Jetzt reden Fans von The Boys auch über den Sound des Finales

Aus einem Rap-Song von Jessie Usher wurde ein Gospel-Chor-Arrangement. Der Track "Faster" aus Staffel 2 wurde für das Finale komplett neu erfunden, mit mehreren Sängern und einer Gospelbearbeitung von Bryson Camper. Dass ausgerechnet dieser Song zum emotionalen Anker des Finales wird, hat kaum jemand kommen sehen.
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Größter Einsatz der gesamten Franchise
Das allererste Musikstück der fünften Staffel gehört zu den größten Kompositionen, die Bowen und Lennertz für die gesamte Franchise geschrieben haben. Es setzt den Ton für alles, was folgt, und macht von Beginn an klar: Diese Staffel spielt in einer anderen Liga.
Buchstäblich jede Woche sterbe jemand, so Lennertz, weshalb das Duo den Aufwand entsprechend gesteigert habe. Der Score wächst mit der Serie mit und erreicht in den Episoden sechs, sieben und acht seinen emotionalen Höhepunkt.
Gerade in der zweiten Hälfte der Staffel kommt das Orchester besonders stark zum Einsatz. Die Figuren, mit denen das Publikum über Jahre mitgelebt hat, verdienen laut den Komponisten einen Abschied, der musikalisch auf der Höhe der Erzählung ist.
Faster wird zur Hymne
Ein zentrales musikalisches Projekt der finalen Staffel war die Neuinterpretation des Songs 'Faster'. Showrunner Eric Kripke wollte daraus eine große Hymne machen, und Bowen und Lennertz nahmen die Herausforderung an.
In Staffel 2 war 'Faster' noch ein ausgewachsener Rap-Song, den Jessie T. Usher performte. Für Staffel 5 wurde der Track grundlegend neu gedacht. Sänger Bryson Camper lieferte ein Gospel-Arrangement, das dem Stück eine völlig neue Dimension verleiht.
Das Ergebnis ist laut den Komponisten ein Stück, das die Türen aus den Angeln reißt, ein Moment, der die gesamte emotionale Reise der Serie zusammenfasst und gleichzeitig nach vorne treibt.
Abschied von geliebten Figuren
Die finale Staffel bringt nicht nur spektakuläre Actionsequenzen, sondern auch tiefe emotionale Momente. Bowen und Lennertz betonen, dass die Musik in diesem Jahr bewusst mehr Raum für Trauer und Zuneigung lässt.
Man habe sich in die Figuren verliebt, sagt Lennertz, und müsse sich nun leider von einigen verabschieden. Diese Haltung spiegelt sich direkt in der Komposition wider: Orchestrale Passagen ersetzen dort, wo es nötig ist, das gewohnte Chaos.
Drehbuchautor Paul Grellong, der seit Beginn zum Autorenteam von The Boys gehört, habe laut den Komponisten besonders bewegende Szenen geschrieben, die musikalisch etwas ganz Besonderes verlangen.
Popkultur-Phänomen mit Nachhall
The Boys hat sich in den vergangenen Jahren tief in die Popkultur eingeschrieben. Lennertz erzählt, er sei mehrfach in Pizzerien gestanden und habe zufällig Gespräche über explodierte Körperteile aus der Serie mitgehört. Teil einer solchen Serie zu sein, empfinde er als außergewöhnlich.
Besonders der gemeinschaftliche Erlebnischarakter der Show werde ihm fehlen, das Gespräch am nächsten Tag, das Staunen über die neueste Wendung. Diese kollektive Energie sei etwas, das sich nicht einfach ersetzen lasse.
Die Serie hat bewiesen, dass Superhelden-Satire ein Massenpublikum erreichen kann, ohne dabei an Schärfe einzubüßen. Staffel 5 soll dieses Versprechen ein letztes Mal einlösen.
Vought Rising wartet bereits
Das Ende von The Boys bedeutet für Bowen und Lennertz noch keinen Abschied vom Universum. Beide werden auch das Spin-off Vought Rising vertonen, das in den 1950er-Jahren spielt.
Jensen Ackles und Aya Cash stehen für die neue Serie vor der Kamera. Das Setting verspricht einen deutlich anderen Ton als die Gegenwartssatire des Originals, bietet den Komponisten aber gleichzeitig neue kreative Spielräume.
Es sei nicht dieselbe Serie, so Lennertz, aber sie enthalte alles, was die Fans lieben, und dazu jede Menge Neues. Für das Komponisten-Duo beginnt mit Vought Rising also ein neues Kapitel im selben Universum.
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