Richie Moriarty trägt das Ghosts-Finale fast allein und hinterlässt eine Lücke

Nancy ist eine entlaufene Prinzessin: Das verrät Staffel 5 nebenbei. Betsy Sodaros Figur erhält im Finale ein überraschendes Backstory-Upgrade, während Pete opfert, was er hat. Dass ausgerechnet die Nebenhandlung so viel Gewicht bekommt, war so nicht abzusehen.
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Petes Opfer erschüttert Woodstone
Im zweiteiligen Staffelfinale der fünften Staffel von Ghosts stand Pete, gespielt von Richie Moriarty, im Mittelpunkt einer der emotionalsten Szenen der Seriengeschichte. Der pfeilgespickte Geist begleitete Jay (Utkarsh Ambudkar) und Kyle auf einer entscheidenden Mission, die Woodstone retten sollte. Dabei entfernte er sich so weit von seinem angestammten Ort, dass er schrittweise zu verschwinden begann.
Zunächst war Pete nur noch als Kopf sichtbar, bevor er auf dem Rücksitz des Autos vollständig verschwand. Woodstone wurde gerettet, doch der Preis dafür war hoch: Pete schien sein Geisterleben geopfert zu haben. Das Finale endet mit einem bittersüßen Gefühl, denn der Sieg über die Bedrohung steht im Schatten des Verlustes eines geliebten Charakters.
Showrunner Joe Port beschrieb das Ende als eine Frage, die die Serie von Anfang an gestellt habe: Was passiert, wenn ein Geist mit der Fähigkeit, sich zu entfernen, vollständig verschwindet? Es habe sich wie ein zwingender Abschluss der Staffel angefühlt, einen Geist tatsächlich verschwinden zu sehen, ohne zu wissen, was als Nächstes kommt.
Serienmacher erklären die Entscheidung
Joe Port und Joe Wiseman haben sich nach dem Finale zu Wort gemeldet und die kreative Entscheidung hinter Petes Verschwinden erläutert. Für sie war es wichtig, die emotionale Konsequenz von Petes Fähigkeit, sich von Woodstone zu entfernen, vollständig auszuspielen. Die Frage, was passiert, wenn er zu weit geht, habe die Autoren seit der Einführung seiner besonderen Kraft beschäftigt.
Das Finale zeige laut den Machern den Kern von Petes Charakter: Er opfert sich für seine Freunde, ohne zu zögern. Der Sieg für Sam (Rose McIver), Jay und die anderen Geister komme mit dem schmerzhaften Bewusstsein, dass Pete diesen Triumph möglicherweise nicht mehr erlebt. Diese emotionale Spannung sei bewusst als Abschluss der Staffel gewählt worden.
Gleichzeitig betonten Port und Wiseman, dass Petes Verschwinden sich von einem normalen Übergang unterscheide. Wenn ein Geist in der Welt von Ghosts ins Jenseits wechselt, wird dies als 'Aufsaugen' bezeichnet und geht mit einem Lichtstrahl in den Himmel einher. Bei Pete gab es kein solches Zeichen, was die Frage nach seinem Schicksal bewusst offenlässt.
Nancys Geheimnis endlich gelüftet
Neben Petes Schicksal bot das Finale auch eine lang ersehnte Enthüllung rund um Nancy, gespielt von Betsy Sodaro. Es stellte sich heraus, dass Nancy in ihrem früheren Leben eine Prinzessin war, die ihr privilegiertes Dasein aufgegeben hatte, um ein freies Leben als einfache Bürgerin zu führen. Damit erhielt eine der schillerndsten Nebenfiguren endlich ihre vollständige Hintergrundgeschichte.
Die Showrunner erklärten, dass der Begriff 'Fancy Nancy' so etwas wie ihr Leitstern bei der Entwicklung von Nancys Vergangenheit gewesen sei. Die Idee, dass hinter ihrer exzentrischen Art eine royale Herkunft steckt, habe sich von Anfang an als perfekte Erklärung angeboten. Betsy Sodaro bekommt in dieser Storyline mehr Raum, was laut Port und Wiseman immer ein Gewinn für die Serie sei.
