Euphoria Staffel 3 ist draußen, doch das Finale hinterlässt vor allem Wut

Coca-Cola hat im Euphoria-Finale mehr Screentime als Jules. Hunter Schafer, seit Staffel 1 eine der tragenden Figuren der HBO-Serie, ist auf eine stumme Kurzszene reduziert worden. Dass ausgerechnet die letzte Folge der Serie so offen auf Werbung setzt, macht die Sache für viele noch bitterer.
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Fans fühlen sich wie im Werbeblock
Das Finale der dritten Euphoria-Staffel hat eine Debatte losgetreten, die weit über den Inhalt der Folge hinausgeht. Auf Reddit schrieb ein Nutzer im Euphoria-Forum: 'Jules (Hunter Schafer) hatte weniger Screentime als die Coca-Cola-Produktplatzierung.' Ein anderer antwortete darauf: 'Ja! Was war das für ein Mist! Wie oft haben wir diese verdammten Coke-Flaschen gesehen?' Solche Reaktionen häuften sich auf mehreren Plattformen gleichzeitig.
Besonders pikant: Die Kritik richtet sich nicht nur gegen die Häufigkeit der Einblendungen, sondern auch gegen den Zeitpunkt. Viele Zuschauer fanden es seltsam, dass die Serie ausgerechnet in ihrer letzten Folge so offensichtlich auf Werbung setzt. 'Ich hatte das Gefühl, eine einstündige Werbung zu schauen', fasste ein weiterer Nutzer zusammen.
Die Empörung verbreitete sich schnell über Reddit hinaus. Auf X, Instagram und TikTok kursierten Videos und Kommentare, die die auffälligsten Momente zusammenschnitten und kommentierten.
Jules tritt kaum in Erscheinung
Neben der Werbediskussion befeuert ein weiterer Aspekt den Frust der Fans: Jules, gespielt von Hunter Schafer und seit der ersten Staffel eine der zentralen Figuren der Serie, taucht im Finale nur in einer einzigen, wortlosen Szene auf. Kein Dialog, keine Handlung, kein Abschluss für die Figur.
Dass eine so bedeutende Rolle derart kurz abgehandelt wird, während Coca-Cola-Flaschen gleich mehrfach prominent ins Bild gerückt werden, empfanden viele Fans als Affront. Der Vergleich zwischen Jules' Screentime und der des Softgetränks traf einen Nerv und wurde zum meistgeteilten Kritikpunkt.
Hunter Schafer gehört seit dem Start der Serie zum Kern-Cast und war in zahlreichen entscheidenden Storylines präsent. Ihr fast vollständiges Fehlen im Serienfinale bleibt damit einer der meistdiskutierten Punkte rund um das Ende von Euphoria.
Alamo und Rue: Die auffälligste Szene
Der wohl deutlichste Moment findet sich in einer Szene, in der Stripclub-Besitzer Alamo, gespielt von Adewale Akinnuoye-Agbaje, zwei Coca-Cola-Flaschen einschenkt. Er hält beide gleichzeitig in die Kamera, die Etiketten gut sichtbar, und reicht Rue, gespielt von Zendaya, ein Glas. Die Szene spielt sich ab, nachdem Rue brutal aus dem Haus von Laurie (Martha Kelly) entkommen ist.
Alamo bietet Rue dabei verschreibungspflichtige Schmerzmittel an, die sie mit dem Softgetränk hinunterspülen soll. Die Inszenierung wirkt laut Zuschauern weniger wie ein dramatischer Moment und mehr wie ein Werbespot: zwei Flaschen, Etiketten nach vorne, langsamer Einschuss beim Einschenken.
Genau diese Kombination aus emotionalem Kontext und offensichtlicher Markenpräsenz stört viele Fans besonders. In einem so aufgeladenen Moment hätte die Kamera nicht auf Getränkeetiketten verweilen müssen.
Wenn Werbung eine Funktion hat
Nicht jede Coca-Cola-Einblendung im Finale ist rein werblicher Natur. In einer anderen Szene trinkt Mitch, gespielt von Daeg Faerch, eine Flasche Cola in einem Krankenwagen, in dem er gemeinsam mit Big Eddy, gespielt von Kadeem Hardison, Drogen schmuggelt. Er stellt die Flasche in einen Getränkehalter und verlässt kurz das Fahrzeug, um Mitarbeiter von Alamo an einer Schönheitsklinik abzuholen.
Anschließend gibt es eine Nahaufnahme der Flasche. Das hat einen dramaturgischen Grund: Alamos Team tauscht den Krankenwagen unbemerkt aus, und als Mitch zurückkommt, fehlt die Flasche. Für das Publikum ist das ein klares Signal, dass es sich um ein anderes Fahrzeug handelt.
Dieselbe Funktion hätte allerdings jedes beliebige andere Objekt erfüllen können. Die Wahl fiel auf eine Coca-Cola-Flasche, was angesichts der übrigen Szenen im Finale zumindest den Verdacht nährt, dass die Markenpräsenz kein Zufall war.
Produktplatzierung im Serienfinale: ein Risiko
Produktplatzierungen in Serien sind grundsätzlich nichts Ungewöhnliches. Wenn sie jedoch so gehäuft auftreten, dass Zuschauer sie aktiv wahrnehmen und kommentieren, ist die Grenze zur Störung überschritten. Im Fall des Euphoria-Finales war diese Grenze für viele klar überschritten.
Besonders heikel ist die Häufung im letzten Kapitel einer Serie. Zuschauer, die über Jahre mit den Figuren mitgefiebert haben, erwarten emotionale Auflösung, keine Markenintegration. Der Vorwurf, die gesamte Folge wirke wie ein langer Werbespot, spiegelt diesen Erwartungsbruch wider.
Ob Coca-Cola tatsächlich als Hauptsponsor der Folge auftrat oder ob die Platzierungen Teil eines breiteren Deals waren, ist offiziell nicht bestätigt. Die Diskussion darüber hat das Serienfinale von Euphoria aber in jedem Fall nachhaltig geprägt.
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Artikel geschrieben von:

Nina Wolf ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Formate und langjähriger Streaming-Erfahrung.
Alle Artikel von NinaNina hat 3 weitere Artikel zur selben Serie verfasst.