Über 30 Jahre Friends: Aniston und Kudrow drehen gemeinsam auf Stage 24

Anderthalb Jahre kein Kontakt, obwohl sie seit 30 Jahren befreundet sind. Kudrow war so tief in der Arbeit an 'The Comeback' Staffel 3 versunken, dass selbst Aniston außen vor blieb. Jetzt stehen die beiden wieder gemeinsam auf Stage 24, und die Pause macht das Wiedersehen umso schwerer zu ignorieren.
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Ein Wiedersehen nach anderthalb Jahren
Jennifer Aniston und Lisa Kudrow kennen sich seit dem Start von 'Friends' vor mehr als 30 Jahren. Beim jüngsten Gespräch der beiden lagen dennoch anderthalb Jahre zwischen ihren letzten gemeinsamen Momenten, wie Kudrow erzählte. Der Grund: 'The Comeback', für die sie gemeinsam mit Co-Schöpfer Michael Patrick King alle acht Folgen der dritten und abschließenden Staffel schrieb. 'Ich bin so fokussiert auf eine Sache', sagte Kudrow, 'und es war enorm viel Arbeit.'
Aniston war in dieser Zeit ebenfalls beschäftigt. Die vierte Staffel von 'The Morning Show' bei Apple TV+ lief im Herbst an und zeigte ihre Figur Alex Levy in einer persönlichen Krise. Oscar-Preisträger Jeremy Irons spielte Alexs entfremdeten Vater Martin, einen Juraprofessor mit bewegter Vergangenheit. Am Ende der Staffel fanden Vater und Tochter zueinander.
Aniston schwärmte von Irons als Kollegen: 'Jeremy Irons ist ein wunderschöner Mensch, buchstäblich atemberaubend, und er ist genauso witzig und verspielt, wie ein großes Kind.' Die Szene, in der Alex erfährt, dass ihre Mutter nach einer postnatalen Depression die Familie verließ, beschrieb Aniston als emotional besonders aufgeladen.
Stage 24 und Tränen für Valerie Cherish
Die dritte Staffel von 'The Comeback' wurde auf Stage 24 der Warner Bros.-Studios in Los Angeles gedreht. Genau dort entstand einst Woche für Woche 'Friends' vor Live-Publikum. Warner Bros. bot Kudrow und King diesen Drehort an, und die Entscheidung traf Kudrow tief: 'Ich kann nicht sagen, auf wie viele Arten mich das bewegt hat', sagte sie, die Stimme brach ihr dabei.
Für Kudrow verdichtete sich auf Stage 24 Vergangenheit und Gegenwart auf besondere Weise. Ihr Sohn Julian Stern, mit dem sie während der 'Friends'-Dreharbeiten schwanger war und den die Crew damals rituell am Bauch berührte, hat eine Nebenrolle in der finalen Staffel. Aniston: 'Er ist auf dieser Bühne aufgewachsen, im wahrsten Sinne des Wortes. Er wurde in diesem Lachen gebacken.'
Auch Regisseur Jimmy Burrows ist Teil des Kreises: Er spielt in 'The Comeback' einen Regisseur und war gleichzeitig der erste Regisseur, der bei 'Friends' hinter der Kamera stand. Für Kudrow ist 'The Comeback' nach 'Friends' die bedeutendste Arbeit ihres Lebens. Sie bekräftigte, dass die dritte Staffel tatsächlich die letzte ist: 'Es ist jetzt eine Trilogie. Wir gingen vom ersten Auslöschungsereignis, dem Reality-TV, zu diesem hier, der künstlichen Intelligenz. Das schließt den Kreis.'
KI schreibt Valeries nächste Rolle
Die zentrale Prämisse der finalen 'Comeback'-Staffel entstand aus einem Gedankenspiel zwischen Kudrow und Michael Patrick King: Was wäre, wenn Valerie Cherish die Hauptrolle in einem Sitcom angeboten bekommt, dessen Drehbuch von einer künstlichen Intelligenz geschrieben wurde? 'Ja, natürlich. Natürlich würde sie sich auf diesen Albtraum aus Kontrolle und Kritik einlassen', sagte Kudrow über ihre Figur.
