M.I.A. startet bei Netflix, und der Schatten von Ozark ist riesig

·07.05.2026, 22:30 Uhr·3 Min
Bild: Peacock · TMDB

Der Schöpfer von Ozark macht eine Serie, die Kritiker kalt lässt. Bill Dubuque, dessen erstes Werk Jason Bateman als Geldwäscher über vier gefeierte Staffeln trug, landet mit M.I.A. bei mageren 57% auf Rotten Tomatoes. Dass ausgerechnet er diesen Fehlstart hinlegt, hat niemand erwartet.

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Ozark-Erbe lastet schwer auf M.I.A.

Ozark gilt als eines der ambitioniertesten Krimi-Dramen der vergangenen Jahre. Bill Dubuque und Mark Williams schufen mit der Serie um Finanzberater Marty Byrde, gespielt von Jason Bateman, ein viertstaffeliges Werk, das von 2017 bis 2022 lief und insgesamt 45 Emmy-Nominierungen einheimste. Der durchschnittliche Rotten-Tomatoes-Wert über alle vier Staffeln liegt bei 82 Prozent.

M.I.A. tritt nun in diese großen Fußstapfen, und der Vergleich fällt zunächst ernüchternd aus. Mit einem Startwert von 57 Prozent auf Rotten Tomatoes liegt die neue Serie deutlich hinter Ozark. Allerdings basiert dieser Wert bislang auf nur sieben Kritiken, sodass sich die Bewertung noch erheblich verschieben kann.

Showrunnerin Karen Campbell, bekannt aus Outlander und Dexter, übernimmt die kreative Leitung. Dubuque liefert das Konzept, doch ob das Duo die Erwartungen erfüllen kann, bleibt nach dem Auftakt offen.

Rache, Verbrechen und South Florida

Im Mittelpunkt von M.I.A. steht Etta Tiger Jonze, eine junge Frau, die nach dem Mord an ihrer Familie Rache sucht und zur mächtigsten Verbrechenskönigin Südfloridas aufsteigt. Die Geschichte verbindet klassische Rache-Dramatik mit dem grellen Flair der Sunshine State-Kulisse.

Der Cast vereint bekannte Gesichter: Cary Elwes und Danay Garcia sind ebenso dabei wie Brittany Adebumola, Dylan Jackson und Alberto Guerra. Shannon Gisela liefert laut ersten Kritiken eine der vielversprechendsten Leistungen der gesamten Serie.

Die Optik Südfloridas wird von mehreren Kritikern ausdrücklich gelobt. Wer auf neongetränkte Bilder, schweißtreibende Spannung und pulpige Unterhaltung steht, findet in M.I.A. zumindest visuelle Qualitäten.

Was Kritiker loben und tadeln

M.N. Miller von FandomWire beschreibt M.I.A. als blutig, seifenopernhaft und 'fluoreszierend-pulpigen Spaß' mit einer ansteckenden Energie. Jessica Toomer von Collider urteilt, die Serie funktioniere am besten, wenn sie aufhöre, Ozark sein zu wollen, und stattdessen zur 'schwitzigeren, durchgeknallteren Cousine' werde.

Kritischer fällt das Urteil von Alex Maidy vom JoBlo Movie Network aus, der die Serie trotz Shannon Giselas vielversprechender Darstellung als 'von Anfang an tot' bezeichnet. Peter Martin von ScreenAnarchy vergleicht das Seherlebnis mit dem Reiten auf einer Wippe mit einem Alligator, hält die Serie aber dennoch für binge-tauglich.

Sherin Nicole von RogerEbert.com findet M.I.A. zwar stilsicher, aber letztlich nicht nach ihrem Geschmack, trotz des reizvollen Rache-Aufbaus. Sean Morrison vergab sechs von zehn Sternen, ein Urteil, das die gespaltene Stimmung unter den Kritikern gut zusammenfasst.

Smarter Ansatz mit zu vielen Schwächen

Mehrere Rezensenten attestieren M.I.A. durchaus Intelligenz: Die Serie sei so klug wie Ozark, stolpere aber ähnlich oft. Das schnelle Schreiben, eine logisch-überraschende Handlung und starke Bilder werden als Stärken hervorgehoben.

Gleichzeitig warnen Kritiker, die Serie versuche zu oft, klüger zu sein als nötig, und verliere sich dabei. Der Vergleich mit Ozark, der durch Dubuques Beteiligung naheliegt, schadet M.I.A. mehr als er nützt, solange die Serie nicht ihre eigene Identität findet.

Das Ergebnis ist eine Serie, die zwischen echtem Potenzial und übertriebener Cleverness schwankt. Ob M.I.A. im weiteren Verlauf zu sich selbst findet, werden die kommenden Folgen zeigen.

Wann kommt M.I.A. nach Deutschland?

M.I.A. ist eine Produktion für Peacock. In Deutschland wird die Serie traditionell über Sky und WOW erwartet, da Peacock-Produktionen dort in der Regel verfügbar gemacht werden. Ein offiziell bestätigtes Startdatum für den deutschsprachigen Raum steht noch aus.

Interessierte Zuschauer in Deutschland, Österreich und der Schweiz sollten die Ankündigungen von Sky im Blick behalten. Sobald ein Termin feststeht, wird er dort kommuniziert.

Der Pilotfilm der Serie wurde zusätzlich für eine Ausstrahlung auf NBC am 14. Mai 2026 angekündigt, was die Reichweite des Projekts in den USA deutlich erhöhen dürfte und möglicherweise auch das internationale Interesse ankurbelt.

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Quelle: PeacockZuletzt aktualisiert: 07.05.2026, 22:30 Uhr

Artikel geschrieben von:

Sarah Becker
Autor
Sarah Becker
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Sarah Becker analysiert Streaming-Highlights aus den Bereichen Krimi, Drama und Mystery mit geschultem Blick für Erzählstrukturen.

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