Falsche Vorwürfe, echter Absturz: David Harbour schildert seine schlimmsten Wochen

Wer steckte hinter dem Daily Mail-Bericht, und warum erschien er genau da? Harbour weiß es nicht, nennt das Timing um Lily Allens Album jedoch ausdrücklich seltsam. Was das für das Verhältnis zwischen ihm und Millie Bobby Brown in der letzten Stranger Things-Staffel bedeutet, bleibt offen.
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Der Tabloid-Bericht und seine Folgen
Ein Artikel des britischen Daily Mail behauptete, Millie Bobby Brown habe vor Beginn der Dreharbeiten zur finalen Stranger Things-Staffel bei Netflix 'seitenweise' Beschwerdepunkte gegen David Harbour eingereicht. Harbour nennt diese Geschichte schlicht falsch. 'Ich hatte einen Zusammenbruch', sagte er in einem Interview mit Variety, begleitet von einem Lachen, das die Schwere der Aussage kaum verdeckte.
Besonders merkwürdig fand Harbour das Timing der Veröffentlichung. Der Bericht erschien eine Woche, nachdem seine Ex-Partnerin Lily Allen ihr Album 'West End Girl' herausgebracht hatte, das laut Harbour kritisch mit ihm umging. Er bezeichnete diesen zeitlichen Zusammenfall als 'seltsam'.
Harbour ist seit Jahren offen mit seiner bipolaren Störung. Unter extremem Stress könne sein Zustand zu 'etwas erratischem Verhalten' führen, räumte er ein. 'Es ist peinlich, und ich schäme mich dafür', sagte er. 'Es ist keine Entscheidung, die ich treffe, und ich würde es meinem schlimmsten Feind nicht wünschen.'
Zehn Jahre Vater und Tochter
Harbour und Brown arbeiteten ein Jahrzehnt lang gemeinsam an Stranger Things, von Browns frühen Teenagerjahren bis zum Serienabschluss. 'Wir haben 10 Jahre zusammen gearbeitet, während ihrer prägenden Teenager-Jahre, als Vater und Tochter', beschrieb Harbour die Beziehung. Aus seiner Sicht ist es normal, dass in solch langen, engen Arbeitsverhältnissen gelegentlich Konflikte entstehen.
Er zog einen direkten Vergleich zu Familienbeziehungen: In Familien seien Streitigkeiten akzeptiert, weil man danach wieder zusammenfindet. Bei einer Produktion dieser Größenordnung wollten jedoch Hunderte von Menschen mitreden und Dinge aufbauschen, die unter normalen Umständen intern geblieben wären.
Trotz allem betonte Harbour die Tiefe ihrer Verbindung: 'Millie und ich arbeiten an mehreren Projekten. Zehn Jahre waren nicht genug. Es gibt eine besondere Bindung. Ich liebe sie. Sie liebt mich.' Brown äußerte sich ähnlich positiv und erklärte, ihre Zusammenarbeit sei mit der Zeit 'kreativer und kollaborativer' geworden.
Brown spricht über gemeinsame Zeit
Millie Bobby Brown veröffentlichte nach den Berichten ein eigenes Statement, in dem sie die emotionalen Höhen und Tiefen der gemeinsamen Arbeit anerkannte, aber gleichzeitig die Dankbarkeit betonte. 'Mit der Zeit wurde unsere Beziehung kreativ viel kollaborativer. Wenn man so viele Jahre mit jemandem arbeitet, kann man sich gegenseitig in Szenen wirklich emotional herausfordern', schrieb sie.
Auch wenn die Serie nun beendet sei, bleibe die Dankbarkeit, so Brown. 'Diese Erfahrung mit ihm über so viele Jahre teilen zu dürfen, ist etwas, das ich immer in Erinnerung behalten und schätzen werde.' Die Aussagen beider Beteiligten zeichnen ein Bild einer Beziehung, die trotz schwieriger Momente von gegenseitigem Respekt geprägt ist.
Harbour macht derzeit Emmy-Kampagne für die finale Staffel von Stranger Things sowie für seine Rolle in 'DTF St. Louis'. Eine Szene auf der Schaukel mit seiner Figur Jason nannte er als Beispiel dafür, wie sein empfindsames Nervensystem ihm schauspielerische Tiefe ermögliche, auch wenn es ihn in Stressphasen belasten könne.
Psychische Gesundheit offen thematisiert
Harbour sprach ausführlich darüber, wie seine bipolare Störung seinen Alltag und seine Arbeit beeinflusst. 'Ich leide unter einigen verwirrenden Dingen, es ist verdammt nochmal verwirrend', sagte er. Viele Menschen hätten einen Freund, Bruder oder Kollegen mit psychischen Problemen und seien oft ratlos, wenn diese Person depressiv werde, Manie erlebe oder eine Episode durchmache.
Seine Botschaft war klar: Das Verhalten, für das er sich schämt, sei kein bewusster Akt, sondern eine Folge seiner Erkrankung. Gleichzeitig sieht er einen untrennbaren Zusammenhang zwischen seinen künstlerischen Fähigkeiten und seiner psychischen Verfassung. Ein Nervensystem, das zu sensibel auf die Welt reagiere, ermögliche ihm einerseits tiefe schauspielerische Momente, führe andererseits unter Druck zu unberechenbarem Verhalten.
Mit dieser Offenheit positioniert sich Harbour als eine der wenigen prominenten Stimmen in Hollywood, die psychische Erkrankungen ohne Beschönigung ansprechen. Der Zeitpunkt, kurz nach dem Ende von Stranger Things auf Netflix und mitten in der Emmy-Saison, verleiht seinen Worten besondere Aufmerksamkeit.
Was als Nächstes kommt
David Harbour deutete an, dass seine Zusammenarbeit mit Millie Bobby Brown nicht mit Stranger Things endet. Konkrete Projekte nannte er nicht, aber seine Aussage, 'zehn Jahre waren nicht genug', lässt auf gemeinsame Pläne schließen. Fans der beiden dürfen also gespannt bleiben.
Harbour selbst bleibt mit 'DTF St. Louis' im Gespräch, für das er ebenfalls Emmy-Kampagne betreibt. Die Arbeit an dieser Rolle scheint ihm persönlich viel zu bedeuten, wie seine Beschreibung der Schaukelszene zeigt.
Der Fall zeigt einmal mehr, wie schnell Tabloid-Berichte ohne gesicherte Grundlage ernsten Schaden anrichten können. Harbour und Brown haben mit ihren öffentlichen Aussagen ein klares gemeinsames Signal gesetzt, das dem ursprünglichen Daily-Mail-Bericht direkt widerspricht.
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Artikel geschrieben von:

Nina Wolf ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Formate und langjähriger Streaming-Erfahrung.
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