Zuschauer fliehen aus Daredevil: Born Again, Kritiker rätseln
Für Fans von Matt Murdock fühlt sich dieser Erfolg seltsam leer an. Staffel 2 mit Charlie Cox, Vincent D'Onofrio und Krysten Ritter begeistert Kritiker, verliert aber mehr als die Hälfte der Stammzuschauer von Staffel 1. Ob Disney+ dem Daredevil-Universum dennoch eine Zukunft gibt, steht jetzt offen.
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Zahlen brechen dramatisch ein
Die ersten fünf Wochen von Staffel 2 zeigen einen massiven Rückgang gegenüber dem Vergleichszeitraum der ersten Staffel. Während Staffel 1 in diesem Zeitraum 8.357.000 Staffelabrufe, 24.000.000 gesehene Stunden und 1.440.004.000 gesehene Minuten verzeichnete, kommt Staffel 2 lediglich auf 4.515.000 Abrufe, 10.867.000 Stunden und 652.000.000 Minuten.
Das entspricht einem Rückgang von mehr als 54 Prozent bei den gesehenen Stunden und einem Einbruch von rund 46 Prozent bei den Gesamtabrufen. Bereits in der Premierenwoche war der Unterschied deutlich: Staffel 1 startete mit 1.904.000 Abrufen und 3.491.000 gesehenen Stunden, Staffel 2 schaffte nur 927.000 Abrufe und 788.000 Stunden.
Die Daten stammen von Luminate und wurden unter anderem von ComicBook.com ausgewertet. Zu beachten ist, dass Staffel 2 noch nicht vollständig veröffentlicht wurde: Die Episoden 7 und 8 stehen noch aus. Neue Folgen erscheinen jeweils dienstags um 21:00 Uhr Ostküstenzeit auf Disney+.
Staffel 1 hatte einen klaren Vorteil
Staffel 1 profitierte von einem einzigartigen Ereignis: Sie brachte Matt Murdock alias Daredevil und Wilson Fisk alias Kingpin erstmals seit der Absetzung der Netflix-Serie im Jahr 2018 wieder zusammen. Dieser Nostalgie-Effekt zog viele langjährige Fans an, die die Rückkehr von Charlie Cox und Vincent D'Onofrio sehnsüchtig erwartet hatten.
Hinzu kommt, dass Staffel 1 selbst hinter den Kulissen eine bewegte Geschichte hatte. Ursprünglich als sanfter Neustart der Netflix-Serie konzipiert, wurde das Projekt später grundlegend überarbeitet und als direkte Fortsetzung neu ausgerichtet. Dieser Kurswechsel sorgte vor dem Start für großes Aufsehen und zusätzliche Aufmerksamkeit.
Staffel 2 kann diesen Überraschungsmoment nicht wiederholen. Die Rückkehr von Krysten Ritter als Jessica Jones und die Beteiligung von Ayelet Zurer sowie Wilson Bethel sorgen zwar für Begeisterung bei Fans, reichen aber offenbar nicht aus, um ähnliche Zuschauerzahlen zu erzielen.
Kritiker lieben Staffel 2 trotzdem
Der Einbruch bei den Zuschauerzahlen steht in einem merkwürdigen Widerspruch zur Kritikermeinung. Staffel 2 trägt auf der Bewertungsplattform Rotten Tomatoes das begehrte Siegel 'Certified Fresh' und kommt auf 90 Prozent Zustimmung bei den Kritikern sowie 88 Prozent beim Publikum.
Die zweite Staffel gilt damit als eine der am besten bewerteten Marvel-Produktionen der jüngeren Zeit. Fans, die die Serie tatsächlich sehen, scheinen begeistert zu sein. Das Kernproblem liegt offenbar nicht in der Qualität, sondern darin, dass deutlich weniger Menschen den Weg zur Serie finden.
Ob der starke Abschluss der Staffel mit den noch ausstehenden Episoden 7 und 8 die Zahlen noch nennenswert nach oben treiben kann, bleibt abzuwarten.
Staffel 3 ist bereits in Produktion
Die schwachen Einschaltquoten gefährden zumindest kurzfristig nicht alle Pläne für die Serie. Staffel 3 wurde frühzeitig verlängert und befindet sich bereits in der Produktion. Set-Fotos haben zudem enthüllt, dass Luke Cage (Mike Colter) und Danny Rand alias Iron Fist (Finn Jones) in der dritten Staffel auftreten werden.
Damit wächst die Gruppe der ehemaligen Netflix-Helden im Marvel Cinematic Universe weiter zusammen. Neben Daredevil, Jessica Jones, Luke Cage und Iron Fist rundet sich das Bild der sogenannten Straßenhelden zunehmend ab. Auch ein Sonderprojekt steht bevor: The Punisher. Last Kill erscheint am 12. Mai auf Disney+.
Ayelet Zurer und Wilson Bethel sind ebenfalls Teil des erweiterten Ensembles, das die Serie in der dritten Staffel weiter ausbauen soll.
Staffel 4 und MCU-Pläne wackeln
Langfristig könnte der Zuschauerschwund jedoch Konsequenzen haben. Eine vierte Staffel gilt als gefährdet, und auch weitere Pläne für die straßennahe Ecke des Marvel Cinematic Universe könnten auf dem Prüfstand stehen.
Disney+ und Marvel Studios werden die Entwicklung der verbleibenden Episoden sowie die langfristige Resonanz auf Staffel 2 genau beobachten, bevor weitere Entscheidungen fallen. Der Markt für Superhelden-Serien ist hart umkämpft, und schwache Abrufzahlen können selbst beliebte Produktionen in Bedrängnis bringen.
Für die Fans bleibt die Hoffnung, dass die Qualität der Serie letztlich den Ausschlag gibt und die Straßenhelden des MCU eine langfristige Heimat auf Disney+ finden.
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Artikel geschrieben von:

Emma Mueller ist Serienredakteurin mit klarem Fokus auf spannungsgetriebene Formate wie Action, Drama und Mystery.
Alle Artikel von EmmaEmma hat einen weiteren Artikel zur selben Serie verfasst.