd)-vidala-the-testaments) (Mabel Li) Lydia Zugang zu Beckas Zelle gewährt. Becka (Mattea Conforti) wurde inhaftiert, nachdem sie ihren Vater getötet hatte. Atwoods Figur wendet sich an Lydia mit den Worten: 'Don't agitate her', auf Deutsch sinngemäß: Reg sie nicht auf.
Die Romanautorin, die sowohl The Handmaid's Tale als auch die Fortsetzung The Testaments geschrieben hat, erscheint mit weißem Haar, ganz in Schwarz gekleidet und mit Handschuhen. Der Auftritt ist kurz, aber prägnant. Wer genau hinschaut, erkennt die Frau, deren Bücher die Grundlage für beide Hulu-Serien bilden.
Für die Darstellerin Mattea Conforti, die Becka spielt, war der Drehtag besonders intensiv. Sie musste in einer Gefängnisszene psychisch aufgewühlt agieren und nutzte die Gelegenheit, um Atwood direkt zu fragen, was Becka in diesem Moment durchmacht und was die Autorin sich für diese Figur vorgestellt hatte.
Conforti: 'Sie war beängstigend'
Mattea Conforti beschrieb die Erfahrung gegenüber Medien als außergewöhnlich. 'Es war eine unglaubliche Erfahrung, mit der Frau zu arbeiten, die uns den Raum gegeben hat, diese Serie zu erschaffen', sagte Conforti. Die junge Schauspielerin betonte, wie wichtig ihr der direkte Austausch mit Atwood über die Figur Becka war.
Im Charakter sei Atwood 'so stark und beängstigend' gewesen, so Conforti. Zwischen den Aufnahmen jedoch habe sich die Autorin von einer ganz anderen Seite gezeigt: 'Sie war so lieb.' Dieses Wechselspiel aus Strenge vor der Kamera und Herzlichkeit dahinter hinterließ bei Conforti offensichtlich bleibenden Eindruck.
Solche Momente, in denen Schöpfer und Darsteller aufeinandertreffen, sind selten. Dass Atwood aktiv am Set präsent war und nicht nur als Namensgeberin im Hintergrund blieb, zeigt, wie eng die Verbindung zwischen Buch und Serie auch nach Jahren noch ist.
Schon der zweite Gilead-Auftritt
Episode 10 markiert Atwoods zweiten Auftritt im Gilead-Universum. Bereits in der Pilotfolge von The Handmaid's Tale war sie zu sehen, damals ebenfalls als Tante, die Elisabeth Moss' Figur June im Roten Zentrum schlug. Showrunner Bruce Miller fasste es knapp zusammen: 'Sie haut Lizzie auf den Hinterkopf.'
Dass Atwood beide Male in Rollen auftritt, die körperliche oder verbale Autorität ausüben, ist kaum zufällig. Ihre Figuren verkörpern das System, das sie selbst literarisch erschaffen hat. Der Cameo funktioniert damit auf zwei Ebenen gleichzeitig: als Meta-Kommentar und als echte Szene.
Zwischen beiden Auftritten liegen mehrere Jahre Seriengeschichte. Dass Atwood auch bei The Testaments wieder dabei ist, unterstreicht ihr anhaltendes Engagement für das Projekt.
Miller über Atwood am Set
Showrunner Bruce Miller schilderte Atwoods Besuch in den Torontoer Studios als Ereignis für die gesamte Besetzung. 'Die Frauen im Cast, die als große Margaret-Atwood-Fans aufgewachsen sind, standen an dem Tag, an dem sie kam, in Flammen. Sie vibrierten regelrecht', erinnerte er sich.
Atwood beobachtete die Dreharbeiten an mehreren Tagen, bevor sie ihre eigene Szene drehte. Das Team sorgte dafür, dass sie ein passendes Kostüm bekam. Miller beschrieb die Atmosphäre so: 'Sie hat so viel Spaß, wie man sich Margaret Atwood beim Spaßhaben vorstellen kann. Sie tut so, als wäre sie gemein, aber es ist einfach wunderbar.'
Diese Aussage gibt einen seltenen Einblick in die Stimmung hinter den Kulissen. Atwood, deren Werk Gilead als totalitäres Albtraum-System zeichnet, bringt am Set offenbar eine Leichtigkeit mit, die dem Ernst ihrer Bücher auf den ersten Blick widerspricht.
Was der Cameo für Staffel 2 bedeutet
Ob Atwood auch in einer möglichen zweiten Staffel von The Testaments wieder vor der Kamera stehen wird, ist bislang nicht bekannt. Ihre Auftritte in beiden Serien haben jedoch eine Tradition begründet, die Fans und Crew gleichermaßen schätzen.
The Testaments ist bei Disney+ in Deutschland abrufbar. Die erste Staffel umfasst zehn Episoden, das Finale trägt den Titel 'Secateurs'. Ob eine zweite Staffel in Auftrag gegeben wird, steht noch aus.
Atwoods kurze Szene ist jedenfalls mehr als ein Gastauftritt aus Nostalgie. Sie verbindet die literarische Quelle mit ihrer Serienadaption auf eine Weise, die über bloße Symbolik hinausgeht: Die Frau, die Gilead erfunden hat, hält buchstäblich die Schlüssel in der Hand.
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Artikel geschrieben von:

Lena Bergmann ist Serienredakteurin mit Schwerpunkt auf Sci-Fi- und Fantasy-Formate wie The Witcher und Wednesday.
Alle Artikel von LenaLena hat 3 weitere Artikel zur selben Serie verfasst.