Das Ende von The Testaments Staffel 1 erklärt: Was mit Becka und Agnes wirklich passiert

·27.05.2026, 07:15 Uhr·5 Min
Das Ende von The Testaments Staffel 1 erklärt: Was mit Becka und Agnes wirklich passiert
Bild: Hulu · TMDB

Becka sitzt im Gefängnis, Agnes verliert ihre Verlobung: zwei Schicksale, eine Ursache. Dr. Groves Tod und der darauffolgende Skandal reißen beide Mädchen aus ihrem bisherigen Leben. Was als Selbstschutz begann, wird im Finale zur Falle.

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Was passiert im Finale von The Testaments?

Das Staffelfinale von The Testaments setzt unmittelbar nach Beckas Verhaftung durch die Eyes ein. Becka (Mattea Conforti) sitzt in einem Frauengefängnis, ihr Zustand verschlechtert sich zusehends. Aunt Lydia (Ann Dowd) besucht sie dort, und in dieser Szene taucht auch Margaret Atwood in einem Cameo-Auftritt auf. Commander Judd macht Lydia unmissverständlich klar, dass für Becka nur zwei Wege infrage kommen: Sie wird entweder zur Handmaid gemacht oder an die Wall geschickt.

In der Schule erfährt Agnes (Chase Infiniti) von Aunt Vidala (Mabel Li) lediglich, dass Becka die Einrichtung verlassen hat und die Familie um Dr. Grove trauert. Die eigentlichen Umstände seines Todes werden öffentlich nicht erwähnt. Agnes sucht daraufhin das Gespräch mit Garth, bricht dabei emotional zusammen, und Aunt Estee beobachtet die kurze körperliche Nähe zwischen den beiden. Die Szene bleibt folgenlos für Agnes, hinterlässt aber einen Eindruck bei allen Beteiligten.

Noch am selben Abend besucht Commander Weston Agnes und bietet ihr Hilfe an. Agnes entscheidet sich, ihm die Wahrheit zu sagen: Becka tötete Dr. Grove, weil er Agnes missbraucht hatte. Weston verspricht zu helfen, und tatsächlich darf Becka vorübergehend das Gefängnis verlassen und zu ihrer Mutter zurückkehren. Die Anklage bleibt jedoch bestehen, ein Verhör steht noch aus.

Die wichtigsten Wendepunkte im Finale

Der entscheidende Wendepunkt ist die Lösung, die Aunt Lydia für Beckas Fall erarbeitet. Beckas Mutter, Mrs. Grove, wird gestehen, ihren Mann ermordet zu haben. Becka soll behaupten, sie habe die Schuld übernommen, um ihre Mutter zu schützen. Diese Version rettet Becka vor der Wall oder dem Dasein als Handmaid, hat aber einen brutalen Preis: Mrs. Grove wird hingerichtet. Becka verliert damit beide Elternteile durch ihre eigene Tat, auch wenn die Umstände sie dazu getrieben haben.

Der zweite große Wendepunkt betrifft Agnes direkt. Commander Weston zieht seine Verlobung zurück, weil Agnes ihm zu nah an den Grove-Skandal herangerückt ist. Agnes versteht sofort, was das bedeutet: Er will keine Frau heiraten, die in seinen Augen beschmutzt ist. Das zeigt seine Heuchelei in aller Deutlichkeit, denn er weiß, dass Agnes Opfer war, kein Täter. Für Agnes selbst ist das Ende der Verlobung trotzdem eine Erleichterung.

Der dritte Wendepunkt ist Beckas Hochzeit mit Garth. Agnes bittet ihn, Becka zu heiraten, obwohl deren Ruf in Gilead zerstört ist und eine reguläre Heirat eigentlich ausgeschlossen scheint. Garth stimmt zu, wird kurz vorher offiziell zum Commander ernannt, und die beiden heiraten in einer privaten Zeremonie. Noch am selben Tag wird Beckas Mutter hingerichtet. Garth bringt Becka nach Hause, trägt sie ins Bett und schließt die Tür, sichtlich unglücklich über das, was Gilead aus diesem Moment macht.

Was die letzte Szene wirklich bedeutet

Die emotional aufgeladenste Szene des Finales spielt sich zwischen Agnes und Paula ab. Nachdem Westons Rückzug bekannt wird, putzt Paula mitten in der Nacht aggressiv Agnes' Badezimmer, vermutlich weil dort noch Blutspuren von Beckas nächtlichem Besuch zu finden sind. Sie konfrontiert Agnes wütend und wirft ihr vor, die Verlobung selbst torpediert zu haben. Als Agnes sagt, sie wisse nicht, was passiert sei, verliert Paula die Kontrolle.

