Jamie Bell schrieb mit 14 BAFTA-Geschichte, jetzt kämpft er mit Half Man um den Emmy

Jamie Bell gewann mit 14 den BAFTA, doch der Emmy blieb ihm bislang verwehrt. In Half Man tritt er nun gegen seinen eigenen Co-Star Mitchell Robertson an, beide im selben Hauptdarsteller-Rennen. Zwei Schauspieler, eine Rolle, eine Trophäe.
Artikel-Inhalt
21 Einreichungen für Half Man
Half Man, die von Richard Gadd entwickelte Miniserie bei HBO Max, hat ihre offiziellen Emmy-Einreichungen bekanntgegeben. Insgesamt 21 Kategorien wurden eingereicht, darunter Beste Miniserie sowie Einreichungen in Regie, Kamera, Schnitt und Musik.
Die Abstimmung für die Nominierungen läuft vom 11. bis 22. Juni 2026. Die offiziellen Nominierungen der 78. Primetime Emmy Awards werden am 8. Juli 2026 verkündet.
Variety-Chefkritikerin Aramide Tinubu beschrieb die Serie als 'exzellentes, aber schwieriges Seherlebnis'. Sie hob hervor, dass die letzte Episode eine der emotional erschütterndsten Szenen des Fernsehens enthalte.
Bell und Robertson führen als Hauptdarsteller
Jamie Bell und Mitchell Robertson, die den älteren und jüngeren Niall Kennedy verkörpern, treten beide in der Kategorie Bester Hauptdarsteller in einer Miniserie an. Bell spielt die erwachsene Version der Figur, Robertson die Jugendversion.
Bell ist mit 40 Jahren ein erfahrener Filmschauspieler, der bereits mit 14 Jahren als jüngster Gewinner des BAFTA für den Besten Hauptdarsteller Geschichte schrieb. Sein Durchbruch gelang ihm 2000 mit Stephen Daldrys Debütfilm Billy Elliot. Seitdem bewies er seine Vielseitigkeit in Filmen wie All of Us Strangers (2023).
Half Man markiert Bells Rückkehr ins Serienformat nach Apple TV+s Shining Girls (2022). Als stärkster Konkurrent in der Emmy-Kategorie gilt Oscar Isaac für die Netflix-Produktion Beef.
Gadd wechselt klug in Nebenkategorie
Richard Gadd, der bei den Emmys 2024 für Baby Reindeer drei Preise gewann, tritt diesmal in der Nebendarsteller-Kategorie an. Dort konkurriert er gemeinsam mit Stuart Campbell, der den jüngeren Ruben Pallister spielt.
Der Schritt in die Nebenkategorie gilt als strategisch klug: Gadd ist gleichzeitig als ausführender Produzent und als Autor eingereicht, kämpft also erneut um drei Trophäen. Die Nebendarsteller-Kategorie bietet sechs bis sieben Plätze, wobei HBO-Max-Konkurrenten wie Jason Bateman und David Harbour aus DTF St. Louis ebenfalls erwartet werden.
Der 37-jährige Schotte übernimmt in Half Man die Rolle des älteren Ruben Pallister, dessen plötzlicher Gewaltausbruch bei der Hochzeit seines Bruders Niall die Handlung in die Vergangenheit zurückwirft.
Frauen kämpfen um Nebenrollen-Nominierungen
Neve McIntosh, die Nialls Mutter Lori spielt, und Amy Manson, die die erwachsene Version von Nialls Freundin Mona verkörpert, sind beide in der Kategorie Beste Nebendarstellerin eingereicht.
Hinter der Kamera vertritt Alexandra Brodski die Serie als einzige Regie-Kandidatin. Eingereicht ist sie für Episode 2, die mit einem brutalen Überfall auf Niall während seiner Studienzeit im Jahr 1989 endet.
Kameramann Carlos Catalán ist für Episode 1 nominiert, während Berny McGurk und Rachel Erskine je einen Schnitt-Kandidaten stellen, für Episode 2 beziehungsweise Episode 6.
Handwerk und Musik stark vertreten
Neben den Darstellerkategorien deckt Half Man ein breites Spektrum handwerklicher Disziplinen ab. Evgueni Galperine und Sacha Galperine sind für die Originalmusik eingereicht, Amelia Hartley für die Musikauswahl.
Produktionsdesign, Kostüm, Maske, Ton und Stunt-Koordination runden das Paket ab. Paul Howell ist als Stunt-Koordinator für Dramaserien eingereicht.
Die Serie erzählt die Geschichte zweier ungleicher Brüder, Ruben und Niall, die ohne Blutsverwandtschaft aufwuchsen und sich dreißig Jahre nach einem einschneidenden Ereignis bei Nialls Hochzeit wiedersehen.
Mehr zu „Half Man"

Vor Half Man wollte Richard Gadd nur eine Nebenrolle spielen
Richard Gadd spielt in Half Man die Hauptrolle, obwohl er das nie wollte. Der Baby-Reindeer-Schöpfer wollte ursprünglich nur einen Kurzauftritt, doch der Serienerfolg änderte alles. Für Zuschauer bedeutet das: Gadd steht wieder vollständig im Mittelpunkt einer Geschichte, die er sieben Jahre mit sich trug.

Richard Gadd spricht über die härteste Szene in Half Man
Eine einzige Szene verändert, wie man Half Man versteht. Richard Gadd erklärt, warum die Krankenhaus-Konfrontation in Episode vier der emotionale Kern der HBO-Max-Serie ist. Wer diese Szene gesehen hat, schaut Ruben und Niall danach mit anderen Augen an.

Wegen Richard Gadd schauen jetzt viele zum ersten Mal Half Man
Drei Emmys für autobiografisches Trauma, jetzt der Sprung ins Fiktionale. Gadd schreibt und produziert Half Man erneut selbst, doch die Geschichte von Ruben und Niall ist diesmal erfunden. Ob sein Stil ohne persönliche Vorlage trägt, ist die eigentliche Frage dieser Serie.
Artikel geschrieben von:

Emma Mueller ist Serienredakteurin mit klarem Fokus auf spannungsgetriebene Formate wie Action, Drama und Mystery.
Alle Artikel von EmmaEmma hat 2 weitere Artikel zur selben Serie verfasst.