Owen Hunt verlässt Grey's Anatomy: Warum ihn kaum jemand vermisst

·25.04.2026, 17:16 Uhr·4 Min
Bild: ABC · TMDB

Grey's Anatomy verliert seinen unbeliebtesten Charakter nach 380 Folgen. Kevin McKidd und Kim Raver verlassen die Serie am Ende von Staffel 22. Für die meisten Fans dürfte das keine Trauer, sondern Erleichterung bedeuten.

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Der Arzt mit dem schlechtesten Ruf

Owen Hunt polarisiert wie kaum eine andere Figur in Grey's Anatomy. Während Charaktere wie Meredith Grey (Ellen Pompeo) oder Cristina Yang von Fans geliebt werden, landet Owen in Beliebtheitswertungen konsequent am Ende. Ein Prozent der Stimmen in einer Fanumfrage sprechen eine deutliche Sprache.

Kevin McKidd hat die Figur dennoch mit vollem Einsatz gespielt und dabei Owens widersprüchliche Persönlichkeit nie geschönt. Als viertlängstdienender Hauptdarsteller der Serie und mit 49 inszenierten Folgen als produktivster Regisseur unter den Stammschauspielern hat McKidd Grey's Anatomy maßgeblich mitgeprägt.

Mit dem Abgang von McKidd und Kim Raver am Ende von Staffel 22 endet ein Kapitel, das die Serie über viele Jahre begleitet hat. Für die Fans ist es ein willkommener Anlass, die schlimmsten Owen-Momente noch einmal zu sortieren.

Schweine, Praktikanten und Euthanasie

Owens Lehrmethoden lassen in Staffel 5 zu wünschen übrig. In der Folge 'Life During Wartime' leitet er ein Fertigkeitstraining, indem er vier betäubte Schweine aufschlitzt und seine Schützlinge anweist, die Tiere zu retten. Das Experiment endet damit, dass er Cristina, gespielt von Sandra Oh, befiehlt, die Tiere zu töten.

Die Szene zeigt exemplarisch, wie Owen Grenzen überschreitet, ohne die emotionalen Konsequenzen für andere zu bedenken. Cristina, die bereits mit ihrer eigenen Traumatisierung kämpft, wird hier zum Werkzeug seiner Ausbildungsphilosophie degradiert.

Dass Owen militärische Disziplin und klinische Kälte in den Krankenhausalltag überträgt, zieht sich als roter Faden durch seine schlimmsten Momente. Das Muster beginnt früh und setzt sich über viele Staffeln fort.

Würgeangriff und Zwei-Zeilen-Trennung

Noch in Staffel 5 greift Owen Cristina in der Folge 'Elevator Love Letter' körperlich an. Nach einem Albtraum, in dem er Deckenventilatoren mit Hubschrauberrotoren verwechselt, würgt er sie fast. Die Szene ist einer der erschreckendsten Momente der gesamten Serie und zeigt, wie tief Owens unbehandelte Traumata reichen.

Weniger dramatisch, aber nicht weniger verletzend ist sein Umgang mit einer früheren Beziehung. Als Merediths Vater in der Folge 'Before and After' als Patient zu Owen kommt, erfährt man nebenbei, dass Owen eine frühere Partnerin per Zwei-Zeilen-E-Mail verlassen hat. Zum Vergleich: Selbst Alex Karev (Justin Chambers), gespielt von Justin Chambers, schrieb seiner Frau Jo, dargestellt von Camilla Luddington, einen seitenlangen Abschiedsbrief.

Diese Kombination aus körperlicher Gewalt und emotionaler Gleichgültigkeit macht Owen zu einer Figur, der es schwerfällt, Sympathien zu gewinnen. Beide Szenen stammen aus derselben Staffel und setzen einen unrühmlichen Grundton.

Henry stirbt, Teddy erfährt es nicht

In Staffel 8 erreicht Owens Verhalten eine neue Dimension moralischer Fragwürdigkeit. In der Folge 'Dark Was the Night' lässt er Cristina eine Herzoperation durchführen, ohne ihr zu verraten, dass der Patient Henry, gespielt von Scott Foley, der Ehemann ihrer Kollegin Teddy ist. Henry stirbt auf dem Operationstisch.

Der Plan, Cristina im Dunkeln zu lassen, stammte ursprünglich von Teddy selbst. Owen setzt ihn jedoch um und trägt damit die Verantwortung für die emotionalen Folgen. In der Folgefolge 'Suddenly' informiert er Teddy zunächst nicht über Henrys Tod, weil sie selbst gerade operiert, und lässt Cristina dann mit der frischgebackenen Witwe zusammenarbeiten.

Diese Entscheidungskette offenbart Owens Tendenz, schwierige Wahrheiten aufzuschieben und andere damit in unmögliche Situationen zu bringen. Chyler Leigh, die als Meredith-Schwester Lexie Grey ebenfalls in dieser Staffel präsent ist, steht stellvertretend für die vielen Figuren, die unter Owens Handlungen leiden.

Betrug, Wut und kein Abschluss

Owens Ehe mit Cristina zerbricht in Staffel 8 endgültig. Auf einer Kindergeburtstagsfeier explodiert er in der Folge 'Hope for the Hopeless' und schreit Cristina an: 'Du hast unser Baby getötet.' Die Szene ist laut und öffentlich, was sie umso schmerzhafter macht.

Kurz darauf, in 'One Step Too Far', glaubt Cristina, Owen habe sie mit einer Krankenschwester namens Emily, gespielt von Summer Glau, betrogen. Owen bestreitet es zunächst, gibt dann aber zu, tatsächlich fremdgegangen zu sein, nur nicht mit Emily. Zwei Staffeln später schläft er mit Cristina, obwohl er zu diesem Zeitpunkt mit Dr. Emma Marling, dargestellt von Marguerite Moreau, zusammen ist.

Owens Beziehungsmuster ist damit vollständig: Er verletzt, zieht sich zurück, kehrt zurück und verletzt erneut. Dass Kevin McKidd und Kim Raver die Serie nun gemeinsam verlassen, beendet auch die jahrelange On-off-Dynamik zwischen Owen und Teddy. Für viele Fans kommt dieser Abschied nicht zu früh.

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Quelle: ABCZuletzt aktualisiert: 25.04.2026, 17:16 Uhr

Artikel geschrieben von:

Marie Weber
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Marie Weber
Action- & Adventure-SerienDrama-SerienMystery

Marie Weber berichtet über Action-, Drama- und Mystery-Serien mit besonderem Fokus auf Spannungsdramaturgie und Figurenzeichnung.

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