25 Jahre am Pult: Bill Ritter verabschiedet sich von Eyewitness News

·13.06.2026, 02:01 Uhr·4 Min
25 Jahre am Pult: Bill Ritter verabschiedet sich von Eyewitness News
Bild: TMDB

Er bleibt bei WABC, doch das Pult darf er nie wieder betreten. Bill Ritter moderierte seit 2001 die Abendsendung von Eyewitness News, bis eine Alzheimer-Diagnose im Frühstadium diesen Abend zur letzten Sendung machte. Künftig wird er sich bei WABC auf Gesundheitsthemen konzentrieren.

Artikel-Inhalt

Diagnose beendet 25 Jahre am Pult

Bill Ritter moderierte die Abendsendung von Eyewitness News zum letzten Mal und machte dabei öffentlich, was Ärzte nach einer Reihe von Tests festgestellt hatten: Er leidet an Alzheimer im Frühstadium. 'Nach einer Reihe von Tests haben mir meine Ärzte gesagt, dass ich Alzheimer habe', erklärte Ritter in seiner Abschiedssendung. 'Es ist Alzheimer im Frühstadium, und sie sagen, die Behandlungen, die ich bekomme, halten es in Schach. Vorerst.'

Ritter ist seit 1998 bei WABC und übernahm 1999 zunächst den Moderatorenposten der Spätnachrichtensendung. Seit 2001 prägte er die Abendsendung um 18 Uhr. Einen Schlussstrich unter die tägliche Moderation zu ziehen fiel ihm sichtlich schwer: 'Es gibt keine Garantie, weil es noch keine Heilung für Alzheimer gibt', sagte er. 'Deshalb wird das heute Abend die letzte Nachrichtensendung sein, die ich moderiere.'

Die Krankheit ist für Ritter keine Unbekannte. Sein Vater starb im Juni 1998 an Alzheimer. Seitdem engagierte sich der Journalist aktiv im Kampf gegen die Krankheit. Dieses Engagement will er nun in seiner neuen Rolle beim Sender fortsetzen.

Ritter bleibt Eyewitness News erhalten

Trotz des Abschieds vom Moderatorenpult ist Ritters Karriere nicht beendet. Er wird weiterhin für Eyewitness News arbeiten, mit einem klaren inhaltlichen Fokus: die wachsende Alzheimer-Welle, die Auswirkungen auf Betroffene und deren Familien sowie die kaum erschwinglichen Behandlungskosten.

Senderchefin Marilu Galvez würdigte Ritters Lebenswerk: 'Jahrzehntelang hat Bill Ritter New Yorker durch die wichtigsten Geschichten geführt, mit außergewöhnlichem Einblick, Integrität und vor allem Herzlichkeit.' Galvez betonte, Ritter werde weiterhin ein fester Bestandteil der Redaktion bleiben und persönliche Einblicke sowie Ressourcen für Alzheimer-Betroffene liefern.

Ritter selbst kündigte an, jüngere Journalisten im Sender zu unterstützen. 'Ich bin jetzt 76. Für mich ist jeder in der Redaktion jünger als ich', schrieb er in seiner Abschiedserklärung mit einem Augenzwinkern.

Rekorde und langjährige Partnerschaften

Ritters Abschied markiert das Ende mehrerer historischer Partnerschaften. 23 Jahre lang moderierte er Seite an Seite mit Liz Cho, womit die beiden das am längsten bestehende Moderatorenduo in der Geschichte des Senders bilden. Meteorologe Lee Goldberg stand ihm 20 Jahre lang zur Seite, ebenfalls ein Senderrekord.

Hinter den Kulissen verbindet Ritter eine noch längere Geschichte mit Produzent Zahir Sachedina: 25 Jahre und sechs Monate arbeiteten die beiden zusammen. 'Ich glaube, wir sind das am längsten bestehende Team hinter den Kulissen hier, und vielleicht überall: ein muslimischer Produzent und ein jüdischer Moderator, 25 Jahre lang. Das ist das, wofür New York und der Tri-State-Bereich stehen', sagte Ritter.

Auch Sade Baderinwa gehört zu den engen Wegbegleiterinnen: 14 Jahre lang saßen sie gemeinsam in der Spätnachrichtensendung und sind damit das am längsten bestehende Duo dieser Sendung. Sportmoderator Ryan Field beschrieb Ritter schlicht als jemanden, der ihn täglich zum Lachen bringe.

Ein persönlicher Abschied mit Würde

Ritters Abschiedserklärung war ungewöhnlich offen und persönlich. Er erzählte, dass er mit 75 Jahren begonnen hatte, kürzer zu treten, zunächst die Spät- und dann die Frühsendung aufgab, um mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Sein ältestes Kind machte ihn zum Großvater, ein weiteres Enkelkind wurde für den Sommer erwartet, und seine jüngste Tochter steht kurz vor dem Schulabschluss.

Die Diagnose veränderte alles. Ritter betonte, nicht er selbst sei der Mutige in dieser Situation, sondern seine Kinder und seine Frau Kathleen. Diese Bescheidenheit zog sich durch die gesamte Abschiedsbotschaft, in der er Kollegen, Zuschauer und seinen Sender mit warmen Worten bedachte.

Seinen journalistischen Anspruch formulierte er dabei noch einmal klar: 'Ich werde die Nachricht so sehr vermissen, sie mit Wahrheit und Fakten zu berichten, egal wohin sie fallen. Es war mir eine Ehre.' Ein Startdatum für seine neuen Berichte über Alzheimer bei Eyewitness News steht noch aus.

Karriereweg eines langen Nachrichtenlebens

Bevor Ritter 1998 zu WABC kam, arbeitete er für die Los Angeles Times sowie für die Fernsehsender KTTV und KCAL in Los Angeles und KNSD in San Diego. Danach wechselte er ins nationale Fernsehen, wo er unter anderem 'Good Morning America Sunday' moderierte und für das Magazin '20/20' arbeitete.

Bei WABC stieg er 1999 zum Co-Moderator der Spätnachrichtensendung auf, 2001 übernahm er zusätzlich die Abendsendung. Zeitweise moderierte er auch die Frühsendung. Im vergangenen Jahr gab er die Spät- und Frühsendung ab, ehe nun die Diagnose den endgültigen Schnitt erzwang.

Eine deutsche Ausstrahlung der Eyewitness-News-Sendungen steht naturgemäß aus, da es sich um ein lokales New Yorker Nachrichtenformat handelt. Ritters Geschichte und sein öffentlicher Umgang mit der Alzheimer-Diagnose finden jedoch weit über New York hinaus Beachtung.

Zuletzt aktualisiert: 13.06.2026, 02:01 Uhr

Artikel geschrieben von:

Anna Schneider
Autor
Anna Schneider
Science FictionFantasy-SerienMystery

Anna Schneider analysiert Serien von düsteren Mystery-Stoffen bis zu leichteren Komödien mit Fokus auf Erzählstruktur und Figurenentwicklung.

Alle Artikel von Anna

Mehr aktuelle Serien-News

Bleib auf dem Laufenden — alle frischen Meldungen, Trailer und Staffel-Starts auf einen Blick.