Mentalist Oz Pearlman bekommt Netflix-Special

·22.04.2026·4 Min
Bild: NBC · TMDB

Oz Pearlman bekommt ein eigenes Special auf Netflix. Die Aufzeichnung findet im Juli im Brooklyn Paramount statt, die Ausstrahlung ist für die Weihnachtssaison geplant. Der 43-jährige Mentalist, der unter anderem Barack Obama und Jeff Bezos beeindruckte, erreicht damit erstmals ein globales Massenpublikum.

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Vom Wall Street Trader zum Mentalist

Oz Pearlman ist kein klassischer Zauberer, der auf großen Bühnen Karten verschwinden lässt. Der 43-Jährige war einst Börsenhändler an der Wall Street, bevor er die Finanzwelt hinter sich ließ und sich ganz der Magie verschrieb. Seinen Durchbruch erlebte er in der Sendung 'America's Got Talent', wo er ein breites Publikum zum ersten Mal auf seine Fähigkeiten aufmerksam machte.

Seitdem hat Pearlman eine beeindruckende Karriere aufgebaut: Er trat vor NFL-Teams auf, hielt einen TED-Vortrag und schaffte es auf die Bestsellerliste der New York Times. Sein Ansatz unterscheidet sich dabei grundlegend von dem klassischer Bühnenzauberer wie David Blaine, denn Pearlman setzt auf Psychologie, Einflussnahme und gezielte Ablenkung.

Mentalism, erklärt Pearlman, wurzle in denselben Grundlagen wie klassische Magie: Täuschung, Ablenkung und psychologische Beeinflussung. Was ihn jedoch von anderen abhebt, ist seine Fähigkeit, diese Werkzeuge in echten, unvorbereiteten Situationen einzusetzen.

Obama, Bezos und Rogan: Prominente Gedanken gelesen

Die Liste der Prominenten, deren Gedanken Pearlman angeblich gelesen hat, liest sich wie ein Who's who der Weltöffentlichkeit: Barack Obama, Jeff Bezos und Tom Brady gehören ebenso dazu wie Talkshow-Legende Howard Stern und Podcast-Ikone Joe Rogan. Bei Stern erriet Pearlman ein geheimes Codewort, das nur Stern und die verstorbene Schauspielerin Valerie Harper kannten.

Joe Rogan erlebte Pearlman besonders hautnah: Der Mentalist soll Rogans Geheimzahl für den Geldautomaten korrekt benannt haben. Rogans Reaktion fiel entsprechend drastisch aus: 'Du bist eine Hexe. Wir werden dich töten müssen.' Auch Howard Stern zeigte sich wenig rational und bezeichnete Pearlman als 'Teufelsverehrer'.

Beim 'Tonight Show'-Auftritt trieb Pearlman sein Können auf die Spitze: Er brachte Jimmy Fallon und Hunderte Zuschauer dazu, spontan denselben Namen aufzuschreiben, nämlich Will Smith. Solche Momente haben seinen Ruf als Hollywoods heißesten Magier begründet.

Das unsichtbare Millionengeschäft hinter den Kulissen

Was kaum jemand weiß: Pearlman verdient sein Geld fast ausschließlich abseits der Öffentlichkeit. Seine gesamte digitale Präsenz, alle Fernsehauftritte und viralen Momente, dienen in erster Linie als Marketingkampagne, um sein Honorar für Firmenveranstaltungen in die Höhe zu treiben.

Pearlman selbst formuliert es offen: Wer 140 Firmenveranstaltungen pro Jahr absolviert und dabei mehr verdient als die meisten Künstler mit einer Las-Vegas-Residenz, ist geschäftlich erfolgreicher als fast jeder andere, auch wenn das kaum jemand mitbekommt. Nur drei oder vier Namen weltweit überträfen ihn in diesem Bereich.

Dieses bewusst niedrig gehaltene öffentliche Profil macht Pearlmans Schritt zu Netflix umso bemerkenswerter. Es ist ein Strategiewechsel, der zeigt, dass er nun bereit ist, sein Können einem globalen Publikum zu präsentieren.

Netflix-Special: Zuschauer zuhause im Visier

Das Netflix-Special soll im Juli im Brooklyn Paramount aufgezeichnet werden und noch in der Weihnachtssaison 2026 erscheinen. Pearlman plant dabei etwas, das über klassische Bühnenmagie hinausgeht: Er will nicht nur das Publikum vor Ort beeinflussen, sondern auch die Menschen zuhause vor ihren Bildschirmen.

Pearlman beschreibt sein Vorhaben so: Er möchte mit den Zuschauern interagieren und sehen, ob er durch ihre Fernseher in ihre Köpfe gelangen kann. Das ist ein ambitionierter Anspruch, der das Format des klassischen Magie-Specials deutlich erweitert.

Für Netflix ist Pearlman ein ungewöhnlicher Neuzugang. Während die Plattform vor allem für Serien und Spielfilme bekannt ist, haben Magie- und Mentalismus-Specials in den vergangenen Jahren ein wachsendes Publikum gefunden.

Skeptiker, Fehler und die Grenzen der Magie

Pearlman geht offen mit Skeptikern um und räumt ein, dass auch ihm Fehler passieren. Mentalism funktioniert nicht immer perfekt, und der Umgang mit Rückschlägen gehört zum Handwerk. Wer behauptet, niemals danebenzuliegen, lügt sich selbst an.

Die Reaktionen von Howard Stern und Joe Rogan zeigen exemplarisch, wie selbst Menschen, die eigentlich wissen, dass es sich um Täuschung handelt, emotional überwältigt werden können. Stern sprach von Teufelei, Rogan von Hexerei, obwohl beide wissen, dass es keine übernatürlichen Kräfte gibt.

Pearlman sieht sich selbst nicht als Mystiker, sondern als Meister der Psychologie und des menschlichen Verhaltens. Sein Erfolg beruht darauf, dass er versteht, wie Menschen denken, und dieses Wissen gezielt einsetzt, ob auf der Bühne, im Fernsehen oder bald auf Netflix.

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Quelle: NBCZuletzt aktualisiert: 22.04.2026, 16:03 Uhr

Artikel geschrieben von:

Nina Wolf
Autor
Nina Wolf
Science FictionFantasy-SerienMystery

Nina Wolf ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Formate und langjähriger Streaming-Erfahrung.

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Nina hat einen weiteren Artikel zur selben Serie verfasst.

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