Port und Wiseman machten keinen Hehl daraus, wie sehr sie Betsy Sodaro schätzen. Jede Gelegenheit, ihr mehr Screentime zu geben, werde von der Produktion begrüßt. Nancys Prinzessinnen-Enthüllung sei ein Beispiel dafür, wie die Serie Nebenfiguren mit überraschender Tiefe ausstatten könne.
Staffel 6 startet mit Sonderfolgen
Die sechste Staffel von Ghosts wird mit zwei einstündigen Sonderfolgen starten, einer Halloween-Episode und einer Weihnachtsfolge, bevor die regulären Episoden Anfang 2027 folgen. Joe Wiseman relativierte dabei den Begriff 'Midseason-Start': Mit zwei je einstündigen Specials starte die Serie faktisch nur zwei Wochen später als gewohnt, was den Unterschied kaum spürbar mache.
Die Handlung der sechsten Staffel setzt einige Monate nach den Ereignissen des Finales an. Sam, Jay und die verbliebenen Geister von Woodstone werden in einer veränderten Situation aufgefunden, bevor die Geschichte von dort aus weiterentwickelt wird. Details zur Ausgangslage wurden bewusst noch nicht preisgegeben.
Für Fans, die sich um Pete sorgen, gibt es immerhin eine beruhigende Aussage der Macher: Die offene Frage um sein Schicksal werde in Staffel 6 direkt aufgegriffen. Zuschauer müssen sich keine langen Wartezeiten auf Antworten gefallen lassen, so das Versprechen von Port und Wiseman.
Petes Rückkehr bleibt offen
Ob Richie Moriarty als Pete in Staffel 6 zurückkehren wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Die Showrunner haben lediglich bestätigt, dass die Frage um sein Verschwinden nicht auf die lange Bank geschoben wird. Wie die Antwort konkret aussieht, ob als Rückkehr, endgültiger Abschied oder etwas völlig Neues, bleibt Spekulation.
Für die Fans ist Petes Charakter seit Jahren eine tragende Säule der Serie. Seine Mischung aus Naivität, Herzlichkeit und überraschenden Momenten, etwa seine Erklärung, warum er bei Nervosität einen bestimmten Song singt, er war damals bei einem Whitesnake-Konzert und die Schlange war sehr lang, hat ihn zu einem Publikumsliebling gemacht.
Das Finale hinterlässt damit einen nachhaltigen Eindruck: Ghosts hat gezeigt, dass es bereit ist, echte Konsequenzen für seine Figuren zu ziehen. Der Ausgang für Pete bleibt das große Gesprächsthema bis zum Start der neuen Episoden Anfang 2027.
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Warum das Ghosts-Finale Zuschauer so überrascht hat
Pete rettet Woodstone, verliert dabei aber seine eigene Existenz. Das fünfte Staffelfinale von Ghosts auf Paramount+ bricht gleich zwei Traditionen: erstmals eine Stunde Laufzeit, erstmals ein Zeitsprung zum Saisonstart. Was das für den beliebtesten Geister-Scout bedeutet, bleibt bis Oktober offen.

Ghosts Staffel 5: Woodstone steht vor dem Abriss im Finale
Das Zuhause der Geister steht vor dem Ende. Woodstone Mansion wurde an einen Wasserkonzern verkauft, der das Anwesen schlicht abreißen lassen will. Im zweiteiligen Staffel-5-Finale auf Paramount+ müssen Fans miterleben, ob Sam, Jay und die Geister alles verlieren.

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Ghosts Staffel 5 endet mit einem Doppelfolgen-Finale und einem massiven Cliffhanger. Asher Grodman, der pantlose Geist Trevor, bestätigte die Pläne der Showrunner Joe Port und Joe Wiseman. Staffel 6 folgt erst zur Midseason auf CBS, was die Wartezeit für Fans besonders lang macht.
Artikel geschrieben von:

Lea Zimmermann analysiert aktuelle Serien mit besonderem Blick für Atmosphäre, Figurenentwicklung und Erzählstruktur.
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