50 Meter groß durch L.A.: Wie Euphoria Cassies Absturz in Bilder fasst

·10.06.2026, 20:46 Uhr·4 Min
50 Meter groß durch L.A.: Wie Euphoria Cassies Absturz in Bilder fasst
Bild: HBO · TMDB

Wer Cassie geliebt hat, wird sie in Staffel 3 kaum wiedererkennen. Die unsichere Teenagerin aus 2019 ist jetzt Ehefrau, Schuldnerin und OnlyFans-Model in einem. Sydney Sweeneys Darstellung macht diesen Verfall so schmerzhaft konkret, dass eine weitere Emmy-Nominierung kaum zu vermeiden scheint.

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Cassie: Vom Teenager zur Erwachsenen

Als Euphoria 2019 startete, hatte Sydney Sweeney noch nie eine Rolle dieser Größenordnung gespielt. Cassie Howard (Sydney Sweeney) wurde zur Paraderrolle, die ihre Karriere definierte. Variety erklärte ihre Darstellung im vergangenen Jahr zu einer der bedeutendsten Fernsehleistungen des Jahrhunderts.

In der dritten und letzten Staffel erlebte Cassie geballte Meilensteine des Erwachsenenlebens: Heirat mit Nate (Jacob Elordi) (Jacob Elordi), der drohende Bankrott des gemeinsamen Haushalts und eine Karriere als OnlyFans-Model, um Nates Schulden zu tilgen. Die Sprünge zwischen den Staffeln zwangen Sweeney jedes Mal, die Lücken in Cassies Leben selbst zu füllen.

Für Sweeney fühlte sich die Rückkehr ans Set wie eine Heimkehr an. Die meisten Crewmitglieder und Schauspieler waren dieselben wie zu Beginn. Zwischen Staffel 2 und 3 gewann sie nach eigener Aussage an Selbstvertrauen, was ihr erlaubte, stärker am kreativen Prozess teilzunehmen.

Die 50-Meter-Frau als Metapher

Eine der auffälligsten Szenen der dritten Staffel zeigt Cassie riesenhaft durch Los Angeles stapfen, Wolkenkratzer überragend, Männer unter sich. Sweeney beschreibt die Sequenz als präzise Metapher: 'Sie wird alles um sich herum zerstören, um berühmt zu werden, selbst wenn sie dabei vollständig zerbricht.'

Cassies Kern sei dabei immer derselbe geblieben: der Wunsch nach Liebe und Bewunderung. Sweeney sieht die Wurzel dieses Musters in Cassies Kindheit. Ein abwesender Vater, Teenager-Beziehungen, in denen sie auf ihren Körper reduziert wurde. Daraus entstand eine Figur, die nicht gelernt hat, was gesunde Zuneigung bedeutet.

Die Ehe mit Nate bewertet Sweeney differenziert. Cassie habe Nate auf ihre Weise geliebt, sei aber so tief in der Beziehung gefangen gewesen, dass sie die Augen vor der Realität verschloss. Gleichzeitig betont Sweeney: Als Freunde hätten die beiden einander wirklich etwas bedeutet.

Rues Tod traf sie unvorbereitet

Die Besetzung erhielt während der Produktion nur die eigenen Szenen, nicht das vollständige Drehbuch. Dass Rue sterben würde, war Sweeney und dem Cast seit Langem bekannt. Wie und wann genau, erfuhr sie erst beim gemeinsamen Screening mit dem Rest des Teams.

Als Zuschauerin, nicht als Darstellerin, erlebte sie diesen Moment. 'Ich habe geweint', sagt sie schlicht. Die Entscheidung, die Hauptcast-Mitglieder im Dunkeln zu lassen, habe einen echten emotionalen Effekt erzeugt, der schwer zu inszenieren gewesen wäre.

Alexa Demie als Maddy (Alexa Demie) spielte in Cassies emotionalem Universum eine besondere Rolle. Die bedingte Versöhnung der beiden Freundinnen im Laufe der Staffel war für Sweeney die authentischste Form von Liebe in Cassies Leben. 'Cassie braucht ihre Maddy und Maddy braucht ihre Cassie', so Sweeney.

Typecasting-Vorwurf: Sweeney widerspricht

Gegen die Rolle der Cassie hatte Sweeney nach eigenen Angaben lange gekämpft, gerade weil das Netz sie mit der Figur gleichsetzte. Dabei verweist sie auf ein breites Spektrum anderer Projekte: 'Reality', 'Christy', 'The Housemaid', 'Eden' und 'Anyone But You' seien Rollen, die mit Cassie kaum etwas gemein hätten.

Ihre Produzentin und Partnerin Kaylee McGregor begleitete sie durch die dritte Staffel. Noch während der Dreharbeiten habe Sweeney zu ihr gesagt, sie müssten mehr Figuren dieser Intensität finden. Nicht Cassie-Kopien, sondern Charaktere, die sie an ihre Grenzen bringen.

Sweeney begann ihre Karriere mit 18 Jahren in der Einzel-Staffel-Serie 'Everything Sucks!' und fragt sich noch heute gelegentlich, was aus jenen Figuren geworden wäre. Derzeit dreht sie auf einem australischen Set die Anime-Adaption 'Gundam'. Eine weitere Emmy-Nominierung für ihre Euphoria-Leistung gilt als möglich.

Sexualisierung auf und neben der Leinwand

Sweeney beschreibt eine Parallele, die sie als beunruhigend empfindet: Auf der Leinwand wird Cassie von ihrem Umfeld sexualisiert und instrumentalisiert. Genau dasselbe passiere ihr, Sydney Sweeney, in der realen Öffentlichkeit, ohne dass viele diesen Widerspruch wahrnähmen.

Gegenüber Variety formuliert sie die Hoffnung, dass die Nachwelt die Debatte anders einordnen wird: 'Vielleicht haben wir das alle sehr falsch verstanden.' Die Clickbait-Logik sozialer Medien verhindere im Jetzt eine nüchterne Betrachtung.

Showrunner Sam Levinson habe stets eine feine Linie zwischen schonungsloser Wahrhaftigkeit und bewusster Grenzüberschreitung gezogen. Sweeney will in künftigen Projekten ähnliche Figuren verkörpern: solche, die das Publikum in Unbehagen versetzen und zum Nachdenken zwingen. Cassie habe ihr gezeigt, wozu sie fähig ist. Zufrieden mit dem Ende ist sie trotzdem nicht: 'Ich werde nie das Gefühl loswerden, dass es von Cassies Geschichte noch mehr zu erzählen gibt.'

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Quelle: HBOZuletzt aktualisiert: 10.06.2026, 20:46 Uhr

Artikel geschrieben von:

Sophie Hartmann
Autor
Sophie Hartmann
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Sophie Hartmann analysiert seit mehreren Jahren Serienwelten mit Fokus auf Action, Sci-Fi, Fantasy und Mystery.

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