Wegen Katherine LaNasa reden gerade wieder viele über The Pitt

Ein Emmy verändert, wie man über eine Krankenhausserie spricht. Katherine LaNasa gewann als beste Nebendarstellerin für ihre Rolle der Charge Nurse Dana Evans in 'The Pitt'. Ihre ungewöhnliche Vorbereitung auf den Pittsburgher Dialekt zeigt, wie viel Arbeit hinter dieser Auszeichnung steckt.
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Badewanne statt Sprechzimmer
Katherine LaNasa, amtierende Emmy-Gewinnerin als beste Nebendarstellerin in einer Dramaserie, bereitete sich auf die Rolle der Charge Nurse Dana Evans (Katherine LaNasa) in 'The Pitt' auf unkonventionelle Weise vor. Statt sofort eine Dialekt-Coachin zu engagieren, tauchte sie zunächst in Fernsehserien ein, die ihr ein Gefühl für den regionalen Klang vermitteln sollten. Ihre Hauptreferenzen: Lisa Ann Walters Auftritt als Lehrerin aus Philadelphia in 'Abbott Elementary' und Julianne Nicholsons Leistung in 'Mare of Easttown'.
Beide Serien dienten LaNasa als Orientierung, obwohl sie wusste, dass der Pittsburgher Dialekt sich von beiden unterscheidet. 'Ich wollte einfach ein Gefühl dafür bekommen, und ich hörte mir das an, wenn ich in der Badewanne war', erklärte sie gegenüber Variety. Dass 'Abbott Elementary' auf dem Warner-Bros.-Gelände denselben Schminkraum-Korridor mit 'The Pitt' teilt, verschaffte ihr zusätzliche Einblicke in den Produktionsalltag.
Dialekt-Coachin als entscheidende Hilfe
Während der Dreharbeiten beobachtete LaNasa, wie lokale Komparsen den typischen Pittsburgher Klang mühelos reproduzierten. Das brachte sie auf die Spur von Susanne Sulby, einer Dialekt-Coachin, die sich auf pennsylvanische Sprachmuster spezialisiert hat und in der Branche als gefragte Expertin gilt.
Die Zusammenarbeit mit Sulby war letztlich entscheidend, doch der Prozess blieb anstrengend. 'Es war ein schwieriger Akzent zu lernen. Er unterscheidet sich muskulär sehr davon, wie man normalerweise den Mund bewegt', beschrieb LaNasa die Herausforderung. Dieses Muster aus Verzweiflung und plötzlichem Durchbruch kennt sie inzwischen gut: 'Ich habe angefangen zu weinen und dachte, ich werde es nicht hinbekommen und bin eine Idiotin, es überhaupt zu versuchen. Dann gibt es einen Moment totaler Hoffnungslosigkeit, und plötzlich klickt es.'
Dana Evans wurde durch diese Arbeit zu einer der beliebtesten Figuren im aktuellen Serienprogramm. LaNasa und die Autoren haben dabei bewusst darauf verzichtet, die Krankenschwester zur makellosen Heldin zu stilisieren. Dana ist launisch, ungeduldig und fehlbar. 'Wenn Menschen im Fernsehen mehrdimensional und echt sind und eine heroische Figur auch Schwächen hat, dann ist das heilsam für die Zuschauer. Weil das der Realität entspricht', sagte LaNasa.
Schauspiel-Karriere begann spät
LaNasas Weg zur Schauspielerei verlief alles andere als geradlinig. Als ausgebildete Tänzerin und Choreografin hatte sie lediglich eine einzige Schauspielstunde absolviert, die sie als 'furchtbar' beschreibt, als sie mit 22 Jahren den Schauspieler Dennis Hopper kennenlernte und heiratete. Jahrelang beobachtete sie Hopper bei Vorsprechen in dem kleinen Theater, das er im gemeinsamen Haus eingerichtet hatte.
Den eigentlichen Wendepunkt brachte eine Dokumentation über den legendären Schauspiellehrer Sanford Meisner, die LaNasa während ihrer Schwangerschaft mit Sohn Henry Lee Hopper entdeckte. 'Ich muss diesen Mann finden. Da will ich das Schauspielern lernen', erinnert sie sich gedacht zu haben. Sie spürte Meisner tatsächlich auf und studierte fast drei Jahre bei ihm, was sie als den wahren Beginn ihrer Karriere betrachtet.
Neue Projekte, neue Akzente
Der Ehrgeiz beim Akzent-Studium ist für LaNasa inzwischen Standard. Für die Hulu-Miniserie 'Count My Lies' an der Seite von Shailene Woodley erarbeitet sie sich einen nordflorianischen Dialekt. Parallel dazu dreht sie in Spanien die Serie 'Mister' mit Walton Goggins, wo sie einen deutschen Akzent einstudiert.
Aus dem Skript zitiert sie dabei mit gespielter Leichtigkeit: 'Ich bin diejenige, die dich verlässt, Liebling.' Dass dieser Schein trügt, betont sie selbst. Der Weg von der ersten Unsicherheit zum überzeugenden Klang folgt bei ihr stets demselben Muster aus Erschöpfung, Zweifel und schließlichem Durchbruch.
Emmy, Broadway und innere Kritik
Trotz des Emmy-Gewinns, den sie vor rund neun Monaten entgegennahm, bleibt LaNasas Selbstkritik scharf. 'Wenn 'The Pitt' ein Selbst-Casting-Video gewesen wäre, hätte ich ehrlich gesagt die gesamte erste Staffel neu aufgenommen', sagt sie mit einem Lachen. Als Vorbild für ihre späte Anerkennung nennt sie Jacki Weaver, deren Oscar-nominierte Auftritte in 'Animal Kingdom' und 'Silver Linings Playbook' LaNasa durch schwierige Phasen trugen. Als Weaver sich später über Instagram bei ihr meldete, war LaNasa überwältigt: 'Du kannst dir nicht vorstellen, was das für mich bedeutet. Du warst das, was mich am Laufen gehalten hat.'
Neben der Rückkehr in die Notaufnahme von 'The Pitt' verfolgt LaNasa einen weiteren Traum: Broadway. Bei einem bevorstehenden Besuch in New York trifft sie sich mit einem Produzenten. Als Wunschprojekt nennt sie eine Neuinszenierung von Tracy Letts' 'August: Osage County', einem Stück, das passenderweise von John Wells verfilmt wurde, dem ausführenden Produzenten und Regisseur von 'The Pitt'. Was Dana Evans in der Serie noch erwartet, überlässt LaNasa dem Serienerfinder Scott Gemmill: 'Wohin er mich auch schickt.'
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Artikel geschrieben von:

Emma Mueller ist Serienredakteurin mit klarem Fokus auf spannungsgetriebene Formate wie Action, Drama und Mystery.
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