Jurnee Smollett debütiert als Rosa Parks in Life, Larry and the Pursuit of Unhappiness

Jurnee Smollett spielt Rosa Parks, und das in einer Komödie. Die HBO-Max-Serie verbindet Sketchhumor mit amerikanischer Geschichte, produziert von Higher Ground Productions der Obamas. Dass ausgerechnet Larry David dieses Format trägt, hätte vor einem Jahr niemand erwartet.
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Obama eröffnet, Jackson erzählt
Barack Obama persönlich eröffnet die erste Folge von Life, Larry and the Pursuit of Unhappiness. Als Executive Producer über seine Produktionsfirma Higher Ground Productions nutzt der ehemalige Präsident den Auftakt, um die USA anlässlich ihres 250. Jahrestages zu loben und dabei Larry David ein wenig aufzuziehen. Michelle Obama ist ebenfalls als EP an der Show beteiligt.
Samuel L. Jackson übernimmt die Erzählerrolle und begleitet das Publikum durch alle Episoden. Henry Winkler spielt John Hancock, Chris Parnell verkörpert Benjamin Franklin und Alan Tudyk gibt Thomas Jefferson, während David selbst Robert Livingston mimt und vergeblich versucht, seine Beschwerden in die Unabhängigkeitserklärung einzuschleusen.
Den Abschluss der Auftaktfolge bildet Jurnee Smollett als Rosa Parks, neben der Davids nerviger Busfahrgast Platz nimmt. Michael Chiklis taucht als Sergeant im Schützengraben des Ersten Weltkriegs auf, Jake Reiner, Sohn des verstorbenen Rob Reiner, spielt einen seiner Soldaten.
Seinfeld, Cuoco und Reiners letzter Auftritt
Die zweite Folge vereint Larry David und Jerry Seinfeld erstmals seit Jahrzehnten wieder vor der Kamera. Die beiden Erfinder der Kultserie Seinfeld spielen die Entdecker Lewis und Clark, deren enge Männerfreundschaft Rita Wilson als Mavis Lewis, die leidgeprüfte Ehefrau, mit Argwohn beäugt.
Kaley Cuoco liefert in einer Great-Depression-Sequenz einen der stärksten Gastauftritte der Staffel: Als trauernde Witwe wird sie von Davids Figur schamlos ausgenutzt, um sich in der Brotschlange vorzudrängeln. Larry Wilmore und Colton Dunn ergänzen die Szene.
Den emotionalsten Moment der zweiten Folge liefert Rob Reiner. In dem, was sein letzter Fernsehauftritt werden sollte, spielt er George Washington und diskutiert Amtszeitbeschränkungen vor einer Menschenmenge. Jimmy Kimmel taucht in der Szene als Zuschauer auf und kommentiert auf Meta-Ebene seinen jahrelangen Konflikt mit Donald Trump, ohne dessen Namen je zu nennen.
Miranda kapert die Boston Tea Party
Lin-Manuel Miranda, der mit dem Broadway-Musical Hamilton zum Experten für die amerikanische Revolutionszeit wurde, übernimmt in der dritten Folge die Rolle eines der Anführer der Boston Tea Party. Die Besetzung ist ein offensichtlicher Seitenhieb auf Mirandas Biografie und funktioniert genau deshalb so gut.
J.B. Smoove sorgt als Reisender auf dem Underground Railroad für weitere Lacher, indem er Davids gastgebende Figur mit immer absurderen Forderungen und nachrückenden Freunden überfordert. Jon Hamm und Sean Hayes spielen Orville und Wilbur Wright, während David einen fiktiven, weniger heldenhaften Wright-Bruder gibt.
Den Abschluss der Folge bildet David als Senator Joseph McCarthy in einer der meistdiskutierten Szenen der gesamten Serie. Michael McKean, bekannt aus Better Call Saul, liefert als Anwalt Joseph Welch die legendäre Replik 'Have you no decency, sir?' und Rob Huebel moderiert als Senator die berüchtigte Anhörung.
Watergate, Ford und Polio-Satire
In der vierten Folge schlüpft David in die Rolle von Deep Throat, dem anonymen Informanten im Watergate-Skandal. Sein Treffen mit Beck Bennetts Bob Woodward auf einem Parkdeck bleibt jedoch vollkommen nutzlos, weil David statt brisanter Enthüllungen nur Banalitäten von sich gibt.
Ike Barinholtz spielt Henry Ford als notorischen Antisemiten, der alles andere als erfreut ist, als Davids Rabbiner-Figur an seinem neuen Automobil interessiert scheint. Jordana Brewster und Katie Aselton stoßen in einem weiteren Sketch auf Davids Präsident James Buchanan, der auf einer Party hemmungslos flirtet.
Den Höhepunkt der Folge bildet Davids Darstellung von Dora Salk, der überstolzen Mutter des Polio-Impfstoff-Erfinders Jonas Salk. Die Szene entwickelt sich zu einer scharfen Parodie auf Impfskepsis, als eine Figur namens Bobby auftaucht und behauptet, der Impfstoff werde Menschen töten. Judy Gold spielt Doras Nachbarin Evelyn.
Hader als Lincoln, Olyphant als Earp
Die fünfte Folge konzentriert sich auf zwei historische Großereignisse. Timothy Olyphant gibt Wyatt Earp und Don Johnson spielt Doc Holliday beim Schusswechsel am O.K. Corral, wobei ein typisch Curb-artiger Streit über Parkplätze und Timing das Duell verzögert. Marc Menchaca, der aus Curb als Klansman Joe bekannt ist, spielt einen der Cowboys.
Bill Hader verkörpert Abraham Lincoln als einen Mann am Rand seiner Geduld. Seine Frau Mary Todd Lincoln, gespielt von Kathryn Hahn, liefert eine Figur, die das Broadway-Stück Oh, Mary! gerade erst populär gemacht hat. Lincoln schmiedet mit seinem Stabschef Pläne, Mary bei einer Theatervorstellung loszuwerden, was in einem Stille-Post-Chaos endet.
Die Folge zeigt, wie konsequent das Format durchgehalten wird: Jede Szene dreht sich um eine historische Situation, in die David seine Curb-Energie einbringt, während die Gaststars die eigentlichen historischen Figuren spielen. Das Ensemble wächst mit jeder Folge weiter.
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Artikel geschrieben von:

Clara Hoffmann ist Serien-Redakteurin mit besonderem Fokus auf emotionale Drama-Serien und detailreiche Period Pieces.
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