Warum Believe Me gerade so viele Menschen berührt
Täter-Psychologie versus Opfer-Realität: Believe Me bricht radikal mit dem Genre. Autor Jeff Pope weigert sich, in die Gedankenwelt des Sexualstraftäters John Worboys einzutauchen, der zwischen 2006 und 2008 mindestens zwölf Frauen betäubte und missbrauchte. Daniel Mays spielt den Verbrecher, doch die Serie gehört den Überlebenden.
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Fokus auf die Opfer
Jeff Pope entschied sich früh im kreativen Prozess, die Serie aus der Perspektive der Opfer zu erzählen. Er betont, dass er kein Interesse daran habe, in die Gedankenwelt von Psychopathen einzutauchen. Dieser Ansatz prägt seine Arbeit seit langem und unterscheidet Believe Me von vielen anderen True-Crime-Formaten.
Die Frauen wurden von Worboys unter Drogen gesetzt und wussten, dass etwas geschehen war, konnten aber nicht genau sagen, was passiert war. Sie durchlebten einen qualvollen Prozess, nur um am Ende zu hören, dass man ihnen nicht glaube und kein Verbrechen stattgefunden habe. Das System versagte diesen Frauen auf dramatische Weise.
Worboys' perfide Masche
John Worboys nahm Frauen nach durchfeierten Nächten in seinem Taxi mit und behauptete, er habe im Casino oder bei der Lotterie gewonnen. Dann bot er ihnen beharrlich ein Glas Champagner an, um mit ihm zu feiern, das jedoch mit Drogen versetzt war. Sobald die Frauen das Bewusstsein verloren, missbrauchte er sie.
Nach seiner Verurteilung 2009 für Verbrechen gegen zwölf Frauen wurde er mit Vorwürfen weiterer sexueller Übergriffe gegen mehr als hundert Frauen in Verbindung gebracht. Er gilt als einer der produktivsten Sexualstraftäter in der britischen Geschichte.
Daniel Mays' emotionale Herausforderung
Für Daniel Mays stellte die Rolle des John Worboys eine enorme schauspielerische Herausforderung dar. Er beschreibt die Figur als riesigen Charakter, den es zu bewältigen galt. Die emotionale Belastung, einen solchen Täter zu verkörpern, war erheblich.
Mays vertraut auf Jeff Popes Arbeitsweise, die er als herzlich, fesselnd und gründlich recherchiert beschreibt. Pope kommt aus dem Journalismus und ist absolut akribisch in seinem Erzählstil. Wenn Pope mit einem Drehbuch auf einen zukomme, wisse man, dass es von höchster Qualität sei.
Jeff Popes journalistischer Ansatz
Jeff Pope bringt seinen journalistischen Hintergrund in jedes Projekt ein und recherchiert seine Geschichten bis ins kleinste Detail. Dieser Ansatz hat sich über lange Zeit als sein kreativer Prozess etabliert. Er konzentriert sich darauf, wahre Geschichten mit Respekt und Genauigkeit zu erzählen.
Pope hat bereits mehrfach bewiesen, dass er komplexe Kriminalfälle sensibel aufarbeiten kann, ohne die Täter zu glorifizieren. Seine Arbeit an Projekten über Figuren wie Malcolm Webster und Jimmy Savile zeigt seine Fähigkeit, schwierige Themen anzugehen.
Die Besetzung von Believe Me
Neben Daniel Mays als John Worboys umfasst die Besetzung von Believe Me Aimée-Ffion Edwards, Aasiya Shah und Miriam Petche in tragenden Rollen. Die Schauspielerinnen verkörpern Frauen, die gegen ein System kämpfen, das ihnen nicht glauben will. Julia Ford ist ebenfalls Teil des Ensembles.
Die Serie beleuchtet nicht nur die Verbrechen selbst, sondern vor allem den Kampf der Opfer um Anerkennung und Gerechtigkeit. Ein Startdatum für Believe Me bei ITV steht noch aus.
Artikel geschrieben von:

Clara Hoffmann ist Serien-Redakteurin mit besonderem Fokus auf emotionale Drama-Serien und detailreiche Period Pieces.
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