Premiere in Hollywood: David kritisiert UFC-Kampf im Weißen Haus am Jubiläumstag

Eine Satireserie über 250 Jahre Amerika trifft auf einen UFC-Kampf im Weißen Haus. Larry David präsentierte seine Sketchshow zur US-Jubiläumsfeier, während Trump denselben Tag mit einem Spektakel im Regierungssitz beging. Für David ist der Kontrast eindeutig: Auf der einen Seite Selbstreflexion, auf der anderen Peinlichkeit.
Artikel-Inhalt
Peinlichkeit statt Patriotismus: Trumps UFC-Abend
Während Larry David mit seiner Sketchshow das 250-jährige Bestehen der USA satirisch feiert, sah er sich durch Donald Trumps Entscheidung, den Jubiläumstag mit einem UFC-Kampf im Weißen Haus zu begehen, in seiner Begeisterung gebremst. 'Es war eine Schande', sagte David bei der Premiere in Hollywood. 'Was soll man dazu noch sagen? Es war peinlich. Ich habe mich als Amerikaner geschämt.'
Der Kontrast ist für David offenbar kaum auszuhalten: Auf der einen Seite eine Produktion, die amerikanische Geschichte mit Witz und Selbstreflexion beleuchtet, auf der anderen ein Spektakel im Regierungssitz, das ihm jede patriotische Stimmung verdarb.
David äußerte sich dazu am Dienstagabend bei der Weltpremiere der Serie in Hollywood, wo er neben Regisseur Jeff Schaffer und Produzent Ethan Lewis als einziger der Hauptbeteiligten Interviews gab.
Obama am Set: 'Wirklich surreal'
Barack Obama tritt in einem der Sketche der Serie persönlich auf. Details zur Szene werden noch unter Verschluss gehalten, doch David ließ sich zu einer klaren Bewertung hinreißen: Obama habe ein 'perfektes' komödiantisches Timing bewiesen und sei 'wirklich gut im Improvisieren' gewesen.
Die Erfahrung, mit dem Ex-Präsidenten gemeinsam vor der Kamera zu stehen, beschrieb David als 'wirklich surreal'. 'Es war aufregend. Wir hatten eine tolle Zeit', sagte er, fügte aber hinzu, er habe versucht, nicht zu viel darüber nachzudenken, um nichts zu vermasseln.
Ob Obama für seinen Auftritt einen Emmy verdiene? David winkte ab: 'So weit würde ich nicht gehen.' Typisch David.
Higher Ground kam zuerst auf David zu
Die Initiative für das Projekt ging von Barack und Michelle Obamas Produktionsfirma Higher Ground aus, die die Serie produziert. David erklärt sich die Anfrage so: 'Ich kenne den Präsidenten ein bisschen. Wir haben zusammen Golf gespielt, und ich habe vor vier oder fünf Jahren eine Super-Bowl-Werbung gemacht, in der ich Kostüme trug. Vielleicht war das Teil ihrer Überlegung. Oder sie mögen einfach Curb.'
Produzent Ethan Lewis bestätigte, dass die Obamas den 250. Jahrestag feiern wollten, aber auf eine Weise, die sich 'unerwartet und einzigartig anfühlt'. Eine Sketchshow über die Abgründe der amerikanischen Geschichte mit Larry David in Perücken und Bärten schien da die logische Wahl.
Regisseur Jeff Schaffer, der die Serie gemeinsam mit David entwickelt hat, verriet am Rande der Premiere eine praktische Herausforderung: Er wusste schlicht nicht, wie er Obama ansprechen sollte, wenn er ihm eine Regieanweisung geben wollte. 'Ich fragte die Higher-Ground-Leute: Wie soll ich ihn nennen, wenn ich ihm eine Anmerkung machen will? Die sagten: Versuch es mit Sir.' Schaffer ergänzte: 'Er war großartig.'
Starbesetzung: Von Hader bis Manganiello
'Life, Larry and the Pursuit of Unhappiness: An Almost History of America' ist eine Sketchshow, die markante Momente der US-Geschichte satirisch aufgreift. Das Ensemble liest sich wie ein Who's who des amerikanischen Unterhaltungsfernsehens: Lin-Manuel Miranda, Bill Hader, Kathryn Hahn, Jon Hamm, Henry Winkler, Sean Hayes und Joe Manganiello sind ebenso dabei wie Jane Krakowski und Greg Kinnear.
Auch Susie Essman, bekannt aus 'Curb Your Enthusiasm', schlüpft in eine historische Rolle: Sie spielt Susan B. Anthony. Weitere Curb-Alumni wie Jeff Garlin und J.B. Smoove treten ebenfalls auf, durften bei der Premiere jedoch keine Interviews geben, um Spoiler zu vermeiden.
Vince Vaughn ist ebenfalls als Gaststar zu sehen, ebenso wie Jerry und David Seinfeld sowie Rita Wilson. Die Premiere fand am 24. Juni 2026 in Hollywood statt; der offizielle Start der Serie folgt zwei Tage später.
Perücken, Bärte und Kostüme: Davids Leidensweg
Eine Sketchshow über amerikanische Geschichte verlangt Kostüme. Viele Kostüme. Und das war für Larry David eine echte Prüfung. 'Ich verstehe nicht, wie Menschen mit Perücken und Haarteilen herumlaufen', sagte er. 'Es fühlt sich an, als würden 1.000 Insekten auf deinem Kopf krabbeln. Und Bärte sind noch schlimmer. Sie jucken so sehr, dass man kaum essen kann.'
Regisseur Jeff Schaffer, der auch Co-Autor der Serie ist, führte die Produktion im gewohnten Schnelltempo durch, was Obama offenbar keine Probleme bereitete. Für einen Ex-Präsidenten, der es gewohnt ist, unter Beobachtung zu stehen, schien das Scheinwerferlicht einer Sketchshow eine vergleichsweise entspannte Angelegenheit gewesen zu sein.
In der DACH-Region ist die Serie über Sky und WOW zu erwarten, wo HBO-Produktionen traditionell verfügbar sind. Ein konkretes Startdatum für Deutschland, Österreich und die Schweiz steht noch aus.
Mehr zu „Life, Larry and the Pursuit of Unhappiness"
Artikel geschrieben von:

Clara Hoffmann ist Serien-Redakteurin mit besonderem Fokus auf emotionale Drama-Serien und detailreiche Period Pieces.
Alle Artikel von Clara