The Boys Finale seit dem 21. Mai bei Prime Video, Musk rastet aus

Elon Musk lieferte die beste Werbung für The Boys, die kein PR-Team hätte kaufen können. Der Tech-Milliardär attackierte das Serienfinale öffentlich auf X, nachdem Homelander entmachtet um sein Leben bettelt. Dass ausgerechnet Musk den Nerv der Satire so bloßlegt, hätte sich kein Drehbuchautor besser ausdenken können.
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Musks Wut als perfekte Kritik
Elon Musk postete auf seiner Plattform X eine vernichtende Kritik am Finale von The Boys und bezeichnete die Serie als 'erbärmlich'. Auslöser war die Schlussszene, in der Homelander (Antony Starr), der mächtige Superschurke der Serie, seiner Kräfte beraubt wird und um sein Leben bettelt.
Eric Kripke reagierte auf den Angriff mit kaum verhohlener Freude. 'Das ist seine Rezension dessen, was wir mit Homelander gemacht haben. Eine bessere Kritik werde ich nie bekommen', schrieb der Showrunner öffentlich. Für ihn ist Musks Empörung der Beweis, dass die Satire genau ins Schwarze getroffen hat.
Kripke spielte dabei auch auf die Figur des Homelander an, den Antony Starr verkörpert, und fügte hinzu: 'Er ist Astronaut. Ich habe ihn ins All gebracht.' Eine direkte Anspielung auf Musks Raumfahrtambitionen, die den Stich noch schärfer macht.
Die Figur des Disruptors
Im Finale taucht eine neue Figur auf: der sogenannte Disruptor. Diese Figur war laut den Machern bereits die ganze letzte Staffel über im Gespräch, fand aber erst im Abschlussepisode den richtigen Platz.
Co-Autor David Reed, der die Folge gemeinsam mit Judalina Neira schrieb, beschreibt die Entstehung so: Der Disruptor sei eine Figur, die als satirisches Ziel in der realen Welt einfach zu verlockend war. 'Lass uns den Disruptor reinbringen', soll Reed vorgeschlagen haben, als das Team nach einem letzten pointierten Kommentar suchte.
Die Szene mit dem Disruptor sei zwar kurz, aber bewusst gesetzt: ein letzter satirischer Nadelstich kurz vor dem Serienende. Kripke und sein Team wollten die Show so beenden, wie sie begann: mit bissigem Kommentar zur Gegenwart.
Wer steckt hinter dem Disruptor?
Die Frage, ob der Disruptor eine direkte Anspielung auf Elon Musk darstellt, beantwortet Kripke mit gespielter Unschuld: 'Was hat euch auf Elon Musk gebracht?' Die Aussage ist natürlich ironisch gemeint und macht die Anspielung erst recht deutlich.
Die Figur des Disruptors verkörpert den Typus des selbsternannten Rebellen, der mit Macht und Geld die bestehende Ordnung aufmischt und sich dabei als Retter der Meinungsfreiheit inszeniert. Für Zuschauer, die die aktuelle Nachrichtenlage verfolgen, dürfte die Parallele kaum zu übersehen sein.
Kripke hat in der letzten Staffel mehrfach unbeabsichtigt politische Entwicklungen vorweggenommen. Mehrere Momente der finalen Staffel spiegeln reale Ereignisse rund um die Trump-Ära wider, was dem Team nachträglich selbst aufgefallen ist.
Homelanders Sturz als Serienabschluss
Der Kern des Finales ist der Fall von Homelander. Antony Starr spielt die Figur über fünf Staffeln als narzisstischen Superhelden mit faschistischen Zügen. Dass er am Ende nicht im Kampf besiegt wird, sondern entmachtet und demütigend um sein Leben flehen muss, ist eine bewusste dramaturgische Entscheidung.
Für Kripke und sein Team ist dieser Abschluss die konsequente Weiterführung der Serienthese: Macht korrumpiert, und wer sich als unantastbar wähnt, ist am verletzlichsten. Die Reaktion von Musk zeigt, dass diese Botschaft zumindest bei einem prominenten Zuschauer angekommen ist.
Ob Musk die Parallelen zur eigenen Person tatsächlich erkannt hat oder ob er schlicht als Superhelden-Fan enttäuscht war, bleibt offen. Kripke jedenfalls hat seine Antwort bereits gegeben: Er könnte sich keine bessere Reaktion vorstellen.
Alle Folgen jetzt auf Prime Video
Sämtliche Folgen der finalen Staffel von The Boys stehen seit dem 21. Mai 2026 vollständig auf Prime Video bereit. Deutsche Zuschauer können die Serie auf Amazon Prime Video streamen, auch in der Variante mit Werbung.
Die letzte Staffel markiert das Ende einer der meistdiskutierten Superhelden-Serien der vergangenen Jahre. The Boys hat mit seiner Mischung aus brutalem Humor, politischer Satire und pointierten Zeitkommentaren ein breites Publikum gefunden.
Mit dem Finale und der unfreiwilligen Promi-Werbung durch Musk dürfte das Interesse an den letzten Folgen noch einmal deutlich steigen. Kripke hat die Serie so beendet, wie er sie immer gemacht hat: laut, provokant und mit einem Grinsen.
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Artikel geschrieben von:

Marie Weber berichtet über Action-, Drama- und Mystery-Serien mit besonderem Fokus auf Spannungsdramaturgie und Figurenzeichnung.
Alle Artikel von MarieMarie hat 3 weitere Artikel zur selben Serie verfasst.