Wegen einer Szene reden gerade alle wieder über The Boys

·10.05.2026, 17:01 Uhr·4 Min
Bild: Prime Video · TMDB

Eine Szene aus The Boys zwingt gerade das Internet zum Innehalten. In der finalen Staffel auf Prime Video lässt Homelander eine goldene Statue von sich errichten, kurz nachdem Trump-Anhänger eine goldene Trump-Statue aufstellten. Showrunner Eric Kripke reagierte auf Instagram mit den Worten: "Seriously, what the f**k?"

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Goldene Statue und reale Vorlage

In Staffel 5 von The Boys wird eine goldene Statue von Homelander errichtet, gespielt von Antony Starr. Die Parallele zur Realität ist kaum zu übersehen: Kurz zuvor sorgte eine goldene Statue von Donald Trump für weltweite Aufmerksamkeit.

Showrunner Eric Kripke reagierte auf die verblüffende Übereinstimmung mit einem Instagram-Post, in dem er schlicht schrieb: 'Seriously, what the f**k?' Laz Alonso, bekannt als Mother (Laz Alonso)'s Milk in der Serie, kommentierte trocken: 'Jemand muss unsere Drehbücher geleakt haben.'

Die Szene steht exemplarisch für eine Staffel, die immer wieder unfreiwillig zur Dokumentation aktueller Ereignisse zu werden scheint, obwohl sie als überspitzte Satire konzipiert wurde.

Homelander als Gott: Fiktion trifft Wahrheit

In der Episode mit dem Titel 'Every One of You Sons of Bitches' beschließt Homelander nach einer Vision, er sei der einzige wahre Gott. Die Folge wurde veröffentlicht, kurz nachdem Trump auf seiner Plattform ein KI-generiertes Bild von sich als Jesus Christus gepostet hatte.

Trump behauptete später, das Bild zeige ihn als Arzt beim Roten Kreuz. Kripke kommentierte die Situation in einem Interview: 'Das ist die Folge, in der Homelander beschließt, Gott zu sein, und 48 Stunden vorher veröffentlicht Trump ein Bild von sich als Gott. Noch vor einem Monat dachte ich beim Marketing: Homelander, der sich für Gott hält, ist so abwegig, dass wir aufpassen müssen, wie wir das der Öffentlichkeit überhaupt vorstellen. Und jetzt sind wir hier.'

Kripke fügte hinzu: 'Es ist wirklich schwer, diese Welt zu übersatirieren.'

Lager und Internierungszentren im Vergleich

Eine weitere beunruhigende Parallele zeigt sich in der Handlung rund um Erin Moriarty als Starlight. Homelander lässt ihre Unterstützer in Lager verfrachten, was Zuschauer direkt an die Internierungszentren erinnert, die in den USA für Migranten eingesetzt wurden.

Die Szenen wurden von Fans und Kritikern intensiv diskutiert, da sie weniger wie Satire und mehr wie eine fiktionalisierte Nachrichtenmeldung wirken. Regisseur und Produzent Kripke hat diese Entwicklung sichtlich müde gemacht.

In einem Interview sagte Kripke: 'Ich bin wirklich müde und erschöpft davon, dass die Welt die Serie widerspiegelt, bevor wir die Chance haben, es selbst zu tun. Ich schätze das Marketing. Aber könntet ihr uns bitte die Chance geben, die absurde Satire rauszubringen, bevor ihr beweist, dass sie realer ist, als wir es je beabsichtigt haben?'

Das starke Ensemble der Finalen Staffel

Die finale Staffel von The Boys vereint das gesamte Stamm-Ensemble: Neben Antony Starr und Erin Moriarty sind Karl Urban als Billy Butcher (Karl Urban), Jack Quaid als Hughie Campbell, Laz Alonso als Mother's Milk, Chace Crawford als The Deep und Karen Fukuhara als Kimiko zu sehen.

Neu dabei ist Jensen Ackles, der bereits in der vierten Staffel als Soldier Boy eingeführt wurde und nun eine größere Rolle übernimmt. Die Chemie zwischen den Figuren und die zunehmend düstere Tonalität der Geschichte haben die letzte Staffel zu einem vieldiskutierten Abschluss gemacht.

Prime Video hat mit dieser Besetzung eine der meistbesprochenen Serien der vergangenen Jahre zu Ende gebracht, die nicht nur wegen ihrer Action, sondern vor allem wegen ihrer politischen Schärfe Maßstäbe gesetzt hat.

Kripkes Fazit zur Satire heute

Für Eric Kripke ist die finale Staffel von The Boys auch eine persönliche Bilanz. Was als bewusst übertriebene Gesellschaftskritik begann, hat sich zu einem Spiegel entwickelt, der die Realität manchmal klarer zeigt als die Realität selbst.

Die Serie hat von Beginn an Homelander als Allegorie auf populistische Machtfiguren angelegt, und die Parallelen zu Donald Trump wurden schon früh von Fans und Kritikern gezogen. Dass die fünfte Staffel diese Verbindung nun so direkt und unbeabsichtigt bestätigt, ist für Kripke sowohl Bestätigung als auch Warnung.

The Boys endet mit Staffel 5 auf Prime Video. Die Serie hinterlässt nicht nur eine treue Fangemeinde, sondern auch die unbequeme Frage, ob Satire in einer Welt, die sich selbst übertrifft, überhaupt noch möglich ist.

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Quelle: Prime VideoZuletzt aktualisiert: 10.05.2026, 17:01 Uhr

Artikel geschrieben von:

Julia Fischer
Autor
Julia Fischer
Sci-Fi & FantasyMysteryComedy-Serien

Julia Fischer analysiert Serien mit besonderem Fokus auf erzählerische Details, Charakterentwicklung und Genre-Mix.

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