Warum The White Lotus ausgerechnet in St. Tropez landet
Sizilien oder Paris, das war die Frage, doch St. Tropez gewann. Mike White sondierte 2021 beim Canneseries-Festival noch verschiedene Standorte, bevor Festivaldirektor Albin Lewi entscheidende Kontakte vermittelte. Ohne dieses Zufallstreffen wäre die neue Staffel womöglich nie nach Frankreich gekommen.
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Wie White Lotus nach Frankreich kam
Albin Lewi traf Mike White im Jahr 2021 beim Canneseries-Festival, als der Filmemacher noch zwischen Sizilien und Paris als Drehort für eine neue Staffel abwägte. Lewi nutzte die Gelegenheit und hielt den Kontakt, auch wenn White über Jahre hinweg zwar erreichbar, aber nie wirklich verfügbar war.
Im vergangenen Sommer übernahm Lewi die Rolle eines Vermittlers und stellte die amerikanische Produktion den richtigen Ansprechpartnern in Cannes vor. Dieser Einsatz trug maßgeblich dazu bei, dass die Dreharbeiten schließlich an die Côte d'Azur und nach Paris vergeben wurden.
Produzent David Bernad reiste eigens zum Festival, um dort zum ersten Mal über die neue Staffel zu sprechen. Lewi berichtet, dass Bernad ihm auf dem Weg zum Podium verriet, es sei das erste Mal, dass er sich öffentlich zu all diesen Details äußern würde.
Staffel 4 dreht in St. Tropez
Die vierte Staffel von 'The White Lotus' befindet sich derzeit mitten in den Dreharbeiten in St. Tropez. Die Produktion ist auf rund sieben Monate angelegt und wird teilweise auch in Paris stattfinden.
Zum Vergleich: Bereits Staffel 3 war eine außerordentlich lange Produktion, obwohl die Handlung der Serie nur eine einzige Woche abdeckt. Die aufwendige Machart von Mike Whites Anthologie-Format zeigt sich damit einmal mehr.
Wann genau die neue Staffel beim Streaming-Anbieter HBO erscheinen wird, ist noch nicht offiziell bestätigt. Ein konkreter Starttermin steht noch aus.
Canneseries schärft sein Profil
Seit MipTV im Jahr 2025 nach London umgezogen ist, hat sich Canneseries als eigenständiges TV-Festival mit klarer Identität etabliert. Unter der künstlerischen Leitung von Albin Lewi hat das Festival seinen Platz als wichtiger Treffpunkt für internationale Serienmacher gefestigt.
Ab 2027 übernimmt die französische Branchenveteranin Laetitia Recayte die Festivalleitung von dem dann scheidenden Benoit Louvet. Die zehnte Ausgabe des Festivals findet vom 11. bis 16. Februar statt.
Das Festival hat sich außerdem als Ort der Vernetzung bewährt: Das Produktionsunternehmen Act4 wurde von zwei isländischen Produzenten gegründet, die sich beim Festival kennengelernt und danach beschlossen hatten, gemeinsam zu arbeiten.
Starkes Programm mit internationalem Talent
Canneseries punktete in diesem Jahr mit einer beeindruckenden Riege internationaler Namen. Adam Scott, Judith Light, Noah Hawley und Leslie Linka Glatter waren ebenso vertreten wie der koreanische Popstar und Schauspielerin Jisoo, die das Festival für ein globales Publikum attraktiv machte.
Einen besonderen Auftakt erlebte das Festival mit der Premiere von Richard Gadds mit Spannung erwartetem HBO-Drama 'Half Man', das zeitgleich mit seinem Start in den USA gezeigt wurde. Gadd, bekannt durch 'Baby Reindeer', sorgte damit für eines der meistdiskutierten Ereignisse des Festivals.
Die Kombination aus europäischen Erstausstrahlungen, prominenten Gästen und Branchengesprächen unterstreicht den Anspruch von Canneseries, mehr als nur ein Begleitprogramm zu sein, sondern ein eigenständiges Ereignis im internationalen Serienkalender.
Lewi über Beziehungspflege und Festivalstrategie
Lewi beschreibt seine Arbeit als langfristige Beziehungspflege. Bei Mike White etwa hatte er bereits seit 2018 Kontakt gehalten, ohne dass daraus zunächst etwas Konkretes entstand. Der Durchbruch kam erst Jahre später, als der richtige Moment und das richtige Projekt zusammentrafen.
Diese Geduld zahlt sich aus: Canneseries hat sich als Plattform etabliert, auf der nicht nur fertige Serien präsentiert, sondern auch zukünftige Projekte angebahnt werden. Das Beispiel 'The White Lotus' zeigt, wie ein Festival aktiv zur Entstehung internationaler Produktionen beitragen kann.
Mit dem bevorstehenden Führungswechsel zu Laetitia Recayte steht das Festival vor einer neuen Phase. Die Grundlagen, die Lewi gelegt hat, dürften dabei als solides Fundament für die Zukunft dienen.
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Artikel geschrieben von:

Laura Klein ist spezialisiert auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Serien mit geschultem Blick für Erzähltempo und Figurenentwicklung.
Alle Artikel von LauraLaura hat einen weiteren Artikel zur selben Serie verfasst.
