Jetzt reden alle über das The Testaments Finale, und das hat einen Grund

Ein einziger Name verändert alles für June. Im Staffelfinale von The Testaments erfährt Elisabeth Moss' Figur, dass ihre totgeglaubte Tochter Hannah jetzt Agnes heißt und noch lebt. Für Fans der Handmaid's-Tale-Welt ist das die emotionale Auflösung einer jahrelangen Suche.
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Ein Name trifft June wie ein Schlag
Im Staffelfinale von The Testaments taucht June auf, um Daisy (Lucy Halliday), gespielt von Lucy Halliday, aus Gilead herauszuholen. Als Daisy die jungen Frauen aufzählt, die sie dort kennengelernt hat, fällt ein Name: Agnes (Chase Infiniti). Für June ist das kein fremder Name, sondern der neue Name ihrer Tochter Hannah, die ihr einst gewaltsam weggenommen wurde.
Agnes MacKenzie, verkörpert von Chase Infiniti, wurde nach ihrer Trennung von ihren Eltern June und Luke umbenannt. Ihren ursprünglichen Namen Hannah haben ihr ihre Eltern gegeben. Dass June nun erfährt, wo ihre Tochter lebt, ist ein emotionaler Wendepunkt, der sie zum Weinen bringt.
Parallel dazu erfährt Agnes in derselben Folge von ihrer angetrunkenen Stiefmutter Paula, dass June ihre leibliche Mutter ist. Die Reaktion ist still, aber bedeutsam: Agnes holt aus einem geheimen Versteck ein Zettel hervor, auf den sie als kleines Mädchen heimlich das Wort 'HANNAH' geschrieben hatte.
Moss erklärt: Rettung ist nicht einfach
Elisabeth Moss, die bei The Testaments auch als ausführende Produzentin tätig ist, macht deutlich, dass Junes neue Information keine schnelle Lösung bedeutet. Sie erinnert an eine Szene aus der vierten Staffel von The Handmaid's Tale, in der June in einen Raum gebracht wurde, wo Hannah hinter Glas saß. Das Mädchen erkannte seine Mutter nicht und wich vor ihr zurück.
Moss sagt dazu: 'Sie wusste nicht, wer sie war, und kauerte sich vor ihr zusammen. Dann stell dir vor, weitere sechs oder sieben Jahre vergehen. Du kannst nicht einfach auftauchen und sagen: Hi, du bist meine Tochter, ich nehme dich mit. Sie wird sagen: Wer zum Teufel bist du?' Moss lacht dabei, fügt aber hinzu: 'Verständlicherweise.'
Diese Szene aus The Handmaid's Tale war zugleich Moss' erste Folge als Regisseurin, was ihr persönlich besondere Bedeutung trägt. Die emotionale Wucht dieses Moments prägt ihr Verständnis von Junes Situation bis heute.
Agnes hat ein eigenes Leben aufgebaut
Moss betont, dass Agnes inzwischen eine Teenagerin ist, die ein vollständiges Leben in Gilead führt. Sie lebt in einem komfortablen Zuhause, hat Freundinnen und ist in die Strukturen der Gesellschaft eingebettet, die sie umgibt.
Das macht eine Extraktion moralisch und praktisch kompliziert. Moss formuliert es so: 'Sie ist auch ein Stück weit durch die Gilead-Strukturen indoktriniert worden. Also ja, es ist kompliziert.' Eine einfache Befreiung würde Agnes als Person ignorieren, die sie geworden ist.
Gilead hat Hannah nicht nur umbenannt, sondern ihre gesamte Identität geformt. June steht vor der Frage, ob eine Rettung gegen den Willen der Tochter überhaupt eine Rettung wäre.
Moss kehrt als June zurück
Elisabeth Moss tauchte bereits in der Serienauftakt-Folge von The Testaments in einem Überraschungsauftritt auf und war zudem in der dritten Episode zu sehen. Dort fungierte June als Verbindungsperson des Mayday-Netzwerks für Daisy, nachdem Gilead-Agenten die Adoptiveltern des Mädchens getötet hatten.
Über die Rückkehr zur Figur sagt Moss: 'Es war traumhaft, sie nach nur wenigen Monaten wieder spielen zu dürfen, nachdem The Handmaid's Tale abgedreht hatte. Es fühlt sich einfach so gut an. Ich habe es geliebt, sie zu spielen, und es ist so etwas wie ein Trost.'
Moss beschreibt June als stark und cool, eine Figur, die sie schlicht mag. Dass sie in The Testaments wieder in diese Rolle schlüpfen durfte, empfindet sie als Geschenk, nicht als Pflicht.
Was kommt nach dem Finale?
Das Staffelfinale lässt beide Figuren an einem emotionalen Scheideweg zurück. June weiß, wo Hannah ist. Hannah weiß, wer June ist. Doch der Weg zueinander bleibt versperrt, durch Gilead, durch Zeit und durch eine Identität, die Agnes als ihre eigene begreift.
Ob eine zweite Staffel von The Testaments diese Fäden aufgreift, ist derzeit nicht bestätigt. Die erste Staffel endet mit einem offenen Ende, das Raum für Fortsetzungen lässt, ohne konkrete Versprechen zu machen.
Für Fans von The Handmaid's Tale liefert das Finale einen der bewegendsten Momente der gesamten Franchise: nicht die Vereinigung zweier Menschen, sondern die Erkenntnis, wie weit sie noch voneinander entfernt sind.
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Artikel geschrieben von:

Marie Weber berichtet über Action-, Drama- und Mystery-Serien mit besonderem Fokus auf Spannungsdramaturgie und Figurenzeichnung.
Alle Artikel von MarieMarie hat 2 weitere Artikel zur selben Serie verfasst.