Keith Cox verlässt Paramount nach 20 Jahren und nimmt Yellowstone-Geschichte mit
Die Yellowstone-Welt verliert ihren wichtigsten Architekten. Keith Cox, Präsident von MTV Entertainment und früher Förderer von Taylor Sheridan, verlässt Paramount nach 20 Jahren. Wer künftig die Geschicke des Milliarden-Franchise lenkt, ist damit offen.
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Ein Abschied nach zwei Jahrzehnten
Genau zwanzig Jahre nach seinem Umzug nach New York City, wo er als Teil von Viacom bei TV Land anfing, beendet Keith Cox seine Karriere bei Paramount. In einer persönlichen Mitteilung erinnerte er sich: 'Vor zwanzig Jahren diesen Monat packte ich meine Koffer und zog nach New York City, um bei Viacom und TV Land zu arbeiten.' Sein Abgang markiert das Ende einer Ära für das Studio.
Pam Kaufman und Nina L. Diaz, die das Unternehmen führen, würdigten Cox in einer gemeinsamen Erklärung. Matt Thunell und Dana Goldberg lobten ihn als respektierten Führungsmann: 'Keith ist ein respektierter Anführer und war ein unglaublicher Partner für Dana und mich von unseren ersten Tagen bei Paramount an.' Cox hinterlässt ein Studio, das er in zentralen Bereichen mitgeformt hat.
Vor seinem Einstieg bei Viacom im Jahr 2006 war Cox Vizepräsident für Comedy bei Warner Bros. TV. Seine Laufbahn spiegelt die gesamte Entwicklung des amerikanischen Kabelfernsehens und des Streamings wider, von bescheidenen Anfängen bei einem Nischensender bis hin zu globalen Serienphänomenen.
Wie Yellowstone seinen Weg fand
Die Geschichte hinter Yellowstone liest sich wie eine Legende der Branche. Cox beschrieb den entscheidenden Moment so: 'Bei einem Frühstückstreffen mit David Glasser hörten Kevin und ich eine Präsentation, die als Die Paten in Montana beschrieben wurde. Wir sahen sofort das Potenzial. Einen Monat später trafen wir Taylor Sheridan und kauften Yellowstone noch im Gespräch.' Diese Entscheidung sollte die Serienlandschaft nachhaltig verändern.
Yellowstone entwickelte sich zur meistgesehenen Dramaserie im amerikanischen Fernsehen und legte den Grundstein für das, was Chris McCarthy später als 'Taylorverse' bezeichnete: ein verzweigtes Universum aus Ableger-Serien und Spin-offs rund um den Schöpfer Taylor Sheridan. Cox war von Anfang an der entscheidende Fürsprecher innerhalb des Studios.
2017 übernahm Cox die Entwicklung für Paramount Network zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben, nachdem das Unternehmen den Sender Spike in Paramount Network umbenannt hatte. Bob Bakish beauftragte ihn damals, die Entwicklung unter Kevin Kay zu leiten. Ohne diesen Schritt hätte Yellowstone möglicherweise nie das Licht der Welt erblickt.
Von Hot in Cleveland bis Emily in Paris
Lange vor Yellowstone schrieb Cox bei TV Land Geschichte. Dort leitete er die Entwicklung der ersten eigenen Dramaserie des Senders, Hot in Cleveland, die sechs Staffeln lief, mehrere Preise gewann und TV Land als ernstzunehmende Adresse für Eigenproduktionen etablierte. Cox selbst sagte rückblickend: 'Hot in Cleveland lief sechs Staffeln, gewann mehrere Preise und half dabei, TV Land als legitimes Ziel für Eigenproduktionen zu etablieren.'
Darauf folgte Younger, entwickelt gemeinsam mit dem Serienschöpfer Darren Star, der für sein Gespür für urbane Stoffe bekannt ist. Die Serie lief sieben Staffeln und wurde, wie Cox betonte, 'eine der prägenden Serien des Studios.' Die Zusammenarbeit mit Star hatte außerdem eine wichtige Folgewirkung: Sie ebnete den Weg dafür, dass Paramount TV Studios Emily in Paris an Netflix verkaufte.
Emily in Paris ist heute ein internationaler Streaming-Erfolg und in Deutschland auf Netflix abrufbar. Dass diese Serie überhaupt zu Paramount TV Studios kam, ist letztlich auch ein Ergebnis der Beziehungen, die Cox über Jahre aufgebaut hatte.
Internationale Expansion und neue Talente
Cox trieb auch die internationale Ausrichtung von Paramount TV Studios voran. Die Expansion nach London brachte das Studio mit dem britischen Dramatiker Jez Butterworth zusammen. Cox beschrieb diesen Schritt: 'Unsere Expansion nach London führte uns zu einem weiteren außergewöhnlichen Schöpfer, Jez Butterworth. Durch meine Partnerschaft mit David Glasser holten wir Jez ins Boot.' Das Ergebnis waren zwei viel beachtete Serien: The Agency und MobLand.
Beide Produktionen erhielten starke Kritiken und zeigen, dass Paramount TV Studios unter Cox nicht nur auf bewährte amerikanische Stoffe setzte, sondern gezielt internationales Talent suchte. Diese Strategie dürfte das Studio auch nach seinem Abgang prägen.
Cox hinterlässt ein gut aufgestelltes Team. Seine engsten Mitarbeiter, die Vizepräsidenten Todd Baynes und Antonia Covault, wechseln in das Team für laufende Serien des Studios, das von Exekutivvizepräsidentin Carolyn Harris geleitet wird. Die Kontinuität im Tagesgeschäft ist damit gesichert.
Abgang vor historischer Übernahme
Der Zeitpunkt des Abschieds ist bemerkenswert: Cox verlässt Paramount nur wenige Monate vor dem erwarteten Abschluss der Übernahme durch Warner Bros. Discovery. Der Deal hat ein Volumen von rund 101 Milliarden Euro und dürfte die gesamte Struktur des Unternehmens grundlegend verändern. Für viele langjährige Mitarbeiter ist ein solcher Moment oft Anlass, die eigene Zukunft neu zu überdenken.
Ob Cox eine neue Aufgabe in der Branche übernimmt, ist bislang nicht bekannt. Angesichts seiner Erfolgsbilanz dürfte das Interesse aus der Branche groß sein. Er hat bewiesen, dass er Talente früh erkennt, Sender neu ausrichten und globale Serienphänomene mitentwickeln kann.
Für Fans von Yellowstone, die die Serie in Deutschland über Paramount+ oder Netflix verfolgen, ändert sich durch seinen Abgang vorerst nichts am laufenden Betrieb. Das Erbe, das Cox aufgebaut hat, lebt in den Serien weiter, die er einst ins Leben gerufen hat.
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Artikel geschrieben von:

Mia Braun ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf moderne Streaming-Serien und detaillierte Episodenanalysen.
Alle Artikel von MiaMia hat einen weiteren Artikel zur selben Serie verfasst.