Ohne Jack Quaid wäre The Boys nie dasselbe geworden, jetzt ist Schluss

The Boys verliert sein Herzstück: Hughie Campbell ist Geschichte. Jack Quaid verlässt nach neun Jahren die Prime-Video-Serie, die ihn zum Star machte. Für Fans bedeutet das den Abschied von der einzigen Figur, die die Serie emotional geerdet hat.
Artikel-Inhalt
Neun Jahre als Hughies Seele
Jack Quaid verkörpert Hughie Campbell seit der ersten Staffel von The Boys und hat die Figur von einem verängstigten Außenseiter zu einem Mann gewandelt, der zum ersten Mal ohne Angst handelt. 'Ich spiele Hughie jetzt mit sehr wenig Angst, was wirklich cool ist', sagt Quaid über die finale Staffel der Serie.
Die Verbindung zu den Kollegen geht weit über professionelle Zusammenarbeit hinaus. 'Ich kenne diese Menschen seit neun Jahren. Es ist unglaublich. Ich weiß, das ist das größte Klischee überhaupt, aber sie sind wirklich meine Familie geworden', erklärt der Schauspieler.
Neben Quaid stehen Stars wie Karl Urban als Billy Butcher (Karl Urban), Antony Starr als Homelander (Antony Starr) und Erin Moriarty als Annie (Erin Moriarty) alias Starlight vor der Kamera. Auch Daveed Diggs ist in der finalen Staffel mit von der Partie.
Dankbarkeit an Showrunner Kripke
Einen besonderen Platz in Quaids Herz nimmt Showrunner Eric Kripke ein. 'Ich werde Eric Kripke bis zu meinem letzten Tag danken', sagt der Schauspieler ohne Umschweife. Kripke hatte sich intensiv für Quaid eingesetzt, als dieser mehrfach vorspielte.
'Der Showrunner hat wirklich an mich geglaubt. Ich habe viele Male für die Rolle vorgesprochen und er war derjenige, der für mich gekämpft hat. Dafür werde ich immer dankbar sein', so Quaid. Diese Unterstützung legte den Grundstein für eine der prägendsten Rollen seiner Karriere.
Interessant ist auch, wie Quaid überhaupt zur Serie fand. Nach dem Kinobesuch von Thor: Ragnarok, in dem sein späterer Kollege Karl Urban mitspielt, dachte er 2017: 'Ich möchte wirklich Teil eines Superhelden-Projekts sein.' Der Gedanke sollte sich als wegweisend erweisen.
Vom Skript zur Comic-Vorlage
Quaid gestand, dass er zunächst nicht wusste, dass The Boys auf einem Comic basiert. 'Ich dachte, Eric Kripke hat dieses unglaubliche Skript über Amerika geschrieben und Superhelden darin eingebettet. Erst nach meinem Casting erfuhr ich, dass es eine Comic-Vorlage gibt.'
Die Comicfigur Wee Hughie wurde vom Zeichner Darick Robertson nach Simon Pegg modelliert, der in seiner britischen Sitcom Spaced zu sehen war. Wee Hughie ist schottisch und etwa 1,50 Meter groß, was Quaid mit Humor trägt.
Dieses Wissen über die Ursprünge der Figur half Quaid, Hughie tiefer zu verstehen und ihn über mehrere Staffeln hinweg organisch weiterzuentwickeln, ohne die Essenz der Figur zu verlieren.
Hughies dunkelste Entscheidung
Die vierte Staffel brachte für Hughie eine der schwersten Prüfungen: Um seinen Vater nach einem Schlaganfall zu retten, verabreicht er ihm eine Dosis Compound V. Die Rettung hat jedoch einen hohen Preis.
Als die Aussicht entsteht, seinen Vater in einer Einrichtung von Vought unterzubringen, trifft Hughie eine herzzerreißende Entscheidung und beendet das Leben seines Vaters selbst. Diese Szene zählt zu den emotional stärksten Momenten der gesamten Serie.
Für Quaid ist genau diese moralische Zerreißprobe das Zeichen eines wirklich gewachsenen Charakters: 'Wenn ein Charakter die ganze Zeit über gut ist und diese Güte nie auch nur einmal auf die Probe gestellt wird, dann hat er sich nicht wirklich entwickelt. Wenn ihn die Welt ein wenig korrumpiert und er sich selbst zurückziehen kann, das ist ein verdient guter Charakter.'
Karrieresprung jenseits der Serie
The Boys hat Quaid nicht nur als Serienstar etabliert, sondern auch seinen Weg ins Kino geebnet. Mit seiner Rolle als Mörder im Horrorfilm Scream 5 im Jahr 2022 und der Hauptrolle in der Action-Komödie Novocaine im Jahr 2025 hat er sich endgültig als eigenständiger Filmstar bewiesen, weit jenseits seines Rufs als Sohn prominenter Eltern.
Den emotionalen Abschied von Hughie hat Quaid noch nicht vollständig verarbeitet. 'Ich glaube, wenn ich am Ende dieses Pressezyklus angekommen bin und wirklich darüber gesprochen habe, dann wird es mich vielleicht erst richtig treffen', gibt er zu.
Für das Publikum bei Prime Video bleibt Hughie Campbell das Herz der wohl verrücktesten Superhelden-Serie der Welt, ein Charakter, der zeigt, dass Menschlichkeit auch im grausamsten Umfeld überleben kann.
Mehr zu „The Boys"

Wegen The Boys reden gerade wieder alle über Prime Video
Trotz massiver Fan-Kritik läuft The Boys Staffel 5 besser als je zuvor. 57 Millionen Zuschauer pro Folge machen sie zur meistgesehenen Staffel der Serie auf Prime Video. Dass Unmut und Rekord gleichzeitig existieren, zeigt: Lautstärke im Netz und tatsächliches Zuschauerverhalten sind zwei verschiedene Dinge.

Vor dem Serienfinale: The Boys und der Streit um Staffel 5
Karl Urban nennt den Namen einer Verstorbenen, um Kritik zu parieren. Der Darsteller von Billy Butcher berief sich auf die verstorbene Clara Vought, um zu erklären, warum Showrunner Eric Kripke Staffel 5 so geschrieben hat. Dass eine echte Trauer als Schild im Social-Media-Streit dient, hätten die wenigsten Fans erwartet.

Warum The Boys sein Finale ausgerechnet vor dem Weißen Haus austrägt
Ob die Boys diesmal wirklich gewinnen, lässt der Trailer offen. Fest steht: Die fünfte und letzte Staffel auf Prime Video gipfelt in einem Showdown direkt vor dem Weißen Haus. Was das für Billy Butcher und Hughie Campbell bedeutet, bleibt bis zum Serienende die entscheidende Frage.
Artikel geschrieben von:

Marie Weber berichtet über Action-, Drama- und Mystery-Serien mit besonderem Fokus auf Spannungsdramaturgie und Figurenzeichnung.
Alle Artikel von MarieMarie hat 3 weitere Artikel zur selben Serie verfasst.