The Madison startet bei Paramount+ mit einem ungewöhnlichen Versprechen

Trauer, die sich anfühlt wie ein reißender Fluss: Das trifft 'The Madison' genau. Michelle Pfeiffer spielt Matriarchin Stacy Clyburn, die ihre Familie nach Montana führt und dabei selbst kaum zusammenhält. Wer weiß, wie Verlust alles verändert, wird diese Serie schwer loslassen können.
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Montana als Hauptfigur bei 'The Madison'
In 'The Madison', dem neuen Paramount+-Drama von Taylor Sheridan, verlässt die Familie Clyburn nach dem Tod des Vaters New York City und zieht in das Madison River Valley im Südwesten Montanas. Angeführt wird die Familie von Matriarchin Stacy (Michelle Pfeiffer), gespielt von Michelle Pfeiffer. Die Serie ist bei Paramount+ in Deutschland verfügbar, auch über den Paramount+ Amazon Channel und den Paramount Plus Apple TV Channel.
Regisseurin Christina Alexandra Voros beschreibt die Herausforderung des Drehs in Three Forks, Montana, mit ungewöhnlicher Direktheit: 'Die physische Landschaft von The Madison war sowohl unser größtes Geschenk als auch unser größter Widersacher. Wir kämpften gegen das Wetter, das Gelände, die Flussströmungen und sogar das schwindende Tageslicht von Montanas unentschlossenem Herbst.' Für Voros war die Konsequenz klar: Der Landschaft gerecht zu werden war genauso zwingend wie den Herzschlag jeder Szene zu finden.
Inhaltlich dreht sich die Serie um Trauer und Verwandlung. 'In einer Geschichte über Trauer und die Art, wie sie uns verändert, war es wichtig, dass diese Figuren sowohl gebrochen als auch unzerstörbar sind', sagt Voros. Die Landschaft Montanas übernimmt dabei eine dramaturgische Funktion, die weit über eine bloße Kulisse hinausgeht.
'The Boroughs': Eine Stadt, die es nicht gibt
Die Netflix-Serie 'The Boroughs' spielt in einem Rentnerdorf in New Mexico, das in der Realität nicht existiert: und deshalb komplett neu gebaut werden musste. Die Serienschöpfer Jeffrey Addiss und Will Matthews formulieren es schlicht: 'The Boroughs handelt von einer bestimmten Stadt, die es gar nicht gibt, also mussten wir sie bauen.' Produktionsdesignerin Ruth Ammon schuf die idyllische Gemeinde mitten in der Wüste.
Die Prämisse der Serie ist so absurd wie präzise: Die Bewohner des Rentnerorts, angeführt von Alfred Molina, stehen im Kampf gegen die Eigentümer des Dorfes, die ihre Gehirne anzapfen wollen, um ein vampirisches Wesen zu ernähren. Addiss und Matthews beschreiben das zentrale Designproblem: 'The Boroughs musste sich wie eine Blase anfühlen: schön, aber heikel. Weit genug vom nächsten Ort entfernt, dass man die Isolation spürte, aber auf glaubwürdige Weise.'
Die Schöpfer betonten, dass die älteren Hauptfiguren trotz aller Komik und Tragik als Helden zu verstehen sind: 'Es war uns sehr wichtig, dass diese Rentner in erster Linie als Helden gesehen werden. Auch wenn sie traurige oder komische Momente haben, sollten sie niemals bemitleidet oder zur Zielscheibe des Witzes gemacht werden.' Das ist eine bewusste Abkehr von einem verbreiteten Klischee im Umgang mit älteren Figuren im Fernsehen.
'Paradise': Colorado nach der Apokalypse
Dan Fogelmans postapokalyptischer Thriller 'Paradise' bei Hulu verlagert seinen Handlungsort in der zweiten Staffel grundlegend: War Staffel eins noch auf einen unterirdischen Bunkerkomplex in den Bergen Colorados beschränkt, spielt sich das Geschehen nun an der Oberfläche ab. Produzent John Hoberg erklärt das Ziel: 'Es war wichtig, dass wir eine Welt zeigen, die wieder zum Leben erwacht, aber auch eine Welt, die eine große Tragödie durchgemacht hat.'
