Off Campus rückt näher: Was Showrunnerin Levy über die Serie verrät

·09.06.2026, 01:03 Uhr·3 Min
Off Campus rückt näher: Was Showrunnerin Levy über die Serie verrät
Bild: Prime Video · TMDB

Schwere Themen, leichter Ton: Das ist der Balanceakt, den Off Campus wagen muss. Showrunnerin Louisa Levy will sexuelle Gewalt und häusliche Gewalt nicht ausklammern, aber die Serie soll trotzdem Spaß machen. Ob das gelingt, wird über Erfolg oder Scheitern der Amazon-Produktion entscheiden.

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Buchvorlage als Blaupause für TV

Louisa Levy las Elle Kennedys New-Adult-Romanreihe, auf der Off Campus basiert, und war sofort überzeugt. Viele Bücher begeisterten sie als Leserin, doch nur selten erkenne sie dabei einen klaren Weg in eine Serienstruktur. Bei Kennedys Romanen war das anders: Levy sah sofort, was sie daraus machen würde.

Die Romane zählen zum Genre 'New Adult', das Geschichten rund um Collegestudenten und Menschen in den frühen Zwanzigern erzählt. Levy schätzte dabei besonders, dass die Bücher ernstere Themen nicht ausklammern. Hannahs Erfahrung mit sexueller Gewalt und Garretts Kindheit mit häuslicher Gewalt sind zentrale Elemente, die die Showrunnerin bewusst in die Serie übernahm.

Trotz dieser schweren Stoffe sollte Off Campus nie düster wirken. Levy formulierte es klar: Die Serie solle in diese Tiefen tauchen, am Ende aber leicht und unterhaltsam bleiben. Dieses Gleichgewicht war von Beginn an ihr zentrales Ziel.

Streik bremste, stoppte aber nicht

Levy pitchte ihre Serienidee der Produktionsfirma Temple Hill, die das Konzept sofort an Amazon weitergab. Das Studio griff zu, Levy schloss ihren Vertrag. Dann legte der Autorenstreik alles auf Eis.

Die Pause dauerte Monate. Levy gestand gegenüber The Hollywood Reporter, dass sie sich sorgte, ob ihre Begeisterung für das Projekt nach dem Streik noch dieselbe sein würde. Manchmal verpuffe Enthusiasmus einfach, wenn er lange aufgestaut werde.

Doch das Gegenteil trat ein. Als der Streik endete, war Levy nach eigenen Worten genauso begeistert wie zu Beginn, wenn nicht noch mehr. Dieses anhaltende Interesse bezeichnete sie selbst als ungewöhnlich und als Zeichen, dass Off Campus das richtige Projekt für sie war.

Struktur: ein halbes Buch pro Staffel

Levy, die ihre Grundlagen des Geschichtenerzählens als Assistentin bei Grey's Anatomy erlernte, entwickelte eine klare Formel für die Serienstruktur. Jede Staffel erzählt eine vollständige Liebesgeschichte und beginnt gleichzeitig eine neue, die offen endet.

Konkret bedeutet das: Staffel 1 zeigt Anfang, Mitte und Ende von Hannahs und Garretts Beziehung sowie Anfang und Mitte der Geschichte von Allie und Dean. Dieses bewusste Cliffhanger-Prinzip soll das Publikum in die nächste Staffel ziehen, ohne Romanfans um ihr erhofftes Happy End zu bringen.

Staffel 2 greift Allie und Dean auf und startet eine weitere neue Liebesgeschichte, die wiederum offen gelassen wird. Levy beschrieb es so: Es werde immer ein Happy End geben, aber auch immer ein Fragezeichen, das dem Publikum zeigt, worauf es sich in der nächsten Staffel freuen kann.

Casting für mehrere Staffeln gleichzeitig

Weil die Serienstruktur von Anfang an mehrere Staffeln umfasste, musste das Casting ungewöhnlich vorausschauend sein. Die Rollen wurden besetzt, bevor die späteren Staffeln geschrieben waren. Levy und ihr Team orientierten sich dabei eng an Kennedys Charakterbeschreibungen, die sie als klare Blaupause nutzten.

Bei der Figur Tucker etwa entwickelte Levy eigens eine Auditionsszene aus einer möglichen späteren Staffel, die womöglich nie gedreht wird. Sie wollte sehen, ob die Kandidaten die nötige Bandbreite mitbringen. Zudem änderte sie Tuckers Altersreihenfolge in der Serie: Er ist nun der Jüngste, damit er in seiner eigenen Staffel noch als Collegestudent glaubwürdig ist.

Darsteller Jalen überzeugte die Produktion, weil er bereits heute die Reife für eine spätere Hauptrolle ausstrahle. Mika, die Allie spielt, wusste laut eigener Aussage bereits beim ersten Vorsprechen, dass ihre Figur die zweite Staffel anführen würde. Levy bestätigte, dass dieser Plan von Anfang an feststand.

Staffel 2: Ensemble rückt in den Vordergrund

Die zweite Staffel, die derzeit in Vancouver gedreht wird, verschiebt den Fokus merklich. Hannah und Garrett bleiben Teil der Geschichte, stehen aber nicht mehr im Zentrum der romantischen Haupthandlung. Stattdessen übernehmen Allie und Dean diese Rolle, während das gesamte Ensemble stärker in den Vordergrund rückt.

Levy betonte, dass die Figuren aus Staffel 1 nicht einfach ins Glück entlassen werden. Zuschauer sehen weiterhin, vor welchen Herausforderungen das Paar steht. Doch die tragende Liebesgeschichte gehört nun Allie und Dean.

Für die Intimszenen setzt die Produktion erneut auf Intimacy-Koordinatorin Kathy Kadler, die bereits in Staffel 1 dabei war. Levy beschrieb deren Arbeit als nicht verhandelbar und hob hervor, dass Kadler auch einen Hintergrund in psychischer Gesundheit mitbringe, der angesichts der sensiblen Themen der Serie besonders wertvoll sei.

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Quelle: Prime VideoZuletzt aktualisiert: 09.06.2026, 01:03 Uhr

Artikel geschrieben von:

Clara Hoffmann
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Clara Hoffmann
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Clara Hoffmann ist Serien-Redakteurin mit besonderem Fokus auf emotionale Drama-Serien und detailreiche Period Pieces.

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