Warum der Graceland-Trip in Paradise mehr steckt als die meisten Zuschauer dachten

Was steckt wirklich hinter Xaviers Abstecher nach Graceland? Das nun veröffentlichte Drehbuch zur Staffel-2-Premiere von Paradise, geschrieben von Dan Fogelman und Eric Wen, liefert erstmals eine Antwort. Zuschauer, die die Szene für Zufall hielten, werden ihre Lesart der Staffel überdenken müssen.
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Wie Graceland in die Serie kam
Die Idee, Protagonist Xavier (Sterling K. Brown) auf einem Ausflug nach Graceland zu schicken, entstand spontan im Autoren-Zimmer der zweiten Staffel. Während das Team darüber nachdachte, welchen Figuren Xavier auf seiner Reise außerhalb des Bunkers begegnen könnte, stellte Serienschöpfer Dan Fogelman plötzlich die Frage: 'Was, wenn er nach Graceland fährt?'
Für Autor Eric Wen, der mit dieser Episode sein Debüt als Drehbuchautor feierte, war das eine echte Herausforderung. In seiner Einleitung zum Skript gibt er offen zu, dass er zunächst kaum etwas über Elvis wusste. Die intensive Beschäftigung mit dem Thema prägte jedoch die Tiefe, mit der die Szene schließlich umgesetzt wurde.
Das Ergebnis überzeugte das Publikum: Die Staffel-2-Finale verzeichnete binnen drei Tagen nach Veröffentlichung 4,3 Millionen Aufrufe und bewies damit, dass Paradise auch in der zweiten Staffel ein großes Publikum findet.
Annies Geschichte und Pandemie-Erfahrungen
Die Premiere der zweiten Staffel verfolgt die Figur Annie von ihrer Kindheit bis in die Gegenwart. Wen beschreibt, wie Annies Geschichte in vielerlei Hinsicht die Erfahrungen vieler Menschen während der Covid-Pandemie widerspiegelt: Isolation, das Gefühl des Überlebens in einer apokalyptisch wirkenden Zeit und die tiefe Sehnsucht nach menschlicher Nähe.
Für die Liebesgeschichte zwischen Annie und Link ließ sich Wen von seiner eigenen Beziehung inspirieren. Er lernte seinen Partner 2021 kennen, kurz nachdem die pandemiebedingten Einschränkungen allmählich gelockert wurden. Diese persönliche Erfahrung floss direkt in das Schreiben der Figuren ein.
Rückblickend begreift Wen die Episode weniger als Geschichte über das bloße Überleben, sondern vielmehr als eine über Einsamkeit und die Sehnsucht nach menschlicher Verbindung. Diese emotionale Ebene unterscheidet Paradise von vielen anderen Serien des Genres.
Fogelmans Vision hinter der Serie
Dan Fogelman betonte von Beginn an, dass Paradise keine weitere Serie über 'bedrohliche Männer mit Waffen' sein soll. Dieser Anspruch zieht sich durch beide Staffeln und erklärt, warum die Serie trotz ihrer Thriller-Elemente stets den menschlichen Kern in den Vordergrund stellt.
Fogelman entwickelte die Serie gemeinsam mit einem erfahrenen Team. Die Regie-Veteranen Glenn Ficarra und John Requa sind ebenfalls an der Produktion beteiligt, während Stars wie Sterling K. Brown und Shailene Woodley die Hauptrollen übernehmen. Angel Laketa Moore und Thomas Doherty gehören zu den neuen Gesichtern, die in Staffel 2 hinzugekommen sind.
Die vier Emmy-Nominierungen der ersten Staffel, darunter eine in der Kategorie Beste Dramaserie, bestätigen den künstlerischen Anspruch, den Fogelman und sein Team von Anfang an verfolgen.
Staffel 2 mit neuen Charakteren und Rätseln
Die zweite Staffel von Paradise erweitert das Universum der Serie mit neuen Figuren und tieferen Geheimnissen. Die Handlung führt Xavier aus dem Bunker heraus in eine Welt, die ebenso viele Fragen aufwirft wie die Schutzanlage selbst.
Das Finale der zweiten Staffel endet mit einem Cliffhanger, der laut Fogelman dem Abschluss der ersten Staffel in nichts nachsteht. Damit setzt die Serie ihre Tradition fort, das Publikum mit offenen Fragen in die Wartezeit auf die nächste Staffel zu entlassen.
Staffel 3 ist bereits in Planung, ein konkretes Startdatum steht jedoch noch aus. Für deutsche Zuschauer ist Paradise vollständig auf Disney+ verfügbar.
Eric Wens Debüt als Drehbuchautor
Die Graceland-Premiere markiert Eric Wens ersten eigenständigen Drehbuch-Credit. In seiner persönlichen Einleitung zum veröffentlichten Skript schildert er nicht nur die Entstehungsgeschichte der Folge, sondern auch die emotionalen und biografischen Quellen, aus denen er schöpfte.
Die Zusammenarbeit mit Fogelman beschreibt Wen als prägend: Der Serienschöpfer habe ihm den Raum gegeben, eigene Erfahrungen einzubringen, ohne dabei die übergeordnete Vision der Serie aus den Augen zu verlieren. Das Ergebnis ist eine Episode, die sowohl als eigenständiges Werk als auch als Teil des größeren Staffel-Bogens funktioniert.
Das veröffentlichte Skript ist für Fans und Brancheninteressierte gleichermaßen lesenswert: Es zeigt exemplarisch, wie aus einer spontanen Idee im Autoren-Zimmer eine der emotionalsten Szenen der Staffel entstehen kann.
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Artikel geschrieben von:

Julia Fischer analysiert Serien mit besonderem Fokus auf erzählerische Details, Charakterentwicklung und Genre-Mix.
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