Was McKay in The Pitt Staffel 2 von allen anderen unterscheidet

Endlich darf McKay atmen, und das spürt man in jeder Szene. Fiona Dourif beschreibt ihre Figur in 'The Pitt' Staffel 2 als befreit, selbstbewusst und offen für Liebe. Fans, die Cassie durch ihre schwerste Zeit begleitet haben, werden diese Version der Figur lieben.
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McKay war innerlich freier als alle anderen
In Staffel 2 von 'The Pitt' steht die Fußfessel, die McKays erste Staffel überschattete, nicht mehr im Weg. Das spürte man jeder Szene an. Fiona Dourif beschreibt die Veränderung ihrer Figur so: McKay dachte ans Daten, versuchte ihr Liebesleben voranzubringen und trat mit mehr Selbstvertrauen auf. Während das gesamte Krankenhauspersonal die Folgen eines Massenanfalls verarbeitete, stand Cassie (Fiona Dourif) McKay an einem anderen Punkt.
Der Grund dafür liegt laut Dourif in McKays Biografie. Cassie habe erst später Medizin studiert und bereits viele Wendungen im Leben hinter sich, was ihr eine besondere Widerstandsfähigkeit verliehen habe. Im Vergleich zu Kollegen wie Robby (Noah Wyle) oder den Assistenzärzten war sie schlicht besser gerüstet, mit sich selbst umzugehen.
Dourif fasst es knapp zusammen: McKay war in einer besseren Verfassung als der Rest. Das habe die Rolle leichter und gleichzeitig reicher gemacht, weil die Figur nicht nur reagiert, sondern auch aktiv das Leben angeht.
Nüchternheit, Erschöpfung und Roxies Tod
Ein besonders starker Moment der Staffel: McKay öffnet sich gegenüber dem Assistenzarzt Langdon (Patrick Ball) und spricht über mehr als neun Jahre Nüchternheit. Dourif erklärt, dass McKay in Langdon jemanden erkannt habe, dem sie helfen könnte, ohne eine Grenze zu überschreiten. Nüchternheit präge, wie man die Welt sieht, das werde zum Fundament der eigenen Persönlichkeit.
Später, nach dem Tod von Roxie (Brittany Allen), gesteht McKay Langdon, dass sie nicht mehr sicher ist, ob sie überhaupt noch weinen kann. Dourif nennt das kein individuelles Problem, sondern ein bekanntes Phänomen unter Notfallmedizinern. Wer jahrelang Gefühle in Schachteln packt, um funktionieren zu können, verliert irgendwann den Zugang zu ihnen.
Ob McKay am Ende der langen Schicht tatsächlich auf das Date geht, lässt Dourif mit einem Lächeln offen, deutet aber an, dass ihre Figur den mutigen Schritt wählt. Zuvor hatte McKay noch überlegt, ob Buch, Bad und Bett nicht die bessere Wahl wären, doch Erschöpfung allein hält sie offenbar nicht auf.
Die Figur spiegelt Dourifs eigenes Leben
Fiona Dourif beschreibt die Nähe zwischen sich und McKay als gleichzeitig bereichernd und einschüchternd. Schon beim ersten Auditieren habe sie die Figur im Breakdown gelesen und sofort gewusst, dass sie eine Version davon sei. Die Grundpfeiler von McKays Persönlichkeit seien ihrer eigenen Erfahrungswelt sehr nah.
Genau deshalb meidet Dourif nach eigener Aussage Onlinekommentare und Bewertungen zur Serie. Wenn Zuschauer McKay beurteilen, fühle es sich an, als würden sie über Fiona sprechen. Eine ungewöhnlich persönliche Aussage für eine Schauspielerin, die normalerweise Distanz zwischen sich und ihre Rollen legt.
Um das Spielen der Figur zu vertiefen, begleitete Dourif kürzlich eine achtstündige Notaufnahme-Schicht am Massachusetts General Hospital in Boston. Das Ergebnis überraschte sie: Sie war danach erschöpft. Die Ärzte dort gewöhnen sich zwar daran, aber die körperliche Belastung aus Adrenalinschüben, Warten und ständigem Stehen sei enorm.
Drehbücher kommen manchmal erst beim Leseprobe
Hinter den Kulissen arbeitet 'The Pitt' unter ungewöhnlichen Bedingungen. Das Ensemble erfährt oft erst vier Tage vor Drehbeginn, was in der nächsten Folge passiert. Manchmal liegt das Skript erst beim Leseprobe vor, also am vorletzten Drehtag der laufenden Episode.
Dourif sieht darin kein Problem, sondern eine Übung im Vertrauen. Kollegin Katherine LaNasa habe es treffend formuliert: Man lässt sich in die Qualität des Schreibens und des Teams fallen. Dourif stimmt zu und betont, dass sie dem Autorenteam vollständig vertraut.
Rund 225 Menschen stehen täglich am Set, um die Serie zu produzieren. Dourif beschreibt die Atmosphäre als ungewöhnlich egalitär: keine Regiestuhl-Hierarchien, kein Assistent, der Wasser bringt. Alle arbeiten als ein Organismus, und die Schauspieler seien lediglich der sichtbare Teil davon.
Staffel 3: Neuer Patiententyp, Brads Rückkehr?
Staffel 3 von 'The Pitt' spielt im November. Für McKay kündigt Dourif an, dass die Figur es mit einer neuen Art von Patienten zu tun bekommt, mehr verrät sie bewusst nicht. Drehbücher hat sie zum Zeitpunkt des Gesprächs kaum in der Hand, nur eine einzige Szene liegt ihr vor.
Was die Wunsch-Konstellationen betrifft, hat Dourif klare Vorstellungen. Sie würde gerne McKay und Mel King (Taylor Dearden) in mindestens einem gemeinsamen Fall sehen. Auch die Beziehung zu Langdon (Patrick Ball) hält sie für noch lange nicht ausgereizt. Und die Dynamik mit Mateo (Jalen Thomas Brooks) abseits der Schicht, der McKay als alleinerziehender Mutter unter die Arme greift, findet sie schützenswert.
Ob McKays Vater zurückkehrt, ist die vielleicht persönlichste Frage: Brad Dourif, Fionas leiblicher Vater, spielte die Rolle bereits. Dourif antwortet mit einem Lachen und dem schlichten Satz: Hier ist Hoffnung angebracht. Ein sehr cooler Typ und Schauspieler.
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Artikel geschrieben von:

Lena Bergmann ist Serienredakteurin mit Schwerpunkt auf Sci-Fi- und Fantasy-Formate wie The Witcher und Wednesday.
Alle Artikel von LenaLena hat einen weiteren Artikel zur selben Serie verfasst.