King war zunächst dagegen, eine bekannte Persönlichkeit für die Rolle des Gegenspielers zu besetzen, weil er die Glaubwürdigkeit der fiktiven Welt schützen wollte. Kudrow überzeugte ihn mit einem einfachen Argument: 'Vor 20 Jahren hat Phoebe (Lisa Kudrow) eine rote Perücke aufgesetzt, sich Valerie genannt, und die Leute haben es geglaubt.' Andrew Scott bekam die Rolle, und Kudrow war überwältigt: 'Tränen liefen mir über das Gesicht, als ich hörte, dass er dabei sein wollte.'
Zum Thema KI äußerten sich beide Schauspielerinnen nachdenklich. Kudrow sieht Schauspieler kurzfristig als sicher an, weil junge Menschen KI-generierte Figuren noch leicht erkennen könnten. Aniston betonte, wie viele täuschend echte Fälschungen von ihr kursieren: 'Die Menge an Dingen, die mir zugeschickt werden und die die Leute für mich halten, obwohl es offensichtlich nicht ich bin, ist erschreckend. Wir verstehen dieses Ding noch nicht genug.'
Erinnerungen an Ross, Phoebe und die Lobster-Linie
Kudrow gestand, 'Friends' jahrelang nicht gesehen zu haben. Das Gefühl, sich selbst beim Schauen zuzusehen, war ihr unangenehm. Erst kürzlich holte sie das Versäumte nach und saß bis zwei Uhr morgens vor dem Bildschirm. Ihr Fazit: 'Mein Gott, ihr seid alle gut. Wirklich gut, Jennifer.' Aniston konterte lachend, das sei eine absurde Aussage unter Kolleginnen.
Besonders die Szene mit den Dudelsäcken, in der Ross spielt und Phoebe mitmacht, ohne die Melodie zu erkennen, brachte Kudrow beim Wiedersehen zum Weinen vor Lachen. Noch mehr amüsierte sie die Episode mit der Auster: Alec Baldwin bot ihr eine Auster an, sie ließ sie fallen, und Matt LeBlanc als Joey (Matt LeBlanc) beschwerte sich anschließend, fast auf einem riesigen 'Rotz' ausgerutscht zu sein. 'Er dachte, aus jemandes Nase sei ein austerngroßer Rotz gefallen!', rief Kudrow.
Aniston erinnerte auch an die Gastauftritte großer Namen: Brad Pitt, Bruce Willis, Julia Roberts, Isabella Rossellini und Sean Penn waren zu Gast. Alle seien nervös gewesen, was Aniston faszinierte. Kudrow erklärte das so: 'Was ist der Ton? Es ist kein Theater, kein Film. Was zur Hölle ist das?' Ihre Lösung damals: 'Einfach lauter reden, gleiche Absicht.'
Sitcom-Comeback mit Courteney Cox?
Gegen Ende des Gesprächs wurde aus einer Idee fast schon ein Pitch: Kudrow fragte, ob Aniston, sie und Courteney Cox gemeinsam einen neuen Sitcom machen könnten. Aniston griff die Idee sofort auf: 'Girlfriends. Lass uns das pitchen. Lass uns das hier vor all diesen wunderbaren Menschen entwickeln.' Kudrow ergänzte laut in die Kamera: 'Ich würde euch lieben, wenn ihr mich in einem Sitcom haben wollt.'
Kudrow betonte, dass sie das Mehrkamera-Format mit Live-Publikum vermisst, sobald sie auf einem Single-Cam-Set stundenlang wartet. Aniston teilte diese Nostalgie: 'Ich liebte dieses Format. Ich liebte das Publikum.' Beide sind sich einig, dass ein gutes Drehbuch Voraussetzung wäre. 'Wenn jemand ein gutes schreibt: Machen wir es', sagte Kudrow.
Ob aus dem Wunsch Wirklichkeit wird, bleibt offen. Fest steht: Die Freundschaft zwischen Aniston und Kudrow ist nach mehr als drei Jahrzehnten ungebrochen. 'Ich will nie aufhören, mit dir zu reden', sagte Aniston am Ende des Gesprächs. Die Antwort: Bald soll auch Courteney Cox wieder dabei sein, zu dritt, wie in alten Zeiten.
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Artikel geschrieben von:

Anna Schneider analysiert Serien von düsteren Mystery-Stoffen bis zu leichteren Komödien mit Fokus auf Erzählstruktur und Figurenentwicklung.
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