Erin Moriarty über Krankheit und herzzerreißendes Finale
Wie viel von Starlight steckt wirklich in dieser letzten Staffel? Erin Moriarty gibt zu, in den ersten sechs bis sieben Episoden von The Boys Staffel 5 durch eine Graves-Erkrankung kaum präsent gewesen zu sein. Fans dürfen sich fragen, was möglich gewesen wäre, und was das Finale trotzdem leisten soll.
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Graves-Erkrankung überschattete den Dreh
Im Juni 2025 machte Erin Moriarty öffentlich, dass sie an der Autoimmunerkrankung Morbus Basedow, international als Graves-Erkrankung bekannt, leidet. Zu diesem Zeitpunkt befand sie sich bereits seit sechs Monaten mitten in den Dreharbeiten zur fünften und letzten Staffel von The Boys.
Die Auswirkungen auf ihre Arbeit waren spürbar. Moriarty beschreibt, wie sie in den ersten Episoden kaum in der Lage war, vollständig präsent zu sein: Sie fühlte sich bis zur siebten Episode wie abgeschaltet, ehe sie endlich wieder zu sich selbst fand. Für eine Figur wie Annie January, die im Finale eine entscheidende Rolle spielt, war das eine besondere Belastung.
Die körperlichen und seelischen Folgen der Krankheit ließen sich laut Moriarty erst ab Episode sieben überwinden. Erst dann konnte sie das leisten, was sie sich für Annie vorgestellt hatte. Dieser verspätete Durchbruch macht den Abschluss der Staffel für sie persönlich umso bedeutsamer.
Annie findet sich selbst im Finale
Trotz der schwierigen Umstände zeigt sich Moriarty begeistert von Annies Entwicklung in der Schlussphase der Staffel. Eine Figur aus dem neuen Ensemble, gespielt von Kevin McKidd, spielt dabei eine entscheidende Rolle: Er bringt Annie dazu, sich selbst wiederzufinden und ihre Heldinnenrolle für den Rest der Staffel vollständig anzunehmen.
Moriarty arbeitete eng mit Showrunner Eric Kripke zusammen, um Annie zusätzliche Tiefe zu verleihen. Sie schlug vor, dass die Figur eine nervöse Angewohnheit entwickeln sollte, die ihr in angespannten Szenen kleine Momente der inneren Flucht erlaubt. Dieses Detail soll Annies psychischen Zustand greifbar machen.
Neben Kevin McKidd sind in der finalen Staffel auch Zach Galifianakis, David Dastmalchian, Tim Daly, Ann Cusack, Jim Beaver, Myki Meeks sowie Jack Quaid in seiner bekannten Rolle als Hughie Campbell zu sehen. Das erweiterte Ensemble verspricht eine dichte und emotionale Schlussphase.
Das Finale: herzzerreißend, aber nicht zynisch
Moriarty ist überzeugt, dass das Publikum vom Serienfinale tief bewegt sein wird. Sie bezeichnet es als ihr persönliches Lieblingskapitel der gesamten Staffel und sagt, das Drehbuch habe sie beim ersten Lesen sofort gefesselt. Es sei herzzerreißend, aber nicht offen zynisch, was für The Boys eine bemerkenswerte Aussage ist.
Selten macht Moriarty so klare Vorhersagen über die Publikumsreaktion. Diesmal jedoch ist sie sicher: Die Zuschauer werden mit dem Abschluss der Serie außerordentlich zufrieden sein. Diese Gewissheit, sagt sie, kommt aus echtem Vertrauen in das Ergebnis.
Das Finale trägt heute einen anderen Titel als ursprünglich geplant. Die Episode hieß zunächst 'Assassination Run', musste aber umbenannt werden, weil sie fünf Tage nach dem Attentatsversuch auf Donald Trump vom 13. Juli 2024 ausgestrahlt worden wäre. Gedreht wurde die Episode bereits ein Jahr vor der Ausstrahlung am 18. Juli 2024, und das Team erwog zeitweise sogar, sie zum Schutz von Moriarty gar nicht zu senden.
Finale schaut Moriarty selbst nicht
Eine ungewöhnliche Entscheidung hat Erin Moriarty für die letzte Staffel getroffen: Sie wird The Boys Staffel 5 nicht selbst anschauen. Der Grund ist ihr psychisches Wohlbefinden, das sie in dieser Phase ihres Lebens über alles andere stellt.
Die Belastung durch die Erkrankung, die Dreharbeiten und die Kontroversen rund um die Ausstrahlung bestimmter Episoden haben offenbar tiefe Spuren hinterlassen. Moriarty beschreibt sogar, dass sie Annie in bestimmten Momenten der Staffel als suizidgefährdet betrachtet, was zeigt, wie intensiv sie die Figur erlebt.
Diese Entscheidung ist kein Zeichen von Desinteresse, sondern von Selbstfürsorge. Moriarty ist stolz auf ihre Arbeit, möchte sich aber nicht erneut den emotionalen Belastungen aussetzen, die mit dem Ansehen der Staffel verbunden wären.
The Boys endet nach fünf Staffeln
The Boys geht mit der fünften Staffel zu Ende. Die Serie um eine Gruppe gewöhnlicher Menschen, die gegen korrupte Superhelden kämpft, hat seit ihrem Start auf Amazon Prime Video weltweite Begeisterung ausgelöst und mehrfach für kulturelle Debatten gesorgt.
Showrunner Eric Kripke hat die Entwicklung der Figuren bis zum letzten Moment begleitet. Neben Moriarty und Jack Quaid gehören auch Zach Galifianakis und David Dastmalchian zu den Neuzugängen, die der finalen Staffel frische Impulse verleihen sollen.
Alle Folgen der letzten Staffel sind bei Amazon Prime Video verfügbar. Wer die Serie noch nicht kennt, kann alle vorherigen Staffeln ebenfalls dort streamen.
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Artikel geschrieben von:

Nina Wolf ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Formate und langjähriger Streaming-Erfahrung.
Alle Artikel von NinaNina hat 3 weitere Artikel zur selben Serie verfasst.
