Staffel 2 von Spider-Noir soll Nicolas Cage in turbulentere Zeiten werfen

Was genau 'turbulentere Zeiten' für Ben Reilly bedeutet, bleibt offen. Bekannt ist, dass Spider-Noir Staffel 1 konkret im Jahr 1933 spielt und Nicolas Cage als gealterten Privatdetektiv zeigt, der widerwillig zum Superhelden wird. Showrunner Uziel hält sich bedeckt, wohin der Zeitsprung in Staffel 2 führt.
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Staffel 1 spielt im Jahr 1933
Spider-Noir ist die erste Live-Action-Serie aus dem Spider-Man-Universum von Marvel. Nicolas Cage verkörpert darin den gealterten Privatdetektiv Ben Reilly, der im New York der Großen Depression widerwillig wieder in seine Rolle als Superheld 'The Spider' schlüpft. Die erste Staffel spielt konkret im Jahr 1933, wie Showrunner Oren Uziel nun erstmals offiziell bestätigt hat.
Das Ensemble um Cage umfasst Lamorne Morris als Reporter Robbie Robertson, Li Jun Li als die an Black Cat angelehnte Cat Hardy, Karen Rodriguez als Bens Assistentin Janet, Abraham Popoola als Lonnie Lincoln alias Tombstone, Jack Huston als Flint Marko alias Sandman sowie Brendan Gleeson als Mob-Boss Silvermane. Gemeinsam mit Steve Lightfoot, bekannt aus 'The Punisher', führt Uziel die Regie über das Gesamtprojekt.
Die Kritiken zur ersten Staffel fallen ausgesprochen positiv aus. Auf Rotten Tomatoes hält die Serie derzeit eine Zustimmungsrate von 91 Prozent und trägt das Siegel 'Certified Fresh'.
Zeitsprung in chaotischere Epoche geplant
Für eine zweite Staffel schwebt Uziel ein Sprung 'etwas weiter' in der Zeitlinie vor. Gegenüber ScreenRant erklärte der Showrunner: 'Es wird eine zunehmend chaotische und konfliktreiche Zeit in der Welt sein. Ich möchte sehen, wohin Ben, Robbie und Karen geraten und welche Abenteuer sie erleben könnten.' Das deutet auf die späten 1930er oder frühen 1940er Jahre hin, also die Vorkriegs- beziehungsweise Kriegszeit.
Uziel betonte dabei seine Begeisterung für den historischen Rahmen der Serie. Für ihn ist die genaue Verortung in der Geschichte kein bloßes Stilmittel, sondern ein dramaturgisches Fundament. Ein Sprung in Richtung Zweiter Weltkrieg würde für Ben Reilly eine besondere emotionale Dimension öffnen: Als Veteran des Ersten Weltkriegs trüge er bereits schweres Gepäck aus einem früheren globalen Konflikt.
Im Gegensatz zu den Comics, in denen Ben durch den Biss einer Spinne aus einem Idol-Artefakt seine Kräfte erhält, zeigt die Serie ihn als Kriegsveteran, der durch ein Mutantenexperiment gebissen wird. Diese Abweichung gibt der Serie Spielraum für völlig eigenständige Geschichten.
Super-Soldat-Programm als Chekhov-Waffe
Die erste Staffel streut bereits Hinweise auf größere Zusammenhänge. Bens Ermittlungen rund um ein Militärlager aus dem Ersten Weltkrieg legen nahe, dass die Experimente an Soldaten Teil eines sogenannten 'Super-Soldat-Programms' waren. Das klingt vertraut: Die Serie könnte damit den Grundstein für ihre eigene Version der Formel legen, die im Marvel-Universum Captain America erschaffen hat.
Ob dieser Faden in Staffel 2 aufgegriffen wird, lässt Uziel offen. Fest steht aber, dass das Finale der ersten Staffel mehrere Türen aufstößt. Janet ist nun offiziell Bens Partnerin im Detektivbüro, Robbie gründet eine eigene Zeitung, und nach dem Tod von Silvermane klafft ein Machtvakuum im New Yorker Verbrechermilieu.
Cat Hardy hat Silvermane getötet und zieht sich mit Flint Marko ins Privatleben zurück. Wer die Lücke im Untergrund füllt, wäre ein naheliegender Ausgangspunkt für eine neue Staffel.
Uziel wartet auf Publikumsreaktion
Trotz konkreter inhaltlicher Ideen bleibt Uziel vorsichtig. Im Gespräch mit ScreenRant-Redakteur Grant Hermanns sagte er, er habe 'viele Gedanken' zur Zukunft der Serie, wolle aber zunächst abwarten, wie die erste Staffel beim Publikum ankommt, bevor man 'mit voller Kraft eine neue Geschichte angeht'. Eine offizielle Verlängerung steht damit noch aus.
Die Voraussetzungen sind günstig: Die kritische Resonanz ist stark, und Amazon MGM dürfte nach dem Ende von 'The Boys' Interesse daran haben, das Superhelden-Genre auf Prime Video weiterzuführen. 'Invincible' läuft zwar noch, doch Spider-Noir könnte den Streamingdienst langfristig in diesem Segment verankern.
Nicolas Cage kehrt mit der Serie erstmals seit Jahren in ein Live-Action-Comicformat zurück. Sein Auftritt als Spider-Man in 'Spider-Man: Across the Spider-Verse' hatte das Interesse an einer eigenständigen Produktion geweckt, die nun als separate Geschichte ohne Verbindung zum Animationsfilm erzählt wird.
Was Staffel 2 leisten müsste
Ein Zeitsprung in die Kriegsjahre würde Spider-Noir vor neue erzählerische Herausforderungen stellen. Ben Reilly als Kriegsveteran in einer Welt, die erneut in Konflikt versinkt, bietet dramatisches Potenzial weit über klassische Superhelden-Plots hinaus. Die Noir-Ästhetik der Serie ließe sich in einem von Propaganda, Paranoia und Verlust geprägten Jahrzehnt konsequent weiterdenken.
Robbies neue Zeitung könnte ihn in direkten Wettbewerb mit dem noch nicht eingeführten J. Jonah Jameson und dem Daily Bugle bringen. Das wäre eine originelle Variante einer der bekanntesten Rivalitäten im Spider-Man-Kosmos, diesmal im Kontext des Journalismus der 1940er Jahre.
Ob Staffel 2 tatsächlich kommt, entscheidet sich in den kommenden Wochen und Monaten. Alle acht Folgen der ersten Staffel stehen auf Amazon Prime Video bereit. Ein Startdatum für den deutschsprachigen Raum wurde bislang nicht kommuniziert.
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Artikel geschrieben von:

Clara Hoffmann ist Serien-Redakteurin mit besonderem Fokus auf emotionale Drama-Serien und detailreiche Period Pieces.
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