Kaum gestartet, schon ganz oben: Half Man überrascht HBO
Netflix machte ihn groß, doch Gadd wählte HBO. Baby Reindeer gewann sechs Emmys und katapultierte Gadd in die erste Reihe, trotzdem wechselte er die Plattform. Half Man beweist, dass das kein Fehler war.
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Vom Netflix-Phänomen zu HBO
Baby Reindeer katapultierte Richard Gadd innerhalb kürzester Zeit in die erste Reihe des internationalen Seriengeschäfts. Die siebenteilige Produktion basierte auf seinen persönlichen Erfahrungen als erfolgloser Komiker und gewann sechs Emmy Awards. Gadd spielte darin selbst die Hauptrolle, Jessica Gunning stand ihm dabei zur Seite.
Statt dem Erfolg bei Netflix treu zu bleiben, entschied sich Gadd für einen Wechsel zu HBO und der BBC. Dieser Schritt erwies sich als goldrichtig: Half Man feierte am 23. April 2026 Premiere und wurde unmittelbar zu einem der meistgesehenen Titel auf HBO Max, sowohl im Inland als auch weltweit.
Lediglich die bereits etablierten Zugpferde The Pitt und Euphoria lagen in den Zuschauerlisten noch vor Half Man. Für eine brandneue Serie ist dieses Ergebnis bemerkenswert und zeigt, wie groß das Vertrauen des Publikums in Gadd inzwischen ist.
Worum geht es in Half Man?
Half Man erzählt die Geschichte von Niall und seinem entfremdeten Bruder Ruben, zwei Männern mit grundverschiedenen Persönlichkeiten, die sich trotz fehlender Blutsverwandtschaft als Brüder betrachten. Eine Gewalttat bildet den Auslöser, der die Handlung in Gang setzt und das Publikum durch Rückblenden in die Geschichte ihrer Bindung führt.
Richard Gadd übernimmt erneut die Hauptrolle und beweist damit, dass sein Talent weit über Baby Reindeer hinausreicht. An seiner Seite spielt Jamie Bell, der der Serie eine zusätzliche dramatische Tiefe verleiht. Die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern gilt bereits nach der Premiere als eines der Highlights der Produktion.
Thematisch wagt sich Half Man an schwieriges Terrain: Männlichkeit, Homophobie und Selbstverletzung werden ebenso verhandelt wie offene körperliche Gewalt. Damit setzt Gadd seine Tradition fort, persönliche und gesellschaftliche Wunden ohne Beschönigung auf die Leinwand zu bringen.
Kritiker loben die rohe Intensität
Half Man startete mit positiven Kritiken und hält derzeit einen Wert von 74 Prozent auf der Bewertungsplattform Rotten Tomatoes. Zum Vergleich: Baby Reindeer steht dort bei nahezu perfekten 99 Prozent, was die Messlatte für Gadds Nachfolgewerk entsprechend hoch legt.
Therese Lacson beschrieb die Serie als roh, brutal und absolut erschütternd. Sie lobte Half Man dafür, schwierige Themen wie Männlichkeit, Homophobie und Selbstverletzung anzupacken, ohne dabei auf blutige Gewaltdarstellungen zu verzichten. Solche Einschätzungen deuten darauf hin, dass Gadd erneut eine Serie geschaffen hat, die unter die Haut geht.
Trotz der vergleichsweise niedrigeren Kritikerwertung im Vergleich zu Baby Reindeer ist der Zuspruch des Publikums eindeutig. Die Kombination aus starkem Auftakt in den Zuschauerlisten und positiver Presseresonanz lässt Half Man zu einem der vielversprechendsten Serienstarts des Frühjahrs 2026 werden.
Gadd als Ausnahmetalent bestätigt sich
Mit Baby Reindeer schrieb Richard Gadd Fernsehgeschichte: Sechs Emmy Awards, weltweite Aufmerksamkeit und ein Ruf als einer der originellsten Stimmen im zeitgenössischen Serienfernsehen. Dass er diesen Ruf nun mit Half Man untermauert, war keineswegs selbstverständlich.
Der Wechsel von Netflix zu HBO und der BBC war ein kalkuliertes Risiko. HBO sicherte sich damit einen der begehrtesten Kreativen der Branche und investierte in eine Geschichte, die erneut auf Gadds eigenem Leben und Erleben fußt. Das Ergebnis spricht für sich: Half Man ist vom ersten Wochenende an ein Publikumserfolg.
Neben Gadd selbst und Jamie Bell trägt auch die Besetzung weiterer Rollen zur Stärke der Serie bei. Die Charaktere Niall und Ruben werden durch die Darsteller mit einer Glaubwürdigkeit ausgestattet, die das Publikum sofort in ihren Bann zieht und nicht mehr loslässt.
Half Man jetzt bei HBO Max verfügbar
Half Man ist seit dem 23. April 2026 auf HBO Max abrufbar. Abonnenten können die Serie dort in voller Länge streamen und sich selbst ein Bild von Gadds neuestem Werk machen. Wer noch kein Abonnement besitzt, findet die Serie beim jeweiligen Streaming-Anbieter in seinem Land.
Die Produktion entstand in Zusammenarbeit mit der BBC, was bedeutet, dass Half Man auch im britischen Fernsehen ausgestrahlt wird. Für internationale Zuschauer bleibt HBO Max die erste Anlaufstelle, um die Serie zeitnah zu verfolgen.
Angesichts des starken Starts ist davon auszugehen, dass Half Man in den kommenden Wochen weiter in den Zuschauerlisten präsent bleiben wird. Ob HBO die Serie über die aktuelle Staffel hinaus verlängert, bleibt abzuwarten, doch die Vorzeichen stehen gut.
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Richard Gadd verwandelt sich in Half Man und erschüttert das Finale
Das Finale von Half Man trifft wie ein Schlag in den Magen. Richard Gadd hat sich für die HBO-Miniserie körperlich neu erfunden und spielt den explosiven Ruben neben Jamie Bell. Wer sich durch die brutale Serie kämpft, wird am Ende nicht unberührt bleiben.

Stuart Campbell bricht in Half Man aus der Anonymität aus
Wie weit kann eine Serie über männliche Wut wirklich gehen? Half Man, Richard Gadds neue HBO-Serie mit Stuart Campbell, liefert ab Donnerstag die Antwort. Kritiker sind sich einig: die Grenze wird überschritten.

Warum Half Man gerade so viele Männer-Fragen aufwirft
Männlichkeit wird gerade neu verhandelt, und Half Man liefert den Soundtrack dazu. Richard Gadds sechsteilige BBC-HBO-Serie mit Jamie Bell startete am 23. April 2026 und trifft die Manosphere-Debatte im Zentrum. Wer Baby Reindeer für einen Ausreißer hielt, bekommt jetzt die Antwort.
Artikel geschrieben von:

Sophie Hartmann analysiert seit mehreren Jahren Serienwelten mit Fokus auf Action, Sci-Fi, Fantasy und Mystery.
Alle Artikel von SophieSophie hat 2 weitere Artikel zur selben Serie verfasst.