Richard Gadd verwandelt sich in Half Man und erschüttert das Finale
Das Finale von Half Man trifft wie ein Schlag in den Magen. Richard Gadd hat sich für die HBO-Miniserie körperlich neu erfunden und spielt den explosiven Ruben neben Jamie Bell. Wer sich durch die brutale Serie kämpft, wird am Ende nicht unberührt bleiben.
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Direkt weiter nach Baby Reindeer
Nach dem weltweiten Erfolg von Baby Reindeer gönnte sich Richard Gadd keine Pause. Praktisch am Tag nach dem Abschluss der Produktion im Jahr 2023 begann er mit der Arbeit an Half Man, seiner neuen Miniserie für HBO.
Gadd hatte 2024 für Baby Reindeer zwei Emmys gewonnen, in den Kategorien Bester Hauptdarsteller und Bestes Drehbuch einer Miniserie. Der Druck, dem eigenen Erfolg gerecht zu werden, schien ihn eher anzuspornen als zu lähmen.
Half Man feiert am Freitag Premiere und ist ab sofort vollständig abrufbar. Gadd fungiert erneut als Schöpfer, Autor, ausführender Produzent und Hauptdarsteller.
Körperliche Verwandlung für Ruben
Um die Figur des kurzaufbrausenden Ruben glaubwürdig zu verkörpern, unterzog sich Gadd einer umfassenden körperlichen Verwandlung. Er legte gezielt Muskelmasse zu, veränderte seine Frisur und trug einen deutlich dichteren Bart als in früheren Rollen.
Gadd spielt Ruben als Erwachsenen, während Stuart Campbell, bekannt aus SAS Rogue Heroes, die jüngere Version der Figur übernimmt. Die Doppelbesetzung erlaubt es der Serie, zwischen Zeitebenen zu wechseln und Rubens Charakter in seiner Entwicklung zu zeigen.
Es war Jamie Bell, der Gadd ursprünglich dazu ermunterte, das Projekt anzugehen. Bell spielt Rubens Stiefbruder Niall, die jüngere Version dieser Figur wird von Mitchell Robertson aus Curfew dargestellt.
Zwei Brüder, kein gemeinsames Blut
Half Man erzählt die Geschichte zweier Männer, die nicht blutsverwandt sind, aber einander so nahestehen, wie es nur möglich ist. Einer ist wild und loyal, der andere zurückhaltend und sanftmütig.
Diese Spannung zwischen den beiden Charakteren zieht sich als roter Faden durch die gesamte Serie. Die Beschreibung klingt nach einem klassischen Brüder-Drama, doch Gadd bricht Erwartungen konsequent auf.
Der Originaltitel der Serie lautete Lions, bevor man sich für Half Man entschied. Ein Hinweis darauf, dass die Macher lange nach dem richtigen Rahmen für diese Geschichte gesucht haben.
Hartes Serienerlebnis mit großem Finale
Half Man ist keine leichte Kost. Eine unterschwellige Brutalität durchzieht die gesamte Handlung, zahlreiche Gewaltszenen sind explizit dargestellt. Die Serie verlangt dem Publikum einiges ab.
Wer durchhält, wird im letzten Kapitel entschädigt: Das Finale enthält eine der emotional zerstörerischsten Szenen, die in den vergangenen Jahren im Serienformat zu sehen waren. Gadd beweist einmal mehr, dass er Geschichten mit außergewöhnlicher Wucht erzählen kann.
Ähnlich wie Baby Reindeer bewegt sich auch Half Man in einem Grenzbereich zwischen persönlichem Drama und gesellschaftlicher Bestandsaufnahme. Gadd scheut sich nicht, unbequeme Wahrheiten direkt anzusprechen.
Thunfisch mit Erdnussbutter und mehr
Abseits der schweren Themen zeigte sich Gadd im Gespräch von seiner entspannteren Seite. Er schwärmte ungefragt von einer Kombination, die viele zunächst skeptisch macht: Thunfisch mit Erdnussbutter sei köstlich, bestand er.
Ob diese kulinarische Überzeugung seine Fans überzeugen wird, bleibt offen. Gadd wirkt jedenfalls wie jemand, der nach intensiven Produktionsphasen auch die kleinen Freuden des Alltags zu schätzen weiß.
Passend dazu kündigte er an, nach dem Abschluss von Half Man erstmals wirklich eine Pause einzulegen. Nach zwei aufeinanderfolgenden Großprojekten scheint eine Auszeit mehr als verdient.
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Artikel geschrieben von:

Laura Klein ist spezialisiert auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Serien mit geschultem Blick für Erzähltempo und Figurenentwicklung.
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