Die emotionale Unterscheidung zwischen Unter- und Überirdischen bildet das dramatische Rückgrat der neuen Folgen. 'Man kann die Präsenz von Verlust und Trauma im Bunker spüren; sie lauert immer', sagt Hoberg. An der Oberfläche hingegen sollte ein anderes Gefühl entstehen: das Gefühl von Menschen, die überlebt haben und in einer gefährlichen Welt Gemeinschaft, Freundlichkeit und Liebe gefunden haben.
Figuren wie Teri Rogers-Collins, gespielt von Enuka Okuma, verkörpern diesen Übergang. Das Produktionsteam wollte dabei einen Blick auf Americana vermitteln, der verfremdet wirkt: vertraute Bilder amerikanischen Alltags, gesehen durch die Augen von Menschen, die alles verloren und neu aufgebaut haben.
West Texas und die Ölarbeiter bei 'Landman'
Das Paramount+-Drama 'Landman' mit Billy Bob Thornton in der Hauptrolle spielt im Permian Basin, dem Ölfeld-Gebiet von West Texas und New Mexico. Co-Schöpfer Christian Wallace, der die Serie gemeinsam mit Taylor Sheridan entwickelt hat, betont den Anspruch an Authentizität: 'Es ist wichtig, dass wir den Roughnecks und Blauarbeitern in West Texas gerecht werden, die die harten und gefährlichen Jobs erledigen, die die moderne Gesellschaft antreiben.'
Die Drehbedingungen spiegeln die raue Realität des Schauplatzes. Das Permian Basin ist nach Angaben des Teams so groß wie Großbritannien und liegt fast fünf Stunden westlich der Produktionsbasis in Fort Worth. Staubstürme, Wüstenhitze, Hagelschauer, Klapperschlangen und schweres Gerät gehörten zum Alltag am Set.
Für Wallace ist all das kein Hindernis, sondern Rohstoff: 'Es gibt eine raue Schönheit im Permian, die es nirgendwo sonst im Land gibt: wenn man die Augen ein wenig zusammenkneift, um sie zu sehen.' Diese visuelle Sprache des Entbehrens und der Weite prägt den gesamten Look der Serie.
Warum Kleinstädte die besseren Dramen liefern
Was diese Serien verbindet, ist mehr als ein geografisches Merkmal. Hinter dem Trend zur ländlichen Kulisse steckt eine inhaltliche These: 'Zu oft schreiben wir Tragödien den Reichen oder Hochgestellten zu', lautet das Argument, das mehrere der beteiligten Showrunner teilen. Die Peripherie bietet Figuren, die selten im Mittelpunkt stehen: und deren Geschichten dadurch überraschend wirken.
Die HBO-Comedyserie 'I Love LA' funktioniert nach einem verwandten Prinzip. Co-Showrunnerin Rachel Sennott, die die Serie auch schuf und selbst darin spielt, beschreibt den Reiz des Spezifischen: 'Was so aufregend daran war, unsere Welt für I Love LA aufzubauen, war die Möglichkeit, uns auf die Hypergenauigkeit dieser Freundesgruppe und der Welt, die sie bewohnen, einzulassen.' Los Angeles mag eine Metropole sein: aber die Figuren der Serie kommen aus dem kleinstädtischen Amerika und tragen diese Herkunft mit sich.
Sennott und Co-Showrunnerin Emma Barrie betonen dabei einen wichtigen Balanceakt: Auch wenn die Figuren Komödienfiguren sind, sollten die emotionalen Einsätze real bleiben. Influencer-Klischees zu vermeiden und gleichzeitig authentisch zu erzählen: das ist die Herausforderung, die diese Saison auf kleinen wie großen Schauplätzen gleichermaßen stellt.
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Artikel geschrieben von:

Emma Mueller ist Serienredakteurin mit klarem Fokus auf spannungsgetriebene Formate wie Action, Drama und Mystery.
Alle Artikel von EmmaEmma hat einen weiteren Artikel zur selben Serie verfasst.