The Other Bennet Sister startet mit der Figur, die alle vergessen haben

·07.05.2026, 02:21 Uhr·3 Min
Bild: BBC One · TMDB

Wie weit trägt eine Figur, die niemand wirklich mochte? The Other Bennet Sister startet am 6. Mai auf BritBox mit wöchentlichem Episodenrollout und stellt Mary Bennet erstmals als Protagonistin in den Mittelpunkt. Ob Janice Hadlows Romanvorlage dafür genug Substanz liefert, zeigen die nächsten zehn Wochen.

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Warum Mary Bennet heute relevanter ist

Die Idee zur Serie entstand vor acht oder neun Jahren, als Autorin Janice Hadlow Produzentin Jane Tranter erstmals von ihrem Konzept erzählte. Tranter erkannte sofort das Potenzial: Eine Frau, die keine konventionelle Heldin ist, ins Zentrum einer Geschichte zu stellen, schien ihr ein dringendes Vorhaben.

Tranter ist überzeugt, dass Mary Bennet für die heutige Generation junger Frauen emotionaler nachvollziehbar ist als ihre berühmtere Schwester Elizabeth. Mary steht am Rand, wird unterschätzt und kämpft um Anerkennung, ein Gefühl, das viele Zuschauerinnen kennen.

Die zehnteilige Miniserie wird wöchentlich veröffentlicht und wurde von Sarah Quintrell gemeinsam mit Maddie Dai adaptiert. Ella Bruccoleri übernimmt die Hauptrolle der Mary Bennet.

Besetzung mit Augenzwinkern zur Geschichte

Eine besondere Hommage an die Seriengeschichte steckt in der Besetzung von Lucy Briers: Sie spielte Mary Bennet bereits in der legendären BBC-Verfilmung von 1995, in der Colin Firth als Mr. Darcy und Jennifer Ehle als Elizabeth Bennet zu sehen waren. In The Other Bennet Sister verkörpert Briers nun die Haushälterin Mrs. Hill.

Diese Entscheidung ist kein Zufall, sondern ein bewusstes Spiel mit dem kollektiven Gedächtnis des Publikums. Wer die Klassiker kennt, wird in Briers' Auftritt eine liebevolle Verbeugung vor der Seriengeschichte erkennen.

Die Produktion stammt von Bad Wolf, dem Studio hinter Serien wie Industry und der neuen Doctor-Who-Ära. Für die Hauptrolle wurde Ella Bruccoleri verpflichtet, die Mary mit frischer Energie in die Gegenwart trägt.

Zwei Verehrer und ein nasser Hemdärmel

Auch The Other Bennet Sister spart nicht an romantischen Momenten, die Austen-Fans lieben. Mary findet sich in der ungewöhnlichen Lage, gleich zwei Verehrer zu haben, und Tranter verrät mit einem Augenzwinkern, dass beide Herren den Weg in den See finden werden.

Die Anspielung auf die berühmte Szene aus der 1995er-Verfilmung, in der Colin Firth als triefend nasser Mr. Darcy aus dem Wasser stieg, ist eindeutig gewollt. Tranter beschreibt es so: Beide Verehrer müssen im See landen, und beide müssen im weißen Hemd wieder herauskommen.

Das verspricht Unterhaltung für Austen-Kenner und Neulinge gleichermaßen, während die Serie gleichzeitig ihren eigenen emotionalen Kern bewahrt.

Weitere Austen-Figuren im Blick

Tranter denkt bereits über Mary Bennet hinaus. Sie erklärt, dass Bad Wolf sich derzeit intensiv mit den Romanen von Jane Austen beschäftigt und gezielt nach weiteren Figuren sucht, denen Austen selbst einen kritischen Seitenblick zugeworfen hat.

Mary sei nicht die einzige Nebenfigur im Austen-Universum, die von der Autorin bewusst mit Distanz oder Ironie gezeichnet wurde. Genau diese Figuren interessieren Tranter als Ausgangspunkt für neue Adaptionen.

Welche Charaktere konkret in Frage kommen, ließ Tranter offen. Doch das Prinzip ist klar: Wer bei Austen bisher am Rand stand, könnte bald im Mittelpunkt stehen.

Industry Staffel 5 und Bad Wolfs Zukunft

Neben The Other Bennet Sister blickt Bad Wolf auch auf die Zukunft von Industry. Tranter beschreibt die Entwicklung der Serie als kontinuierlichen Qualitätssprung: Zwischen Staffel 1 und 2 gab es einen großen Schritt, zwischen 2 und 3 einen noch größeren, zwischen 3 und 4 einen massiven, und Staffel 5 werde diesen Trend fortsetzen.

Zum Abschluss der Serie verspricht Tranter ein durch und durch glückliches Ende, das zum Ton der bisherigen vier Staffeln passt. Fans der Serie dürfen sich also auf einen versöhnlichen Abschluss freuen.

Bad Wolf wurde zudem von der BBC und Disney+ gemeinsam mit BBC Studios als Produktionspartner für ein großes Auftragspaket von 26 Episoden verpflichtet, was die wachsende Bedeutung des Studios in der britischen Serienlandschaft unterstreicht.

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Quelle: BBC OneZuletzt aktualisiert: 07.05.2026, 02:21 Uhr

Artikel geschrieben von:

Lea Zimmermann
Autor
Lea Zimmermann
Science FictionFantasy-SerienMystery

Lea Zimmermann analysiert aktuelle Serien mit besonderem Blick für Atmosphäre, Figurenentwicklung und Erzählstruktur.

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