Warum Man on Fire hinter Denzels Kult scheitert

Denzel Washingtons Schatten ist zu groß für Netflix. Yahya Abdul-Mateen II spielt John Creasy in der neuen siebenteiligen Serie überzeugend, doch Showrunner Kyle Killen adaptiert Quinnells zweiten Roman ohne das emotionale Gewicht des Kultfilms von 2004. Wer den Vergleich kennt, wird das Defizit sofort spüren.
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Von der Leinwand auf Netflix
Man on Fire hat eine lange Geschichte auf der Leinwand. Die erste Verfilmung von Quinnells 1980 erschienenem Roman stammt aus dem Jahr 1987, mit Scott Glenn in der Hauptrolle. Den meisten Zuschauerinnen und Zuschauern dürfte jedoch Tony Scotts Version von 2004 im Gedächtnis geblieben sein, in der Denzel Washington an der Seite von Dakota Fanning spielte.
Nun wagt Netflix mit einer Serienadaption einen neuen Anlauf. Showrunner Kyle Killen verlegt den Fokus auf Quinnells zweiten Creasy-Roman und gibt der Geschichte damit mehr Raum zur Entfaltung, als es ein einzelner Spielfilm erlauben würde. Die erste Staffel umfasst sieben Episoden und beginnt mit einem Rückblick in die Vergangenheit der Figur.
Abdul-Mateen II als Creasy
Yahya Abdul-Mateen II verkörpert John Creasy als einen zutiefst beschädigten Mann, dessen einzige Triebkräfte Loyalität und Rache sind. Die Darstellung gilt als das stärkste Element der Serie: Abdul-Mateen II verleiht der Figur eine physische Präsenz und emotionale Tiefe, die den Zuschauer durch alle sieben Episoden trägt.
Neben seiner schauspielerischen Leistung ist Abdul-Mateen II auch als ausführender Produzent an der Serie beteiligt. Das unterstreicht, wie eng er sich mit dem Material identifiziert. Scoot McNairy und Henry Tappan stehen ihm dabei in wichtigen Nebenrollen zur Seite und liefern ebenfalls fähige Darbietungen.
Rio de Janeiro als Schauplatz
Die Serie spielt in Rio de Janeiro und zeigt die Stadt in ihrer ganzen Bandbreite, von glitzernden Vierteln bis zu den rauen Realitäten der Favelas. Damit knüpft die Produktion an Fernando Meirelles' einflussreiches Werk 'City of God' aus dem Jahr 2002 an, das ebenfalls die vielschichtigen Energien der brasilianischen Metropole einfing.
Diese visuelle und atmosphärische Verortung gibt der Serie eine eigene Handschrift. Die Kameraarbeit und das Produktionsdesign transportieren das Lebensgefühl der Stadt glaubwürdig, was dem Actiongeschehen einen authentischen Rahmen verleiht.
Solide, aber nicht außergewöhnlich
Das zentrale Problem von Man on Fire auf Netflix ist, dass die Serie selten von den Erwartungen abweicht, die das Genre und der bekannte Stoff wecken. Wer Creasy kennt, weiß, was ihn antreibt, und die Serie überrascht kaum. Dadurch fehlt ihr die Schärfe, die nötig wäre, um wirklich herauszustechen.
Im Vergleich zur unmittelbaren Filmversion von 2004 mangelt es der Serie an dem emotionalen Kern, der Washingtons Darstellung so eindringlich machte. Die Beziehung zwischen Creasy und dem Mädchen, das er beschützt, war damals das Herzstück. In der Serienadaption bleibt eine vergleichbare emotionale Bindung schwächer ausgeprägt.
Fazit: Man on Fire ist gut genug, um Fans des Genres zu unterhalten. Abdul-Mateen IIs Leistung allein rechtfertigt das Einschalten. Wer jedoch Außergewöhnliches erwartet, könnte enttäuscht werden.
Produktion und Verantwortliche
Kyle Killen entwickelte die Serie auf Basis von A. J. Quinnells Romanen. Als ausführende Produzenten sind unter anderem Arnon Milchan und Yariv Milchan für New Regency Productions sowie Peter Chernin, Jenno Topping und Tracey Cook für Chernin Entertainment beteiligt.
Regisseur Steven Caple Jr. gehört ebenfalls zum Kreis der ausführenden Produzenten, ebenso wie Abdul-Mateen II selbst. Die Produktion vereint damit erfahrene Kräfte aus Film und Fernsehen hinter der Kamera, was sich in der handwerklichen Qualität der Serie widerspiegelt.
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Die realistischsten Explosionen der Serie sind komplett digital. Kevin Lingenfelser, der an Armageddon, The Mummy und I Robot arbeitete, baute Rio de Janeiro in Mexiko-Stadt nach. Dass ein VFX-Veteran mit Jahrzehnten Blockbuster-Erfahrung ausgerechnet im TV-Format seine präziseste Arbeit abliefert, kommt nicht oft vor.

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Artikel geschrieben von:

Laura Klein ist spezialisiert auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Serien mit geschultem Blick für Erzähltempo und Figurenentwicklung.
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