Warum Perry Mason das Rechtsdrama brach und Generationen erschütterte.
Aussichtslose Fälle, und trotzdem gewann er immer. Perry Mason löste neun Staffeln lang scheinbar unlösbare Mordfälle mit Last-Minute-Geständnissen im Gerichtssaal. Dieses Prinzip brach mit allem, was das Fernsehen bis 1957 kannte.
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Eine Serie schreibt Fernsehgeschichte
Perry Mason zählt zu den beliebtesten Serien der 1950er und 1960er Jahre. Die Produktion feierte 1957 ihre Premiere und entwickelte sich schnell zu einem Publikumsliebling, der das amerikanische Fernsehen nachhaltig veränderte.
Über neun Staffeln hinweg folgte das Publikum dem Anwalt Perry Mason, der in Los Angeles tätige und scheinbar hoffnungslose Mordanklagen in letzter Minute durch spektakuläre Geständnisse im Gerichtssaal auflöste. Dieses Erzählmuster wurde zum Vorbild für unzählige Rechtsdramen, die danach folgten.
Die Serie half dabei, die Struktur des Rechtsdramas im Fernsehen zu definieren. Spannungsaufbau, Wendungen kurz vor dem Urteil und ein charismatischer Anwalt als Held: Diese Zutaten sind bis heute fester Bestandteil des Genres.
Raymond Burr als Perry Mason
Die Titelrolle des Perry Mason übernahm Raymond Burr, der durch seine Darstellung des scharfsinnigen Verteidigers weltberühmt wurde. Burr verkörperte die Figur mit einer Mischung aus Autorität und Wärme, die das Publikum über neun Staffeln hinweg begeisterte.
Nach dem Ende der Originalserie kehrte Burr in den 1980er und frühen 1990er Jahren mehrfach in Fernsehfilmen in die Rolle zurück. Diese Produktionen erreichten ebenfalls große Einschaltquoten und zeigten, wie sehr das Publikum an der Figur hing.
Raymond Burr verstarb im September 1993. Sein Einfluss auf das Fernsehen und insbesondere auf das Genre des Rechtsdramas ist bis heute unbestritten.
Barbara Hale als Della Street
Barbara Hale spielte Della Street (Barbara Hale), die loyale Sekretärin und engste Vertraute von Perry Mason. Die Figur war weit mehr als eine Nebenrolle: Della Street stand für Kompetenz, Verlässlichkeit und eine subtile emotionale Tiefe, die der Serie viel von ihrer Wärme gab.
Hale gewann für ihre Darstellung einen Emmy Award und blieb der Rolle über Jahrzehnte verbunden. Auch in den späteren Fernsehfilmen mit Raymond Burr war sie regelmäßig zu sehen.
Barbara Hale verstarb im Januar 2017 im Alter von 94 Jahren. Sie war eine der letzten Verbindungen zum ursprünglichen Ensemble der Serie.
William Hopper und der Ermittler
William Hopper verkörperte Paul Drake (William Hopper), den Privatdetektiv, der Perry Mason bei seinen Ermittlungen unterstützte. Die Figur brachte Dynamik und Tempo in die Serie und ergänzte das Anwaltsduo um eine entscheidende ermittlerische Komponente.
Hopper war der Sohn der berühmten Hollywood-Klatschkolumnistin Hedda Hopper und brachte eine natürliche Lässigkeit in seine Rolle. Sein Paul Drake wurde zu einer der beliebtesten Nebenfiguren der gesamten Serie.
William Hopper verstarb bereits im März 1970 und erlebte den anhaltenden Ruhm der Serie nicht mehr in vollem Umfang.
Das Erbe einer Kultserie
Alle Hauptdarsteller der Originalserie Perry Mason sind heute verstorben. Ihr gemeinsames Werk lebt jedoch weiter: Die Serie gilt als Meilenstein der Fernsehgeschichte und wird regelmäßig als Referenzpunkt für das Genre des Rechtsdramas genannt.
Das Konzept der Serie wurde in den vergangenen Jahren neu aufgegriffen. Eine moderne Neuauflage mit Matthew Rhys in der Titelrolle erzählte die Ursprungsgeschichte von Perry Mason als jungem Ermittler in den 1930er Jahren und zeigte, wie lebendig der Stoff bis heute ist.
Perry Mason steht damit für etwas Seltenes im Fernsehen: eine Serie, die nicht nur zu ihrer Zeit erfolgreich war, sondern deren Einfluss auf das Medium bis heute spürbar bleibt. Die Figuren, die Struktur, das Tempo, all das hat Generationen von Serienmachern geprägt.
Artikel geschrieben von:

Anna Schneider analysiert Serien von düsteren Mystery-Stoffen bis zu leichteren Komödien mit Fokus auf Erzählstruktur und Figurenentwicklung.
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