Paula beginnt, über Agnes' Herkunft zu sprechen, ohne June beim Namen zu nennen. Sie deutet an, dass die Führung von Gilead nach den Ereignissen in Boston entschieden hat, wie mit Agnes weiter verfahren werden soll. Diese Szene ist bedeutsam, weil sie zeigt, dass Agnes langsam begreift, wer sie wirklich ist. Die Frage, ob Agnes sich vollständig an ihre Identität als Hannah erinnert, bleibt am Ende der Staffel bewusst offen.

Die Schlussszene funktioniert auf zwei Ebenen. Oberflächlich geht es um den Machtverlust einer Frau in Gilead, die nicht einmal weiß, wer sie ist. Darunter liegt die eigentliche Frage der gesamten Serie: Was passiert, wenn Frauen in einem totalitären System anfangen, die Lügen zu durchschauen, auf denen ihre Existenz aufgebaut ist? Agnes steht an genau diesem Punkt.

Wie geht es weiter in Staffel 2?

Das Finale legt mehrere Fäden für eine mögliche zweite Staffel aus. Agnes kennt nun einen Teil ihrer wahren Geschichte und hat erlebt, wie weit Gilead bereit ist zu gehen, um Kontrolle zu behalten. Becka lebt zwar, ist aber in einer Ehe gefangen, die Garth genauso wenig gewählt hat wie sie. Beide Frauen haben überlebt, aber zu einem hohen Preis, und ihre Handlungsspielräume in Gilead sind eng.

Daisy (Lucy Halliday), die in der Staffel eine wichtige Rolle als Auslöserin des gesamten Konflikts gespielt hat, steht ebenfalls vor einer ungewissen Zukunft. Ihre Entschlossenheit, gegen Missbrauch vorzugehen, hat die Ereignisse in Gang gesetzt, die Becka fast das Leben gekostet hätten. Wie sie mit dieser Verantwortung umgeht und was Gilead als nächstes mit ihr vorhat, bleibt offen.

Aunt Lydia hat in dieser Staffel mehrfach bewiesen, dass sie bereit ist, das System von innen zu manipulieren, wenn es ihr nützt oder wenn es darum geht, einzelne Frauen zu schützen. Ihre Figur ist die komplexeste der Serie: weder eindeutig gut noch eindeutig böse. Eine zweite Staffel könnte genau diesen Widerspruch weiter ausleuchten, besonders wenn Agnes beginnt, aktiv nach ihrer Herkunft zu suchen.

Bedeutung für die Gesamtserie

The Testaments basiert auf Margaret Atwoods gleichnamigem Roman, der Sequel zu The Handmaid's Tale. Die Serie hat in ihrer ersten Staffel einen eigenen Rhythmus gefunden, der die Vorlage respektiert, ohne sie sklavisch nachzuerzählen. Das Finale verdichtet die zentralen Themen des gesamten Buches: Überleben in einem System, das Frauen systematisch entmachtet, und die kleinen, oft unsichtbaren Akte des Widerstands, die trotzdem stattfinden.

Beckas Geschichte ist dabei die tragischste. Sie hat einen Missbraucher getötet, um ihre Freundin zu schützen, und zahlt dafür mit dem Verlust beider Eltern und ihrer Freiheit. Dass Garth sie heiratet, ist kein Happy End, sondern das Beste, was Gilead für eine Frau in ihrer Lage zulässt. Die Serie macht keinen Hehl daraus, dass selbst gute Ausgänge in diesem System beschädigt sind.

Agnes' Reise ist langfristiger angelegt. Sie sammelt Wissen, lernt das System zu lesen und beginnt zu verstehen, dass ihre Identität auf einer Lüge aufgebaut wurde. Margaret Atwoods Cameo-Auftritt in der Gefängnisszene wirkt dabei wie ein stiller Kommentar der Autorin zu ihrer eigenen Geschichte: Diese Welt existiert, weil Menschen sie zugelassen haben, und sie kann nur verändert werden, wenn andere Menschen anfangen, Fragen zu stellen.

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Quelle: HuluZuletzt aktualisiert: 27.05.2026, 07:15 Uhr

Artikel geschrieben von:

Emma Mueller
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Emma Mueller
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Emma Mueller ist Serienredakteurin mit klarem Fokus auf spannungsgetriebene Formate wie Action, Drama und Mystery.

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