Wegen Kelly Reilly reden jetzt wieder alle über Yellowstone
Beth Dutton kämpft für die Ranch, aber nicht für sich selbst. Kelly Reilly, die die Figur in allen fünf Staffeln von Yellowstone verkörpert hat, nennt das offen ungesund und fragt, was für ein Vater das zulässt. Dieser Widerspruch macht Beth zur tragischsten Figur der Serie.
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Beth Dutton: Hingabe ohne Selbstschutz
Kelly Reilly beschrieb ihre Figur Beth Dutton in einem Interview mit der Television Academy im Juni 2023 mit ungewöhnlicher Klarheit: Beth sei wie ein Samurai. Ihr eigenes Leben spiele für sie keine Rolle. Was zählt, ist allein die Yellowstone-Ranch.
Diese Haltung zieht sich durch alle fünf Staffeln der Serie, die 2018 startete und 2024 zu ihrem Abschluss kam. Beth kämpft nicht, um zu überleben. Sie kämpft, weil Loyalität für sie keine Grenze kennt.
Reilly stellte dabei eine ernste Frage in den Raum: Ab wann werden Loyalität und Hingabe ungesund? Und was sagt es über einen Vater aus, wenn er zulässt, dass seine Tochter ihr gesamtes Leben für ein Stück Land opfert?
Eine sterbende Familie, eine sterbende Welt
Yellowstone erzählt laut Reilly im Kern die Geschichte einer Familie im Niedergang und einer Lebensweise, die sich dem Ende nähert. Diese Perspektive verleiht Beths Kampf eine tragische Dimension: Sie verteidigt etwas, das ohnehin nicht zu retten ist.
Reilly äußerte in einem Esquire-Interview vom Januar 2022 die Hoffnung, dass das Schicksal des Landes die Figuren am Ende befreit. Denn in der Verteidigung der Ranch liegt auch eine Last, die Beth erdrückt.
John Dutton, gespielt von Kevin Costner, steht als Patriarch im Zentrum dieser Dynamik. Beth ist seine einzige Tochter und gleichzeitig sein schärfstes Werkzeug, auch wenn dieser Umstand moralisch schwer zu greifen ist.
Ferocität aus totaler Bereitschaft
Was Beth Dutton von anderen Figuren in Yellowstone unterscheidet, ist laut Reilly eine einzige, entscheidende Eigenschaft: Sie ist bereit, sich selbst zu zerstören. Kein anderer Charakter geht so weit.
Reilly beschrieb das als eine Art machiavellistische Logik, aber ohne das Ziel des Gemeinwohls. Beth handelt nicht für das große Ganze. Sie handelt aus Rache und aus Liebe zu ihrem Vater, zwei Antriebe, die sich bei ihr kaum trennen lassen.
Wenn jemand ihre Familie angreift, reagiert Beth wie ein Stier auf ein rotes Tuch. Ihre Bereitschaft, die Mauer zu sein, die John Dutton schützt, ist keine Metapher. Reilly betonte: Beth meint es wörtlich, wenn sie sagt, sie würde auf dieser Mauer sterben.
Die Figur, die HBO ablehnte
Beth Dutton ist nicht nur dramaturgisch eine Ausnahmeerscheinung. Sie ist auch der Grund, warum Yellowstone ursprünglich bei einem anderen Sender keinen Anklang fand. Beth Dutton war die Figur, die dazu führte, dass HBO die Serie ablehnte.
Das macht die spätere Popularität der Figur umso bemerkenswerter. Reilly formte aus einer Rolle, die als zu extrem galt, eine der meistdiskutierten Serienfiguren der vergangenen Jahre.
Yellowstone lief fünf Staffeln lang und fand ein riesiges Publikum. In Deutschland ist die Serie bei Paramount+ und Netflix verfügbar.
Beths Grenze: Immer zu weit
Eine der Kernspannungen in Beths Charakter ist ihre Unfähigkeit, sich zurückzuhalten. Sie findet es schlicht unmöglich, die Linie einzuhalten, die andere Figuren respektieren.
Genau diese Eigenschaft macht sie so gefährlich und gleichzeitig so fesselnd. Sie ist keine Heldin im klassischen Sinne und auch keine Schurkin. Sie ist eine Frau, die sich vollständig verbraucht für eine Sache, die sie selbst vielleicht nicht einmal retten kann.
Kelly Reillys Interpretation dieser Figur über fünf Staffeln hinweg bleibt einer der stärksten schauspielerischen Beiträge, die das Genre in den vergangenen Jahren hervorgebracht hat.
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Artikel geschrieben von:

Sophie Hartmann analysiert seit mehreren Jahren Serienwelten mit Fokus auf Action, Sci-Fi, Fantasy und Mystery.
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