Ab 30. April bei Netflix: Man on Fire startet mit ungewöhnlicher Bildsprache

·10.05.2026, 17:31 Uhr·3 Min
Bild: Netflix · TMDB

Grau und kalt in Amerika, dann plötzlich Farben, die niemand erwartet. Kostümdesignerin Amanda Cárcamo zieht John Creasy in der Netflix-Serie durch radikal verschiedene visuelle Welten. Die Silhouette der Figur erzählt dabei mehr als jeder Dialog.

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Ein Projekt, das das Herz berührt

Amanda Cárcamo beschreibt 'Man on Fire' als ein Projekt, das sie sofort gepackt hat. Es gibt Projekte, die einfach das Herz nehmen, sagt sie. Dieses hier war Magie: wie all diese Nationalitäten zusammenkamen und welche Bildsprache dabei entstand.

Cárcamo bringt dabei ein beeindruckendes Fundament mit. Seit 25 Jahren arbeitet sie im Kostümwesen, unter anderem für 'Wie Wasser für Schokolade' und als Mitarbeiterin bei Alfonso Cuaróns gefeiertem 'Roma'. Diese Erfahrungen flossen direkt in ihre Arbeit an der Netflix-Serie ein.

Hauptdarsteller Yahya Abdul-Mateen II verkörpert John Creasy, eine Figur, deren äußere Wandlung eng mit der inneren Geschichte verknüpft ist. Cárcamo nutzte Kleidung konsequent als erzählerisches Mittel, um diesen Wandel sichtbar zu machen.

Von grau zu leuchtenden Farben

Die Geschichte beginnt in den USA, und das spiegelt sich unmittelbar in der Kostümwahl wider. Cárcamo setzt Creasy zu Beginn in ein Spektrum aus Grau, neutralen Tönen, sehr amerikanisch und sehr winterlich. Diese Farblosigkeit unterstreicht die dunkle Seite der Figur in ihrer Ausgangsphase.

Mit dem Ortswechsel verändert sich auch die Palette radikal. Creasy taucht in Farben auf, die man an dieser Figur nie zuvor gesehen hat. Diese bewusste Entscheidung markiert Creasys emotionale und moralische Entwicklung im Verlauf der ersten Staffel.

Auch die Silhouette spielte eine zentrale Rolle. Regisseur Steven Caple Jr., der die erste Episode inszenierte, legte großen Wert auf diesen Aspekt. Cárcamo arbeitete eng mit ihm zusammen, um sicherzustellen, dass jede Figur auch körpersprachlich eine klare Aussage trifft.

Inspiration aus dem Weltkino

Für die visuell dichte Atmosphäre der Serie orientierte sich Cárcamo an einem Klassiker des brasilianischen Kinos: 'Cidade de Deus', auf Deutsch 'City of God'. Den Film schaute sie sich im Vorfeld der Produktion erneut an, um sich auf die Bildsprache und das Farbgefühl einzustimmen.

Diese Referenz zeigt, wie ernst die Produktion die kulturelle Verortung der Geschichte nahm. 'Man on Fire' spielt nicht nur an verschiedenen Schauplätzen, sondern versucht auch, deren jeweilige visuelle Identität authentisch einzufangen.

Neben Yahya Abdul-Mateen II sind unter anderem Alice Braga, Billie Boullet, Pamela Germano sowie Bruno Suzano, Daniel Xavier, Iago Xavier und Reinaldo Junior in der Serie zu sehen. Das internationale Ensemble spiegelt jene Vielschichtigkeit wider, die Cárcamo durch ihre Kostüme zusätzlich betont.

Teamarbeit über Grenzen hinweg

Eine der größten Herausforderungen und zugleich größten Freuden bei 'Man on Fire' war laut Cárcamo das Zusammenführen von Teams aus unterschiedlichen Ländern. Das Kostümwesen einer internationalen Produktion erfordert ein hohes Maß an Koordination, Sprachgefühl und kulturellem Verständnis.

Cárcamo betont, dass genau diese Vielfalt dem Projekt seinen besonderen Charakter verlieh. Die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen verschiedener Nationalitäten bereicherte den kreativen Prozess auf jeder Ebene.

Das Ergebnis ist eine Serie, bei der Kostüm und Kulisse eine Einheit bilden. Jede Figur, ob Creasy selbst oder die Charaktere aus seinem Umfeld, trägt eine visuelle Geschichte, die über Dialog und Handlung hinausgeht.

Starker Auftakt auf Netflix

Seit dem 30. April 2026 ist die erste Staffel von 'Man on Fire' auf Netflix verfügbar, auch mit dem Standardabo mit Werbung. Die Serie fand innerhalb kürzester Zeit ein großes Publikum und platzierte sich in den Netflix-Toplisten mehrerer Länder.

Der Erfolg zeigt, dass das aufwendige visuelle Konzept beim Publikum ankam. Cárcamos Arbeit ist dabei ein wesentlicher Bestandteil dessen, was 'Man on Fire' von anderen Actionserien unterscheidet.

Mit ihrer Erfahrung aus Projekten wie 'Wie Wasser für Schokolade' und 'Roma' hat Amanda Cárcamo einmal mehr bewiesen, dass Kostümdesign weit mehr ist als Kleidung: Es ist Charakterentwicklung, Weltenbau und visuelles Erzählen in einem.

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Quelle: NetflixZuletzt aktualisiert: 10.05.2026, 17:31 Uhr

Artikel geschrieben von:

Anna Schneider
Autor
Anna Schneider
Science FictionFantasy-SerienMystery

Anna Schneider analysiert Serien von düsteren Mystery-Stoffen bis zu leichteren Komödien mit Fokus auf Erzählstruktur und Figurenentwicklung.

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Anna hat 2 weitere Artikel zur selben Serie verfasst.

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