Kritiker feiern The Other Bennet Sister: das hat konkrete Gründe

Ob eine träge Regency-Serie wirklich fesseln kann, ist die eigentliche Frage. The Other Bennet Sister hat ein Tempo-Problem, das Kritiker klar benennen, aber trotzdem empfehlen. Was die Serie trotzdem trägt, ist eine Hauptdarstellerin, die kaum Raum für Zweifel lässt.
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Mary Bennet endlich im Mittelpunkt
The Other Bennet Sister setzt dort an, wo Stolz und Vorurteil aufhört, und rückt die bislang vergessene Mary Bennet ins Zentrum. Die Serie beginnt in Longbourn, dem vertrauten Familienheim der Bennets, und folgt Mary auf ihrem Weg zu einem eigenständigen Leben.
Ella Bruccoleri spielt die Rolle mit bemerkenswerter Präzision: Sie verkörpert eine junge Frau, die sich in einer Gesellschaft behaupten muss, die sie wegen ihres Äußeren und ihrer ungewöhnlichen Interessen gerne übersieht. Ihre Darstellung trägt die gesamte Serie und macht Mary zu einer der überzeugendsten Austen-Figuren der jüngeren Fernsehgeschichte.
Neben Bruccoleri sind Maddie Close, Poppy Gilbert, Molly Wright und Grace Hogg-Robinson als weitere Bennet-Schwestern zu sehen, während Ruth Jones und Richard E. Grant die Elterngeneration verkörpern. Aaron Gill komplettiert das Ensemble in einer weiteren Schlüsselrolle.
Feministische Erzählung mit Regency-Authentizität
The Other Bennet Sister unterscheidet sich bewusst von glamouröseren Austen-Adaptionen: Die Serie verzichtet auf übertriebene Romantisierung und setzt stattdessen auf eine glaubwürdige Darstellung der Regency-Ära. Dabei schlägt sie eine Brücke zu modernen Werten, ohne dabei aufgesetzt zu wirken.
Die feministische Grundhaltung zieht sich durch alle zehn Episoden und verleiht der Geschichte eine Dringlichkeit, die weit über nostalgisches Kostümdrama hinausgeht. Mary kämpft um ihre Stimme, um Bildung und um das Recht, mehr zu sein als eine heiratsfähige Tochter.
Wer Bridgerton für zu schillernd hält, findet in The Other Bennet Sister eine deutlich geerdetere Alternative, die trotzdem nicht auf Witz und Herzwärme verzichtet.
Starkes Team hinter der Kamera
Das Drehbuch stammt von Sarah Quintrell, die Regie führte Jennifer Sheridan. Gemeinsam gelingt es ihnen, Janice Hadlows Romanvorlage in ein lebendiges Serienerlebnis zu übersetzen, das sowohl Austen-Kenner als auch Neueinsteiger anspricht.
Zu den ausführenden Produzentinnen und Produzenten zählen Kate Crowther, Becca Kinder, Jane Tranter, Rebecca Ferguson, Sarah Quintrell und Romanauatorin Janice Hadlow selbst. Die Produktion entstand bei Bad Wolf in Zusammenarbeit mit der BBC.
Die Beteiligung der Romanschreiberin als ausführende Produzentin sorgt dafür, dass der Geist der Vorlage in jeder Episode spürbar bleibt.
Tempo und erzählerische Stärken
Wer schnelle Handlungsbögen erwartet, muss sich etwas gedulden: The Other Bennet Sister nimmt sich Zeit für seine Figuren und entwickelt Marys Charakter in einem ruhigen, manchmal schleppenden Rhythmus. Dieser Ansatz zahlt sich jedoch aus, weil die emotionale Tiefe der Serie dadurch wächst.
Die zehn Folgen bieten genug Raum, um Nebenfiguren zu entfalten und die gesellschaftlichen Zwänge der Epoche glaubwürdig darzustellen. Besonders die Dynamik zwischen Mary und ihrer Familie gewinnt im Verlauf der Staffel deutlich an Schärfe.
Insgesamt überwiegen die Stärken: Die mutige feministische Haltung, Bruccoleri herausragende Leistung und die sorgfältige Ausstattung machen The Other Bennet Sister zu einem der bemerkenswertesten Kostümdramen des Jahres 2026.
Start und Verfügbarkeit für DACH
Die ersten drei Folgen von The Other Bennet Sister sind seit dem 6. Mai 2026 auf BritBox abrufbar, die verbleibenden Episoden erscheinen wöchentlich jeden Mittwoch.
Für Zuschauerinnen und Zuschauer im deutschsprachigen Raum steht noch kein offizieller Starttermin fest. BBC-Produktionen dieser Art landen in DACH erfahrungsgemäß bei Sky, in der ARD-Mediathek oder über weitere Streaming-Anbieter.
Angesichts der positiven Resonanz dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis The Other Bennet Sister auch hierzulande breit verfügbar ist.
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Warum The Other Bennet Sister so viele Außenseiter ins Herz trifft
Mary Bennet ist plötzlich das Gesicht eines BBC-Rekorderfolgs. Ella Bruccoleri spielt die lange übersehene Bennet-Schwester in der BBC-Produktion, die auch auf BritBox in den USA reüssiert. Wer sich je wie ein Außenseiter gefühlt hat, findet hier sein Serienpendant.

The Other Bennet Sister läuft am 24. Juni auf das Staffelfinale zu
Vier Worte, dann Stille: Hayward kommt nicht zum Ende. Dónal Finn setzt in Episode 9 zu einer Frage an, die William Ryder mit seinem Auftritt abwürgt. Dass ausgerechnet Marys früherer Verehrer den Moment sabotiert, gibt der Szene eine bittere Note.
Artikel geschrieben von:

Marie Weber berichtet über Action-, Drama- und Mystery-Serien mit besonderem Fokus auf Spannungsdramaturgie und Figurenzeichnung.
Alle Artikel von MarieMarie hat einen weiteren Artikel zur selben Serie verfasst.